Hallo Sieghard,
Sieghard Schicktanz schrieb:
> Hallo Andreas,
>
> Du schriebst am Mon, 30 Apr 2012 22:50:29 +0200:
>
>>> Ich habe aber keine SuSi, und ich will auch keine, auch kein Debian -
>>> die sind mir viel zu naseweis.
> ...
>> Was mich jetzt interessieren würde. kannst Du Dir ja denken: In wieweit
>> naseweis?
>
> Es wird zuviel mit distributionsspezifischen Skripten hantiert, die die
> Konfiguration mehr nach den Vorstellungen der Distributions-Entwickler
> vornehmen als nach den Wünschen und dem Bedarf des Benutzers. Man _kann_ da
> zwar dran vorbei konfigurieren, muß aber immer gewärtig sein, daß das
> wieder rückgängig gemacht wird.
Ich mache da eigentlich sehr viel an der offiziellen Automation vorbei
und habe bisher eigentlich keine Probleme damit gehabt. Ja, man muß es
wissen, aber man kann sich problemlos und einfach und dauerhaft dagegen
wehren :-).
> Und wenn man sich in das Skriptsystem so
> 'reingearbeitet hat, daß man tatsächlich seine eigenen Vorstellungen
> realisieren kann, kennt man nicht mehr die Programmkonfiguration, sondern
> spezifisch die der Distribution.
Mache ich nicht so. Wenn ich der Meinung bin, daß Standard besser ist
(für mich), dann mache ich das nach Standard. Fertig. Bei mir wird der
Networkmanager z.B. grundsätzlich als erstes entfernt, weil er meinen
Anforderungen nicht gerecht wird. Teilweise nutze ich das ifup-System,
teilweise fahre ich die Interfaces komplett selbst hoch, mit komplett
eigener Automation.
[...]
Insgesamt hätte ich da jetzt eigentlich einen anderen Einspruch erwartet.
>
>>> Falsches Format - kein rpm hier.
>>
>> Das schon. Aber die Automation und die nötigen Patche sind vorhanden.
>
> Die habe ich jetzt auch so gefunden. Ohne rpm kommt man halt etwas schlecht
> an den Inhalt, und ohne "apt" dasselbe für Debian-Pakete. Es _geht_ zwar,
> aber eben nicht direkt. (Außerdem ist derzeit bei meinem mc das cpio-"VFS"
> irgendwie kaputt, er kann keine cpio-Archive bearbeiten. Warum, konnte ich
> noch nicht nachprüfen, es geht eben einfach nicht. mc V.4.3.8.)
>
> [neue fglrx-Version enthält Problem immer noch]
>> -> Das ist kein AMD-Problem!
>
> Aber nur AMD kann das Problem lösen.
Nein. Siehe Sebastian Siebert.
Warum _muß_ sich eine Firma um die Probleme kümmern, welche von ihr
nicht verursacht werden? Warum muß eine Firma auf zig unterschiedliche
Distris eingehen, bloß weil die sich auf keinen durchgängigen Standard
einigen wollen? Ich würde das als Firma auch nicht tun.
>> Eine Firma, welche auch nur ein wenig auf ihren Ruf bedacht ist, wird
>> Änderungen zuerst testen, bevor sie sie auf die Massen losläßt (=
>
> Sollte wohl so sein. Sie sollte aber auch darauf bedacht sein, bekannte
> Probleme möglichst zügig zu beseitigen.
Ein QA-Prozeß braucht Zeit. Das geht nicht in 5 Minuten.
>> offiziell supported). Anders als die OSS-Entwickler. Daher dauert das
>> eben etwas. Man will ja auch evtl. Seiteneffekte erkennen. Nicht alles,
> ^^^^^^^^^^^^^Nebenwirkungen
>
> Jajaja, nur ist es oft halt auch so, daß die Dauer bis zur Freigabe
> umgekehrt proportional zur Komplexität der Beseitigung ist - die
> schwierigeren Probleme haben Vorrang. Sie sind ja auch interessanter. ;->
Das Eine hat mit dem Anderen nicht zwangsweise was zu tun. Eine einfache
Konfigurationsänderung kann fatalere Auswirkungen haben als eine große
Änderung im Code. Daher muß jeder Change, und sei es nur ein Bit,
intensiv getestet werden, um die Qualität sicherzustellen. Eine Denke,
die im OSS-Umfeld leider nicht so oft zu finden ist.
>>> Sie hätten's ja nichtmal selber finden müssen,...
>
> Und da spielt wohl auch noch das "NIH-Syndrom" "ein wenig" mit...
>
>> Sowohl Kernel 3.3 als auch X 1.12 sind nicht offiziell supported. Du
>> darfst Dich also nicht beklagen, daß es nicht out of the box funktioniert.
>
> Tu' ich ja auch nicht, schließlich funktioniert's ja mit ein bisserl
> Nacharbeit. Es wäre aber eben recht einfach möglich, zumindest im Fall des
> Kernels die Nacharbeit unnötig zu machen, und da kann das eben nur AMD
> machen, auch wenn die Ursache bei Linux liegt. Ich hätte ja nichtmal was
> gesagt, wenn es eine _einfache_ Möglichkeit gäbe,
Einfach ist es für jeden, der weiß, wie es geht :-).
> eine Korrektur (aka
> "Patch") unterzubringen, während oder bevor der Treiber erstellt wird.
> Aber _genau da_ ist die Installation "mit Brettern vernagelt". Und _das_
> ist AMDs Schuld und Zuständigkeit.
Christian Siebert hat aber das Gegenteil bewiesen - sorry :-). Da kommst
Du nicht drumrum.
Christian Siebert ist eine hervorragende Brücke zwischen AMD und OSS
(für openSUSE), zumindest was Schnittstellenprobleme angeht. Er
integriert den Treiber dort sehr gut, so daß selbst Kernelwechsel,
solange sie supported sind von ihm, ohne Neuinstallation von fglrx und
ohne Eingriff des Users von statten gehen. Das macht er hervorragend. Er
hat die Möglichkeiten, sehr schnell auf die Anforderungen, welche sich
aus dem OSS-Umfeld ergeben, zu reagieren. Er kann nach dem Motto, "no
risk, no fun" operieren. Ihn kann man für nichts verantwortlich machen.
Bei AMD sieht das ganz anders aus.
Christian Siebert beweist, daß es problemlos möglich ist, die beiden
Welten zu verbinden - man muß nur wollen und die ideologischen
Scheuklappen ablegen!
Gruß,
Andreas