Magnus Warker <
war...@mailinator.com> wrote:
> Da ich mit rsync sichere, gefällt mir das maildir-Format gar nicht mal
> so schlecht. So werden nur neue Mails in einem Ordner gesichert. Bei
> mbox müsste wohl jedesmal der ganze Ordner (Datei) gesichert werden,
> oder zumindest "angefasst" werden.
"Anfassen" musst Du die Dateien im Filesystem bei mbox und maildir
gleichermaßen, was insbesondere bei großen Foldern gerade bei mbox
erheblich schneller abläuft als bei maildir (Directory-Scan mit
tausenden oder zehntausenden von Dateien ist meist langsam).
Da man bei mbox in den meisten Fällen nur Daten hinten anhängt
(was den Posteingang verlässt, wird später selten entmistet),
muss rsync bei mbox nur den zusätzlichen Teil am Ende übertragen.
rsync ist clever. Hier hat maildir keinen praxisrelevanten Vorteil.
Früher war ich großer Verfechter von maildir. Das ist auch leicht
gesagt, wenn man sich für ein paar Millionen Storage hinstellt,
dem die einzelnen Dateien nichts ausmachen. Im Alltag hat sich
das nicht bewährt. Die Mailflut ist zu schnell zu groß geworden.
Insbesondere im Firmenumfeld mit seinem gigantischen Mailaufkommen
erfordert bei gleicher Performance maildir erheblich mehr Ressourcen
als mbox.
Das typische Nutzerverhalten ist ein anderes als das, wo maildir
wirklich seine Vorteile ausspielen könnte.
Pro Mail eine Datei zu verwenden, funktioniert nur sinnvoll, wenn
man zusätzlich Datenbanken vorhält, um den Filesystem-Zugriff zu
verringern. Aber das widerspricht der Idee des ursprünglichen
maildir-Formats, konfliktfreie parallele Zugriffe zu gewährleisten.
Bei Dovecot kann man mit dem mbox-Format übrigens durchaus Folder
haben, die zugleich Nachrichten als auch weitere Folder enthalten.
Dafür gibt es im Dovecot-Wiki zwei Konfigurations-Vorschläge,
wodurch Dovecot die Dateien im Filesystem konfliktfrei organisiert.
Grüße, Andreas