Hallo Sabine,
Du schriebst am Wed, 8 May 2013 15:28:44 +0200:
> wie die alte Frau, die am Strassenrand steht und die von einem
> Pfadfinder gewaltsam ueber die Strasse gebracht wird, obwohl sie gar
> nicht auf die andere Seite will ;-)
;-)
Aber eigentlich will sie doch in das Gesch�ft weiter hinten auf der anderen
Seite. Allerdings wei� das wieder der Pfadfinder nicht... ];->
> > d) In der Technik sind Bauchgef�hle nicht gut. Alle Entscheidungen
> > sollten gut begr�ndet sein. "Hab ich schon immer so gemacht" ist
> > definitiv keine Begr�ndung
>
> Warum?
Da mu� ich zustimmen - Tradition ist meistens nett, aber oft recht
unsinnig. Wenn sich die Umgebungsbedingungen �ndern, k�nnen neue
Vorgehensweisen besser sein. Mal �berdenken, was man so alles �berfl�ssiges
tut und hat kann sich durchaus vorteilhaft auswirken.
> > Sag ich doch. Dein System *ist* an seine Grenze. Du muss also zur Zeit
> > ein Provisorium nutzen.
>
> Ja, deshalb habe ich ja nach einem Ethernethub gefragt...
Genau, und da es solche nicht mehr gibt, brauchst Du einen Switch, ein
5-Port sollte reichen, mit Steckernetzteil, in einem Kasterl 5x10x20cm�
oder kleiner, wie andere schon gesagt haben, f�r unter 10...an die 20EUR.
> [...]
> Richtig, das nannte sich auf der alten Linux-Kiste glaube ich
> Masquerading, bei dem jetzigen "Zentralrechner" nat. Das habe ich halt
> streng nach Anweisung konfiguriert und seitdem tut es.
Das sind zwei verschiedene Namen f�r dieselbe Funktion. Und das macht auch
jeder DSL-Router, ohne da� man es einstellen mu�, als Voreinstellung.
Im Prinzip ist es genau dasselbe, was Deine Hauptmaschine jetzt auch tut -
Du brauchst eigentlich au�er dem Switch nichts weiter, um Dein Ziel zu
erreichen.
(Blo� langweilt sich dann halt Dein Router;)
Andererseits k�nntest Du wenigstens eine Netzwerkkarte einsparen, indem Du
Dein DSL-"Modem" an eine der beiden anderen anschlie�t und das dem PPPoE-
D�mon sagst. Das st�rt sich nicht, weil das unterschiedliche Protokolle
(sozusagen "Sprachen") sind.
> Protokolle? Warum soll ich auf nat verzichten, wenn es doch
> eingerichtet ist und laeuft?
"Protokolle" sind sozusagen "Kommunikationsverfahren auf hohem Niveau".
Jede Daten�bertragung benutzt ein spezifisches Protokoll, und das i.A. auch
noch geschachtelt: Ethernet kann z.B. u.a. IP, IPX, SNMP, ICMP u.v.a.
�bertragen. IP (Internet Protocol) kann TCP, UDP, SCTP u.a., und �ber TCP
wieder laufen dann u.a. FTP, SSH, SMTP, HTTP, POP3. Die sind da sozusagen
"aufeinander gestapelt", weswegen man bei den Netzwerktreibern auch von
einem "Treiber-Stapel" (driver stack) spricht.
"NAT" (Network Address Translation, Netzwerkadressenumsetzung) ist
demgegen�ber _kein_ Protokoll, sondern eine Hilfsfunktion des Treibers in
einem Router, der sich merken mu�, welcher Rechner "von innen" mit welchem
von "au�en" korrespondiert, weil die Verbindung nach au�en ja (i.A.) nur
�ber eine einzige Adresse l�uft.
> > So ein paar ketzerische Fragen, ich will die Antwort nicht wirklich
> > Welchen Grund gibt es, ppp �ber den rechner zu schalten
>
> Weil bisher noch nie eine andere Moeglichkeit als moeglich oder gar
> erforderlich benannt wurde. Weil ich so die Moeglichkeit habe, immer
> noch ueber ISDN oder Analog-Modem ins Netz zu kommen?
Ja, weil Du bisher Deinen Router (als der er "enttarnt" wurde) bisher nur
als "dummes" Modem gekannt hast. Es ist aber ein praktisch vollwertiger
Rechner mit einer recht umfangreichen Palette an Netzwerkfunktionen -
willst Du die wirklich v�llig ungenutzt lassen?
Wie Du an Deinem System siehst, funktioniert das so ja auch.
BTW, was da datenm��ig �ber DSL l�uft, hat mit ISDN oder analog nichts zu
tun, das sind zwei v�llig separate �bertragungskan�le, auch wenn sie �ber
dieselbe Leitung laufen - etwa so wie die verschiedenen Fernsehkan�le, die
�ber dasselbe kabel kommen.
> > Warum muss der Rechner 24/7 laufen?
>
> Weil ich das so will.
D.h. Du willst viel Strom verbrauchen. Gut, Du bezahlst ihn ja.
> > Warum weist Du jedem rechner ne feste IP zu?
>
> Weil ich das sowieso gemacht habe, bevor ich den dhcp Server
> installiert habe - und die Konfiguration als nicht besonders einfach
> empfunden habe.
Das kann durchaus n�tzlich sein - es erleichtert die �bersicht, wenn man
einen festen Rechnerpark hat, den man nicht laufend erweitern, �ndern oder
f�r G�ste zug�nglich halten mu�.
> > Vertraue darauf, das heute Netzwerktechnik f�r Heimanwender iaR out of
> > the Box funktioniert und spottbillig ist.
Bei solchen Aussagen werde ich immer _sehr_ skeptisch. Richtig, es
funktioniert "iaR" ohne weiteres und problemlos - aber es ist immer besser,
zu wissen, was man sich damit "einf�ngt". Es soll z.B. schon DSL-Router
gegeben haben, die von Haus aus einen Trojaner eingebaut hatten, und "Back
Doors" von Herstellern sind eher zu erwarten. Meine neue Fritz!Box hat sich
auch schon verraten - nach einem Problem damit (sie hat sich einfach "tot
gestellt" und war nur mit Manipulation wieder erreichbar zu bekommen) hat
sie einfach hinterr�cks und ohne R�ckfrage einen nicht einsehbaren (aber
sinnigerweise im Log eingetragenen) Fehlerbericht an den Hersteller
geschickt, was ich _nicht_ akzeptabel finde und wogegen ich heftig
protestieren w�rde, h�tte ich sie gekauft. Gegen�ber dem Provider _habe_
ich auch protestiert.
> > Dein Netz ist mMn so etwas von kompliziert aufgebaut und vermurkst-
> > man kann nur sagen, dass es funktioniert. Aber das reicht nicht.
>
> Wozu reicht es nicht?
Doch, es reicht. Aber es ist schon �berkompliziert, und es gab hier eine
ganze Menge Vorschl�ge zur Vereinfachung. Du kannst daraus nehmen (und
machen), was Dir sinnvoll erscheint.
> >> > Und einen Router kann man wirklich ganz easy konfigurieren.
> >>
> >> Das mag ja sein, aber verstehn die Rechner diesseits eine Routers das
> >> auch?
Die brauchen das nicht zu verstehen - die Konfiguration Deines
Hauptrechners m�ssen sie doch auch nicht "verstehen".
> > Solange die Rechner einen Browser haben, nat�rlich. Als
> > Heimnetzwerkler kenne ich keinen aktuellen Router, der nicht mittels
> > weboberfl�che konfigurierbar ist
Was allerdings auch hei�t, da� die Eingriffsm�glichkeiten auf das
beschr�nkt sind, was diese Oberfl�che zul�sst, und das variiert durchaus.
Manchmal gibt es auch noch andere Zug�nge, aber ohne Systemdokumentation
ist deren Benutzung mit einer Runde "Minesweeper" vergleichbar - mit
scharfen Minen...
> Noe, was ist denn das, "das Internet sehen". Die Rechner sollen
Slang f�r "eine Verbindung ins internet aufbauen k�nnen".
> > Das interne Netz soll einigerma�en gesch�zt vor dem B�sen Internet
> > sein
>
> Habe ich noch nie drueber nachgedacht, aber sicher sollte das so sein,
> ja.
_Das_ ist aber dann ein _sehr_ starkes Argument, Deinen Hauptrechner
_nicht_ DSL-Router spielen zu lassen, sondern einen externen Router als
"Firewall" (mit entsprechender Software) dazwischenzuschalten. Ohne
Software, die den Datenverkehr ins und _aus dem_ internet �berwacht, kann
Deine Maschine recht schnell Sachen machen, die Du nicht willst, die
strafbewehrt sind und recht b�se Folgen haben k�nnen. Und hier in
Deutschland gilt: _der Betreiber eines Rechners ist daf�r verantwortlich_,
da� der Betrieb seiner Rechner keine Gesetze verletzt. Und das gilt _auch
dann_, wenn das durch von au�en ohne sein Wissen installierte Schadsoftware
erfolgt!
Ein spezieller DSL-Router hat normalerweise Vorkehrungen, die die �blichen
China- und Ru�land-Hacker abwehren k�nnen. Vorsicht ist trotzdem
angebracht, und viele Schadsoftware kommt auch deshalb zur Ausf�hrung, weil
der Benutzer eines Web-Dienstes zu unvorsichtig herumgeklickt hat.
> > Im einfachsten Fall nimm eine Fritzbox. Die hat4 Steckdosen f�r den
...
> Toll (echt). Nur dass ich eben keine besitze.
Aber Du besitzt einen entsprechenden Router. Inwieweit der vergleichbar
ist, w�re noch zu pr�fen. Er hat zumindest ja offenbar nur einen
Netzwerkanschlu�, aber daf�r kannst Du ja den (neuen) Switch benutzen. ;-)