wenn man eine dieser externen Festplatten kauft, die man ans LAN
anhängt, muss man da irgendwas beachten, dass sie auch mit Linux
funktionieren? Irgendwelche Zugriffs-/Verwaltungstechniken, die man
vermeiden sollte?
Ziel wäre eher Zugriff auf gemeinsame Daten von verschiedenen
Familienrechnern (Mac, Win, Linux) als das Speichern privater Daten,
eine ausgeklügelte Rechteverwaltung ist da wohl nicht nötig.
Felix
Du meintest am 10.11.09:
> wenn man eine dieser externen Festplatten kauft, die man ans LAN
> anh�ngt, muss man da irgendwas beachten, dass sie auch mit Linux
> funktionieren? Irgendwelche Zugriffs-/Verwaltungstechniken, die man
> vermeiden sollte?
Das sind nicht nur Festplatten, dazu geh�rt so etwas wie ein Fileserver,
der z.B. unter Linux l�uft. Und was das Ger�t erlaubt, wird durch die
Konfiguration dieses Fileservers definiert. Mag sein, dass Du
umkonfigurieren kannst; die Wahrscheinlichkeit ist gering.
Eine erheblich einfachere L�sung ist, wenn Du einen woanders abgelegten
Rechner selbst (mit Hilfe von Linux) zu einem Fileserver umbaust.
Viele Gruesse
Helmut
"Ubuntu" - an African word, meaning "Slackware is too hard for me".
Da gibt's mehrere Arten:
NAS (Network Attached Storage), das sind komplette Dateiserver, die z.B.
NFS oder CIFS sprechen, manchmal auch http, ftp und UPnP. Die gehen
eigentlich mit jedem System, welches diese Protokolle sprechen und
erlauben den gleichzeitigen Zugriff von mehreren Rechnern. Ich habe z.B.
zwei Böxlis aus unserem Hause mit je 2TB für DVB-S-Aufnahmen und bin
recht zufrieden. Die Dinger gibt's aber auch von anderen Herstellern.
c't testet ab und an solche Teile. Häufig sind das kleine embedded
Systeme mit einem Linux 'drauf.
SAN (Storage Area Network), das sind i.W. intelligentere Festplatten,
die z.B. iSCSI sprechen können. Die sieht der Rechner wirklich als
Block-Devices und legt selber ein Dateisystem (z.B. ext3) 'drüber. Da
geht dann gemeinsamer Zugriff erst mal nicht, weil die meisten
Dateisystem-Treiber doch Metadaten cache-n oder es zumindest bei
gleichzeitigem schreibendem Zugriff zu Kollisionen kommen kann, es sei
denn, man installiert ein Cluster-Dateisystem (z.B. gfs), wobei sich die
Beteiligten dann gegenseitig bei Zugriffen synchronisieren.
Lidl hatte mal SAN Platten, die einen eigenen Treiber benötigten. Den
gab's sogar auch für Linux!
NAS ist i.d.R. teurer als SAN, jedoch läßt sich ein Linux-Rechner ja
recht einfach zu einem Samba- oder NFS-Server machen, so daß man da
durchaus ein paar Euro sparen kann.
HTH,
Josef
--
These are my personal views and not those of Fujitsu Technology Solutions!
Josef Möllers (Pinguinpfleger bei FTS)
If failure had no penalty success would not be a prize (T. Pratchett)
Company Details: http://de.ts.fujitsu.com/imprint.html
> Hallo,
>
> wenn man eine dieser externen Festplatten kauft, die man ans LAN
> anhᅵngt, muss man da irgendwas beachten, dass sie auch mit Linux
> funktionieren? Irgendwelche Zugriffs-/Verwaltungstechniken, die man
> vermeiden sollte?
Ich wᅵrde fᅵr Linux drauf achten, dass das Dingens auch NFS beherrscht.
Man kann auch Samba benutzen, es ist aber tendenziell langsamer unter
Linux, und die ggfs. benᅵtigten Berechtigungen seitens Linux lassen sich
nicht wirklich gut abbilden.
Wir haben hier gute Erfahrungen mit einem Qnap TS-109Pro (das "Pro" ist
wichtig - nur das beherrscht auch NFS!) gemacht. Das ist sein Geld wert,
leise und einigermaᅵen schnell. Zudem beherrscht es alle gᅵngigen
Protokolle, die man so braucht.
Ansonsten stimme ich Helmut zu - bei Vorhandensein alter Hardware (Pentium
III oder Coppermine-Celeron, idealerweise) kann man sich sowas auch gut
selberbauen.
Ansgar
--
*** Musik! ***
> Ich wᅵrde fᅵr Linux drauf achten, dass das Dingens auch NFS beherrscht.
NFS ist aber nicht gleich NFS. Wenn schon NFS, dann sollte man darauf
achten, dass es NFS 4 ist. Ich bezweifle aber etwas, dass es das schon bei
vielen "Netzwerkplatten" gibt. NFS 3 mit irgendwie zurecht gefummeltem lock
macht bei gemeinsamer Nutzung immer wieder Probleme, die einem den Spaᅵ
nehmen.
Vieles was bei NFS 3 mehr nach Patchwork aussieht, ist bei NFS 4 neu
durchdacht und ordentlich implementiert.
Ich habe selbst jahrelang NFS im Heimnetzwerk verwendet, hatte aber nie
wirklich Spaᅵ damit. Irgendwann habe ich NFS dann gekickt und bin auf Samba
umgestiegen. Das lief deutlich unkomplizierter. Seit NFS 4 bin ich nun
dabei dessen Einsatz zu planen. Da ich allerdings mit Rechnern mit einem
echten Linux drauf arbeite, statt mit irgendwelchen "Netzwerkplatten" teste
ich derzeit auch Alternativen wie sshfs. Fᅵr manche Dinge ist das eine
richtig gute Lᅵsung. Hauptnachteil ist die hᅵhere Last auf dem Client.
Groᅵer Vorteil ist, dass ich keine Freigaben brauche, sondern nur
ssh-Zugang (den ich ohnehin benᅵtige).
Gruᅵ
Markus
> Ich w�rde f�r Linux drauf achten, dass das Dingens auch NFS beherrscht.
> Man kann auch Samba benutzen, es ist aber tendenziell langsamer unter
> Linux, und die ggfs. ben�tigten Berechtigungen seitens Linux lassen sich
> nicht wirklich gut abbilden.
Hm, was verstehst du unter "gut abbilden"?
Samba kann die UID/GID und die Dateirechte �bertragen. Was fehlt dir da
noch?
Dass es Samba prinzipiell kann, hei�t halt nicht, dass es mit so einem
NAS auch funktioniert. Wenn die Platten FAT formatiert sind, fehlen die
Dateirechte halt, aber dann m�sste auch NFS ins schleudern kommen...
Hallo Felix,
zu dem bereits von Anderen gesagten noch ein paar Überlegungen:
Wenn Du z.Bsp. ne FritzBox hast kannst Du da je nach Modell u.U. auch
schon ne externe USB Festplatte dranhängen. Wäre eine Alternative zur
aufwendigeren und teureren NAS.
Der Geräuschpegel könnte auch ein interessanter Paramater werden - wenn
das zu kaufende Ding 'nen Lüfter hat und im Wohnzimmer steht könnte sich
das störend bemerkbar machen....
Außerdem bliebe zu klären, ob das Ding ständig laufen soll... Stichwort
Stromverbrauch! (der spricht m.E. auch gegen den Einsatz ausgedienter
Rechner mit i.d.R. recht hohen Stromverbräuchen - im Verglich zum Nutzen
und zu einer sparsamen NAS oder externen USB Platte)
Außerdem ist bei NAS Lösungen Datensicherheit bestimmt auch nicht zu
vernachlässigen. RAID 1 ersetzt zwar keine regelmäßigen Backups, aber
daß gleich zwei Festplatten genau gleichzeitig den Geist aufgeben ist
mir noch nie passiert. Da sind die aktuellen Daten zumindest mal vor
Festplattencrashs geschützt.
Ich selbst habe privat von ein paar Tagen eine ALLNET ALL6501 NAS mit
zwei 500GB 2,5" SATA Platten in Betrieb genommen - bin sehr zufrieden
damit. Schön klein (kann man auch mal schnell woanders hin mitnehmen),
kann zeitgesteuert ein und ausgeschaltet werden, RAID 1 (angeblich
hotswap) fähig und auch ohne den mitgelieferten Lüftersockel einsetzbar
- also nahezu geräuschlos. Stromverbrauch ist minimal. Nachteil: die
2,5" Platten sind vergleichsweise teuer und bieten weniger Plattenplatz
(im Vergleich zu den 3,5" Platten). Soll also um Himmels willen keine
Werbung sein!!!
>
> Ziel wäre eher Zugriff auf gemeinsame Daten von verschiedenen
> Familienrechnern (Mac, Win, Linux) als das Speichern privater Daten,
> eine ausgeklügelte Rechteverwaltung ist da wohl nicht nötig.
>
Na ja, wenn man´s hat, will man schnell mehr.... und je mehr Deine neue
NAS bietet, desto weniger willst Du drauf verzichten wollen ;-)
Spar also nicht an der falschen Stelle!
Grüße,
Jörg
> Felix
>
Felix Botz schrieb:
Ein bischen spät, aber immerhin...
Also, Bezug nehmend auf NFS:
Ist bei einer reiner Linux-Umgebung 'ne schöne Sache, du wirst aber um
SAMBA nicht umhinkommen, wenn deine Rechnerlandschaft heterogen ist.
Auch zum Fileserver umgebaute Altrechner würde ich nur bedingt
empfehlen. Sind oft sperrig und fressen doch mehr Leistung als eine
moderne NAS-Platte. Sind allerdings dann billig.
Beim Kuaf einer NAS-Platte sich vorher informieren, wie oft der
Hersteller Firmware-Updates liefert. Da habe ich mit der FS Storagebird
LAN schlechte Erfahrungen gemacht. Da gab's einmal ein größeres Update,
dass zum Zeitpunkt der Veröffentlichung auch schon hoffnungslos
veraltert war.
U.u. musst du dich noch mit smbfs bzw. fuse befassen.
Michael