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Message from discussion Fujitsu Siemens Esprimo-Serie unter Linux
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Rainer Koenig  
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 More options Jan 30 2006, 3:20 am
Newsgroups: de.comp.os.unix.linux.hardware
From: Rainer Koenig <Rainer.Koenig.Use...@gmx.de>
Date: Mon, 30 Jan 2006 09:20:09 +0100
Local: Mon, Jan 30 2006 3:20 am
Subject: Re: Fujitsu Siemens Esprimo-Serie unter Linux
Hallo Christian,

Christian Leitold <li...@leitold.info> writes:
> Ich habe vor, mir angesichts des mir sehr wichtigen leisen Betriebs als
> nächsten Desktop-PC einen aus der Esprimo-Reihe von Fujitsu Siemens zu
> kaufen, höchstwahrscheinlich einen Esprimo P mit Athlon 64. [1]
> Hat irgend jemand Erfahrungen mit dem Betrieb dieser Geräte unter Linux?

Ja, hier ich, denn das ist genau mein Job bei FSC. :-)

> Nicht, dass ich nach dem Kaufe böse überrascht werde, weil z. B. die
> SATA-Schnittstelle oder das LAN nicht unterstützt werden. Als Chipsatz
> verwendet Fujitsu Siemens einen vom Typ "SIS761", zu dem mir Google
> leider nichts Aufschlussreiches in Zusammenhang mit Linux sagen konnte.

Wenn Deine Distribution mindestens mit Kernel 2.6.14 kommt hat Du mit dem
SATA-Controller keine Probleme. Ansonsten hast Du Probleme, die man aber
ggf. mit einem Patch bzw. Backport lösen kann. Wir haben hier letztes Jahr
eine Maschine an den Maintainer von sata_sis gesponsort um das Problem
wenigstens im 2.6.14 gelöst zu haben, der finale Patch dazu kam von
der Mandriva Ecke. :-)

Du wirst weitere Überraschungen haben: Sound macht Probleme, denn hier
verwenden wir wie bei allen anderen Boards mit SIS-Chipsatz den tertiären
Codec, der intel8x0-Treiber hat hier aber Probleme denn der ist halt sehr
stark an Intel orientiert und eine SIS-Spezifikation hatten die Leute die
das Modul geschrieben haben nicht. Ich habe zwar die Spec, aber aktuell
unter NDA, d.h. ich darf nix rausgeben. Trotzdem haben wir unlängst einen
der ALSA-Developer bei Novell/SUSE in Nürnberg besucht und nachdem wir
dezent darauf hingewiesen haben daß SIS den Codec-Ready-Status im bit 18
statt im bit 28 meldet hatten wir 10 Minuten später einen Patch für SUSE10.

Fazit: Ja, die Maschine läuft auch unter Linux, aber je nach Distribution
wirst Du so Deine Mühe damit haben. Das größte Ärgernis ist der SIS182
SATA-Controller, der ist erst in den ganz neuen Distris (Fedora Core 5)
oder SUSE10.1 drin. Die IDE-Schnittstelle für das optische Laufwerk
bereitet auch Kopfzerbrechen, denn hier braucht man beim Booten den
Paramter insmod=ide-generic. Ein Kollege hat mir schon einen Patch
geschickt, der das SIS5513-Modul korrigieren soll, aber ich bin noch
nicht dazu gekommen diesen anzugucken.

Das Traurige ist, daß SIS in Sachen Linux seine Hausaufgaben nur sehr
schlampig macht. Ich kann daher eigentlich nur raten, gebe ein wenig
mehr Geld aus und investiere in einen Intel-basierten Esprimo, denn
Intel macht seine Hausaufgaben. Oder warte noch bis Mitte des Jahres,
dann wird die SIS-Plattform im AMD-Esprimo durch einen anderen Chipsatz
der nicht von SIS kommt abgelöst werden.

I'm sorry daß ich keine besseren Nachrichten habe, aber die Maschine
ist leider wirklich ein Kopfschmerzverursacher unter Linux. Klar, irgendwann
haben wir alle Treiber gepatcht, aber das hilft unseren Kunden jetzt
nicht.

Ich hoffe Dich jetzt nicht als Kunden vergrault zu haben, aber ich denke
eine ehrliche Antwort ist hier viel besser als Kunden bewußt sozusagen
ins offene Messer laufen zu lassen.

Wenn Du trotzdem diese Maschine kaufen willst, dann verrate mir welche
Distribution dafür gedacht ist. Evtl. können wir Dir dann Patches oder
Backports bereitstellen. Einen Backport für sata_sis klicke ich mit
xxdiff mittlerweile in 10 Minuten zusammen. :-)

Gruß und HTH
Rainer
--
* Der obenstehende Newsbeitrag spiegelt eine persönliche Meinung *
* des Authors wieder, basierend auf dessen Wissen und Erfahrung. *
* Diese Meinung wird nicht notwendigerweise vom Arbeitgeber des  *
* Verfassers dieser Nachricht geteilt. Irrtum vorbehalten :-)    *


 
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