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Liebe Fernsehkrimi(redakteure,übersetzer,regisseure,schauspieler)!

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Ignatios Souvatzis

unread,
Apr 4, 2013, 9:55:20 AM4/4/13
to
Für's Protokoll:

Jedesmal, wenn Ihr "Silicon" mit "Silikon" übersetzt oder solcherart
übersetztes sprechen lasst oder sprecht, stirbt ein süßes Kätzchen!

Profi-Tip 1: Klaus Lage und Wolf Maahn hatten damals weder Ahnung von
Englisch noch von Elektronik und kannten auch keinen, der sie hatte.
Im Gegensatz zu Euch haben sie wenigstens noch die Ausrede, dass
sie die ersten waren, die sich das in der Öffentlichkeit geleistet
haben, und dass das ein Vierteljahrhundert her ist.

Profi-Tip 2: Silikon ist das weiche wabbelige Zeugs, das im Bad
zwischen Badewanne und Duschkabine gespritzt oder als Dichtung oder
Schlauch verkauft wird. Silizium ist kristallin, und man macht
Dioden, Transistoren, ganze integrierte Schaltungen oder Solarzellen
daraus.

Profi-Tip 3: Wenn ihr die Übersetzung nicht wißt, fragt Profis.
Für den Anfang: Silicon -> Silizium und Silicone -> Silikon.

G.O.Tuhls

unread,
Apr 4, 2013, 2:47:29 PM4/4/13
to
Am 04.04.2013, 15:55 Uhr, schrieb Ignatios Souvatzis
<u50...@beverly.kleinbus.org>:

[irnkwas über Deppen & Silikon, aber nichts über Titten]

Glaubst Du ersthaft, jemand aus der Zielgruppe lese hier mit?
(Um welches Machwerk ging's eigentlich?)

Gruß
G.O.

Ulrich Heidenreich

unread,
Apr 5, 2013, 4:09:17 AM4/5/13
to
Ignatios Souvatzis in <news:slrnklr1i8....@marie.beverly.kleinbus.org>:

>Profi-Tip 3: Wenn ihr die Übersetzung nicht wißt, fragt Profis.
>Für den Anfang: Silicon -> Silizium und Silicone -> Silikon.

Als es noch Tandy's Radioshack in .de gab, hatten die mal einen
silikonkontrollierten Gleichrichter im Katalog. Und in irgendeiner
SCSI-Doku fanden sich auch Gänseblümchenketten. Man sieht, auch
Profis zu fragen, nutzt nichts: Die von der Technik Ahnung haben,
bringen keine vernünftige Englisch/Deutsch-Übersetzung hin. Jene,
die es korrekt übersetzen könnten, haben keine Ahnung von der
Technik.

CU!
Ulrich
--
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In 8 Monaten und 20 Tagen ist Weihnachten.
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Stellt euch vor, es ist Freitag und keiner geht hin!

Andreas Karrer

unread,
Apr 5, 2013, 4:51:15 AM4/5/13
to
* Ulrich Heidenreich <from!not-fo...@tremornet.de>:
> Ignatios Souvatzis in <news:slrnklr1i8....@marie.beverly.kleinbus.org>:
>
>>Profi-Tip 3: Wenn ihr die Übersetzung nicht wißt, fragt Profis.
>>Für den Anfang: Silicon -> Silizium und Silicone -> Silikon.
>
> Als es noch Tandy's Radioshack in .de gab, hatten die mal einen
> silikonkontrollierten Gleichrichter im Katalog. Und in irgendeiner
> SCSI-Doku fanden sich auch Gänseblümchenketten. Man sieht, auch
> Profis zu fragen, nutzt nichts:

Ich habe mindestens 10 Leute erlebt, von denen ich sicher bin, dass sie
den Unterschied ganz genau kennen, und die dennoch bei einem Vortrag
oder einer Präsentation Silikon statt Silizium gesagt haben. Ebenso
kenne ich eine Anzahl Informatiker, die Algorüthmus sagen, obwohl sie
ganz genau wissen, dass das Wort kein y enthält.

Ich persönlich habe fast alle Bücher von Robert Walser und viele von
Martin Walser gelesen, und es passiert mit häufig, dass ich Martin
sage, wenn ich Robert meine - in der umgekehrten Richtung passieren mir
die Verwechslungen nicht.

Es ist wohl einfach so, dass der Mensch ähnlichlautende Wörter in
nebeneinanderliegenden Schubladen in seinem Oberstübchen ablegt, und
beim Hervorholen erwischt er dann manchmal die falsche, wenn er nicht
genau hinschaut.


- Andi

Ulrich F. Heidenreich

unread,
Apr 5, 2013, 5:13:47 AM4/5/13
to
Andreas Karrer in <news:slrnklt443...@chimborazo.ee.ethz.ch>:

>* Ulrich Heidenreich <from!not-fo...@tremornet.de>:
>> Ignatios Souvatzis in <news:slrnklr1i8....@marie.beverly.kleinbus.org>:
>>
>>>Profi-Tip 3: Wenn ihr die Übersetzung nicht wißt, fragt Profis.
>>>Für den Anfang: Silicon -> Silizium und Silicone -> Silikon.
>>
>> Als es noch Tandy's Radioshack in .de gab, hatten die mal einen
>> silikonkontrollierten Gleichrichter im Katalog. Und in irgendeiner
>> SCSI-Doku fanden sich auch Gänseblümchenketten. Man sieht, auch
>> Profis zu fragen, nutzt nichts:
>
>Ich habe mindestens 10 Leute erlebt, von denen ich sicher bin, dass sie
>den Unterschied ganz genau kennen, und die dennoch bei einem Vortrag
>oder einer Präsentation Silikon statt Silizium gesagt haben.

Auch zu einem Silizium-Thyristor?

CU!
Ulrich
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Andreas Karrer

unread,
Apr 5, 2013, 7:35:05 AM4/5/13
to
* Ulrich F. Heidenreich <from!not-fo...@tremornet.de>:

>>> Profis zu fragen, nutzt nichts:
>>
>>Ich habe mindestens 10 Leute erlebt, von denen ich sicher bin, dass sie
>>den Unterschied ganz genau kennen, und die dennoch bei einem Vortrag
>>oder einer Pr�sentation Silikon statt Silizium gesagt haben.
>
> Auch zu einem Silizium-Thyristor?

Da eher nicht (ohnehin ist da Silizium ziemlich redundant, Germanium-
oder Gallium-Arsenid-Thyristoren sind vergleichsweise extrem selten).

Aber in Formulierungen wie "bevor wir das Zeug in Silikon giessen,
sollten wir noch ..."

- Andi

Ulrich F. Heidenreich

unread,
Apr 5, 2013, 8:02:41 AM4/5/13
to
Andreas Karrer in <news:slrnkltdn9...@chimborazo.ee.ethz.ch>:

>* Ulrich F. Heidenreich <from!not-fo...@tremornet.de>:
>
>>>> Profis zu fragen, nutzt nichts:
>>>
>>>Ich habe mindestens 10 Leute erlebt, von denen ich sicher bin, dass sie
>>>den Unterschied ganz genau kennen, und die dennoch bei einem Vortrag
>>>oder einer Präsentation Silikon statt Silizium gesagt haben.
>>
>> Auch zu einem Silizium-Thyristor?
>
>Da eher nicht

Leider stand er aber nun mal als "silikonkontrollierter Gleichrichter"
im Katalog. Und nicht irgendwo bei Aldi oder Otto, sondern einem
Elektroniksortimenter.

>ohnehin ist da Silizium ziemlich redundant,

Das hat wohl der Angelsachse, der den Thyristor "SCR" (Kurz für "Silicon
Controlled Rectifier" schimpft, nicht bedacht oder gar billigend in Kauf
genommen.

CU!
Ulrich
--
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In 8 Monaten und 20 Tagen ist Weihnachten.
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Volker Borchert

unread,
Apr 5, 2013, 8:50:36 AM4/5/13
to
Ulrich F. Heidenreich wrote:
> Andreas Karrer in <news:slrnkltdn9...@chimborazo.ee.ethz.ch>:
>
> >* Ulrich F. Heidenreich <from!not-fo...@tremornet.de>:
> >>
> >> Auch zu einem Silizium-Thyristor?
>
> >ohnehin ist da Silizium ziemlich redundant,

Beim Thyristor - ja.

> Das hat wohl der Angelsachse, der den Thyristor "SCR" (Kurz für "Silicon
> Controlled Rectifier" schimpft, nicht bedacht oder gar billigend in Kauf
> genommen.

Es gibt/gab auch "controlled rectifiers" ohne Silizium:
Thyratrons, Ignitrons, Kaltkatoden-Relaisröhren.

--

"I'm a doctor, not a mechanic." Dr Leonard McCoy <mc...@ncc1701.starfleet.fed>
"I'm a mechanic, not a doctor." Volker Borchert <v_bor...@despammed.com>

Ralph A. Schmid, dk5ras

unread,
Apr 6, 2013, 12:48:26 AM4/6/13
to
"Ulrich Heidenreich" <from!not-fo...@tremornet.de> wrote:

>Als es noch Tandy's Radioshack in .de gab, hatten die mal einen
>silikonkontrollierten Gleichrichter im Katalog.

Die deutschen Digikey-Kataloge waren auch gut da drin. Zum Glück werde
ich mit den Wälzern nun verschont...


-ras

--

Ralph A. Schmid

http://www.schmid.xxx/ http://www.db0fue.de/
http://www.bclog.de/

Christian Treffler

unread,
Apr 6, 2013, 5:40:58 AM4/6/13
to
Ulrich Heidenreich schrieb:

> Die von der Technik Ahnung haben,
> bringen keine vernünftige Englisch/Deutsch-Übersetzung hin. Jene,
> die es korrekt übersetzen könnten, haben keine Ahnung von der
> Technik.

Jetzt fühle ich mich aber persönlich beleidigt.

CU,
Christian

Ulrich F. Heidenreich

unread,
Apr 6, 2013, 6:20:31 AM4/6/13
to
Christian Treffler in <news:1x7xxwyn...@ID-425.user.individual.de>:
Dann bist Du wohl die Ausnahme, welche die Regel bestätigt. Das Problem
ist aber allgemeiner Natur, welches sich nicht nur im Dunstkreis guter
Techniker und guter Übersetzer bemerkbar macht. Es gibt es auch bei
Programmierern, denen das finanztechnische/steuerrechtliche Fachwissen
fehlt, zum Beispiel eine Fibu zu preogrammieren, während dem gewieften
Finanzbuchhalter wiederum die Programmierkenntnisse fehlen.

Was Ignatios so negativ aufstieß, ist nun mal in vielen Bereichen die
Regel und nicht die Ausnahme. Zum Beispiel auch bei preiswerten und
dennoch guten Ärzten: Die könten ihren Patienten wunderbar helfen, nur
verstehen sie deren Deutsch kaum …

CU!
Ulrich
--
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Stellt euch vor, es ist Samstag und keiner geht hin!

Torsten Mueller

unread,
Apr 6, 2013, 10:22:03 AM4/6/13
to
"Ulrich F. Heidenreich" <from!not-fo...@tremornet.de> schrieb:

> Es gibt es auch bei Programmierern, denen das
> finanztechnische/steuerrechtliche Fachwissen fehlt, zum Beispiel eine
> Fibu zu preogrammieren, während dem gewieften Finanzbuchhalter
> wiederum die Programmierkenntnisse fehlen.

Das ist die Idealvorstellung. Der Programmierer stößt im Regelfalle (!)
auf einen Kunden, der auch über seine eigene (!) Materie nicht allzu gut
bescheidweiß, und muß das eigentliche Problem oft erst mühsam und
manchmal sogar unter Protest herausarbeiten, nicht selten durch eine
grundlegende Analyse bürokratischer Vorgänge inkl. deren Verzweigungen,
Parkpositionen, Schlaufen und anderer Schmankerln. Es gibt Fälle, da ist
die Einführung einer Software der erste Anlaß überhaupt, einmal über die
eigene Arbeit, deren Zweckmäßigkeit und Effektivität nachzudenken.

T.M.

G.O.Tuhls

unread,
Apr 6, 2013, 2:09:53 PM4/6/13
to
Am 06.04.2013, 16:22 Uhr, schrieb Torsten Mueller:
>
> Es gibt Fälle, da ist
> die Einführung einer Software der erste Anlaß überhaupt, einmal über die
> eigene Arbeit, deren Zweckmäßigkeit und Effektivität nachzudenken.

Leider gibt es häufiger Fälle, bei denen diese Überlegungen nicht
angestellt, sondern umständliche Verfahren 1:1 in IT umgesetzt werden. (Da
könnte man fast SAP loben, weil die ihre Kunden zum Überlegen zwingen,
aber leider ist dann das Ergebnis auch nicht besser.)

Gruß
G.O.

Mathias Böwe

unread,
Apr 7, 2013, 12:34:38 PM4/7/13
to
G.O.Tuhls <g.o....@googlemail.com> wrote:

> Leider gibt es häufiger Fälle, bei denen diese Überlegungen nicht
> angestellt, sondern umständliche Verfahren 1:1 in IT umgesetzt werden.

Sowas kann eben passieren, wenn man nur in Grenzen mitdenkt.
Andererseits ist es IMHO nicht unbedingt verkehrt, funktionierende
Verfahren nicht unbesehen umzustellen, denn das Ergebnis könnte *noch*
ineffizienter sein.

> (Da könnte man fast SAP loben, weil die ihre Kunden zum Überlegen zwingen,
> aber leider ist dann das Ergebnis auch nicht besser.)

Ich habe den Eindruck, daß SAP gerne als Ausrede verwendet wird,
bestimmte Prozesse gerade *nicht* anzufassen. Irgendwie wird letztlich
jedes Unternehmen an die Standards von SAP angepaßt, nicht etwa
umgekehrt, obwohl AFAIK dieses Programm das durchaus zuließe.

Naja, und die Benutzeroberfläche, zumindest so, wie sie sich in der
Praxis für den Anwender darstellt, ist hier zweifellos OnT, aber sowas
von! Vermutlich liegt in Walldorf im Giftschrank eine Ausgabe der AHIG.
Man muß ja nicht alles eins zu eins umsetzen, was darin steht, aber ein
wenig inspirieren lassen dürfte man sich schon.

Mathias
--
inzwischen wieder ohne Signatur

Torsten Mueller

unread,
Apr 8, 2013, 1:35:02 AM4/8/13
to
Mathia...@gmx.de (Mathias Bᅵwe) schrieb:

> Andererseits ist es IMHO nicht unbedingt verkehrt, funktionierende
> Verfahren nicht unbesehen umzustellen, denn das Ergebnis kᅵnnte *noch*
> ineffizienter sein.

In der Regel wird es dann vor allem teuer. Und dann gibt's plᅵtzlich
lange Gesichter, wenn Millionen Wᅵhrungseinheiten irgendwohin
verschwinden, wᅵhrend von miᅵglᅵckten Softwareprojekten die Rede ist.

T.M.

Martin Ebert

unread,
Apr 8, 2013, 7:20:42 PM4/8/13
to
Am 06.04.2013 16:22, schrieb Torsten Mueller:
> "Ulrich F. Heidenreich" <from!not-fo...@tremornet.de> schrieb:

Den kenn' ich ... vergessen wir.

> Das ist die Idealvorstellung. Der Programmierer stößt im Regelfalle (!)
> auf einen Kunden, der auch über seine eigene (!) Materie nicht allzu gut
> bescheidweiß, und muß das eigentliche Problem oft erst mühsam und

Keine Neuigkeit.
Die wichtigste Lehrstunde war knapp vor der Wende, jaja DDR:
Cheffe zu mir: "Die wissen, dass es ein Problem gibt. Aber sie
können es nicht beschreiben. Entweder bleibst Du Coder oder Du
findest deren Problem."

> manchmal sogar unter Protest herausarbeiten, nicht selten durch eine
> grundlegende Analyse bürokratischer Vorgänge inkl. deren Verzweigungen,
> Parkpositionen, Schlaufen und anderer Schmankerln.

Rein technische Abläufe lasse ich mal außen vor:
Das mag alles sein. Aber gleichzeitig klingst Du wie ein Unternehmens-
berater. Aber das sind wir nicht.

Wenn wir das tun, was Du andeutest, kommt im großen Rahmen folgendes
raus: Der Kunde definiert zunächst "Produkte", also nicht wirkliche
solche - sondern fiktive. Und danach definiert er "Prozesse", damit
"wir" (also Du und ich) daraus "workflows" erkennen und sodann in
Software gießen.

Das mag ja alles gut gehen, wenn von einem Fließband drei Sorten
Marmelade runter purzeln - aber der Normalfall ist das nicht.

Sondern im Ergebnis gibt es gar keinen "Prozess", der Deinen Anruf
bei der Hotline "händeln" kann - da kannst Du eskalieren wie Du willst.

> Es gibt Fälle, da ist
> die Einführung einer Software der erste Anlaß überhaupt, einmal über die
> eigene Arbeit, deren Zweckmäßigkeit und Effektivität nachzudenken.

Das sind genau die 30.000, die der Konzern bei der nächsten Krise
dem Arbeitsamt übergibt: Aufwuchs durch Pseudoaufgaben der Chefetage.
Dieser Art übrigens: "Ich brauche ein Ampelsystem: Grün-gelb-rot."

Der o.g. Lehrmeister hatte noch einen Satz, Stichwort Bleistift.
Man kann Massenprozesse automatisieren. Einzelanforderungen sind nicht
automatisierbar - höchstens um den Preis der bisherigen Effizienz.

Mt

Torsten Mueller

unread,
Apr 9, 2013, 2:14:45 AM4/9/13
to
Martin Ebert <mx...@gmx.net> schrieb:

> > manchmal sogar unter Protest herausarbeiten, nicht selten durch eine
> > grundlegende Analyse bᅵrokratischer Vorgᅵnge inkl. deren
> > Verzweigungen, Parkpositionen, Schlaufen und anderer Schmankerln.
>
> Rein technische Ablᅵufe lasse ich mal auᅵen vor:
> Das mag alles sein. Aber gleichzeitig klingst Du wie ein Unternehmens-
> berater. Aber das sind wir nicht.

Was heiᅵt Unternehmensberater? Und was ist schlecht daran? (Die
Tatsache, daᅵ es anmaᅵende Idioten unter ihnen gibt, reicht nicht als
Kriterium.) - Ich hab meinen (und eigentlich jeden) Beruf immer so
begriffen, daᅵ es letztendlich darauf ankommt, Lᅵsungen zu finden, die
einen Kunden voranbringen, idealerweise zu beiderseitigem Vorteil. Dem
Kunden etwas aufzuschwatzen, vielleicht noch etwas, das er gar nicht
will und braucht, ist etwas ganz anderes.

> Das mag ja alles gut gehen, wenn von einem Flieᅵband drei Sorten
> Marmelade runter purzeln - aber der Normalfall ist das nicht.

Was willste machen, wenn der Kunde nicht weiᅵ, was er eigentlich will?
Das ist fast der Normalfall. Das ist oft auch eine menschliche,
persᅵnliche Frage. Es gibt Verantwortliche, die sind schlicht zu
dᅵmlich, ihre Verantwortung zu tragen, insbesondere je grᅵᅵer die
Hierarchie ist, der er angehᅵrt. Die entscheiden einfach irgendwas,
schlimmer noch: sie entscheiden gar nicht. Und das, obwohl vielleicht
gleichzeitig mehrere Firmen daran beteiligt sind und koordiniert werden
mᅵssen.

Ich hab zehn Jahre lang in einer Firma gearbeitet, die komplette
Behᅵrden verschiedener Art bis hin zu mehreren Landesministerien in ganz
Deutschland ausgerᅵstet hat. Diese Beamten einmal ihre Prozesse
aufzeichnen zu lassen und kritische Dinge zu hinterfragen, ist oft keine
schlechte Idee. Wenn man das nicht tut, wird es teures Gewurschtel, das
sich ᅵber Jahre hinzieht, aber niemandem richtig dienlich ist.

> > Es gibt Fᅵlle, da ist die Einfᅵhrung einer Software der erste Anlaᅵ
> > ᅵberhaupt, einmal ᅵber die eigene Arbeit, deren Zweckmᅵᅵigkeit und
> > Effektivitᅵt nachzudenken.
>
> Das sind genau die 30.000, die der Konzern bei der nᅵchsten Krise dem
> Arbeitsamt ᅵbergibt:

Kein gutes Argument. Das hieᅵe ja, wenn wir Vollbeschᅵftigung wollen,
hᅵren wir auf zu produzieren und gehen wieder alle Jagen und Sammeln.

> Der o.g. Lehrmeister hatte noch einen Satz, Stichwort Bleistift. Man
> kann Massenprozesse automatisieren. Einzelanforderungen sind nicht
> automatisierbar - hᅵchstens um den Preis der bisherigen Effizienz.

Erstens ist eine Software nicht zwingend ein Automat. Sie unterstᅵtzt
nicht selten einen lebendigen Menschen bei seiner Arbeit, egal wozu der
sich gerade entscheidet. Zweitens sind Behᅵrden, die mit Menschen
arbeiten, mit Immobilien, Geldern, Umweltdaten und was weiᅵ ich, oder
auch Firmen groᅵe Mechanismen mit weitgehend festgelegten Ablᅵufen,
deren Prozesse durchaus ganz gut abbildbar sind, ganz gleich, ob sie am
Ende nun tatsᅵchlich automatisch oder von Hand gesteuert ablaufen.

Schwierig wird's eigentlich immer erst dann, wenn eine Seite die
ᅵberzeugung verliert, daᅵ es um die Lᅵsung eines Problems geht, d.h.
statt dessen primᅵr dran verdienen oder etwas ganz anderes, vielleicht
auch gar nichts will. Diese ᅵberzeugung allerdings lᅵᅵt beiden Seiten
Spielraum, und ggf. muᅵ ein Softwareentwickler auch weit auf
Kundenterritorium, wenn er merkt, daᅵ von der anderen Seite nichts
kommt.

T.M.

Ignatios Souvatzis

unread,
Apr 12, 2013, 5:50:18 AM4/12/13
to
Andreas Karrer wrote:

> Aber in Formulierungen wie "bevor wir das Zeug in Silikon giessen,
> sollten wir noch ..."

Bei Elektronik, die in feuchten Umgebungen eingesetzt wird, ist
das durchaus sinnvoll.

-is
--
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