Servus,
> Dabei fallen im ansonsten regelmäßigen Spektrum der Träger diese
> Bereiche auf, in denen ein Teilbereich des Funkkanales plötzlich massiv
> breitbandig belegt wird (Bild 1), oder in dem die einzelnen Träger
> allmählich (power control?) breiter und stärker werden bzw. wieder
> dahinschwinden (Bild 2).
>
> Ich gehe davon aus, das ist traffic im downlink.
>
> Im idle-Betrieb scheinen die deutschen Betreiber ja kammartig die
> Unterträger der Nachbarzellen immer um ein Drittel zu versetzen, damit
> sie sich gegenseitig nicht so stören. Wird das dann unter Last
> aufgegeben und mehr Bandbreite belegt? Wird die Interferenz beim
> Nachbarn in Kauf genommen, oder fährt der dann in der Zeit die
> Unterträger komplett runter oder belegt diese zumindest nicht auch mit
> traffic, sondern läßt sie idle?
Ich dachte, das war hier schon mal erklärt worden...
1) LTE ist als reuse=1 System entwickelt worden (das weiss ich
aus erster Hand) d.h. in allen Zellen dürfen (aber nicht müssen)
alle Resourcen (kommt gleich) wiederverwendet werden.
2) LTE (zumindest bei uns FDD 5/10/15/20 MHz) Resourcen sind
pro Carrier (Trägerfrequenz) physical Resource Blocks (PRB), d.h.
gebündelte OFDM Symbole aus 12 Unterträgern (im 15kHz Abstand) und
14 Symbolen in der Zeit (1 Frame = 1ms).
3) Alle logischen Kanäle im DL sind nun Belegungen dieser PRBs,
manche fix (siehe Broadcast Kanäle), manche kurzfristig zugeteilt
(via Scheduler).
4) Ich weiss es nicht selber, könnte es aber irgendwie nachfragen,
ob nun so eine Unterträgerverschiebung mit 0..5..10kHz stattfindet,
die Nachrichtentechnische Theorie sagt aber, das das keinen
Gewinn (Empfängerseitig) erzeugt, weil im Mobifunk vom Sender zum
Empfänger keine Kabel gelegt werden, sondern Mobilfunkkanäle und
damit sieht das Sendesignal eh' schon komisch aus.
5) Die obigen festen Belegungen von PRBs müssten deutlich sein:
die 6 Mittleren d.h. direkt links und rechts des Null-Trägers (
der übrigens ODFM typisch leer bleibt) kommen alle 1ms für 1/7ms
vorbei, der klassische BCH und der DL Signalisierungskanal in dem
steht, für welchen Tln auf welchen PRBs mit welcher Modulation
gerade Daten anliegen.
6) Alles, was in einer Zelle im DL gesendet wird, taucht in
den umliegenden Zellen als Interferenz/Störung wieder auf.
7) Es gibt nun verschiedene Ansätze, wie der obige Scheduler
PRBs belegt, wenn er schlau ist und das Signal zu I Verhältnis
optimiert ...
8) und mit kurzen Ansätzen auf dem Papier kommt man schnell
drauf, das ein System mit festem Reuse=3 oder 4 oder noch höher
schöneres SINR liefert, aber es gilt die alte Regel des Motor-
sports: Hubraum (den wir in der Nachrichtentechnik Bandbreite
nennen) ist durch nichts zu ersetzen, ausser durch mehr Hub-
raum ...
9) damit landen wir wieder dabei, das der Scheduler (unter
Last) immer versucht die ganze Bandbreite zuzuteilen, aber verschiedenen
Tln. andere Teilmengen des Vorrats an PRBs basierend auf der
Information die die Tln über den Kanal zurückliefern.
10) Das das Bauen eines Schedulers nicht direkt einfach ist
(ich spreche da aus Erfahrung) und man garnicht die volle
Optimierung braucht solange man eben nicht Vollast fährt,
kann man verschieden intelligente Scheduler bei den Herstellern
kaufen. Und da gibt's auch einfache Modelle, die Tln. nach
Warteschlange, Round-Robin, auf voller Bandbreite schedulen.
Also zusammengefasst: Unterträgerverschiebung unwahrscheinlich,
Feste Belegung periodisch in der Mitte, ansonsten je nach Last
Blöcke in Zeit und Frequenz die belegt sind.
Und schalten sie auch nächste Woche wieder ein, wenn sie
Dr. Bob sagen hören wollen: Das mit den RLFs muss auch mal aufhören...