Oliver Sch@d <
spam.entfernen.und.bring...@oschad.de>:
> da hab ich mich angeboten einen Rechner fᅵr Schwiegervater zu
> installieren und weil er Windows 8 verfluchte ("Kᅵnnen die nicht einfach
> mal alles so lassen wie es ist? Ich finde nichts wieder"), wollte er
> jetzt Linux probieren. Vom Sohnemann schon Ubuntu vorgeschlagen
> bekommen, also soll er Ubuntu bekommen - aber in LTS versteht sich, soll
> ja mᅵglichst lange gleich aussehen.
Mutig, aber es gibt sowas haeufiger und die Bekannten sind damit
eigentlich recht Erfolgreich.
> Ich hatte kurz mit CentOS geliebᅵugelt, hatte aber Sorgen wegen Desktop-
> Featuritis.
Das waere dann ja Koerperverletzung gewesen, und die ist auch
innerhalb der Familie Strafbar!
> Mit Ubuntu lernte ich aber erst die "Einfachheit" kennen und auch die
> "Vorzᅵge" von EFI. Ist das eine grottige Kacke alles zusammen, das geht
> ja gar nicht.
> Ubuntu schlᅵgt vor eine PC-BIOS-Partition anzulegen, nur so kᅵnnte es
> mit GPT starten (3 TB-Platte). Ok, ich hab ehrlich gesagt keine Ahnung,
> was das sein soll, also habe ich es *nicht* gemacht. Ok, wie sich
> herausstellte geht das so nicht, Start funktioniert nicht.
Lektion #1 im Unbuntuland: Gehirn ausschalten.
Lektion #2 im Unbuntuland: Immer auf Ok klicken.
> Ok, dann hab ich diese Partition eingerichtet. LVM kann ᅵbrigens Ubuntu
> super: es wird weder im Menᅵ angeboten und wenn man es hᅵndisch wᅵhrend
> der Installation reinhaut, dann findet der Installer, dass man in ein
> Volume erstmal eine Partitionstabelle knallen mᅵsste - oh mein Gott.
Siehe Oben. Hint: LVM ist der Default wenn du einfach garnicht an
den Einstellhebeln herumpfriemelst.
> Aber auch nach der Einrichtung der BIOS-Partition wurde mir immer
> gemeldet, dass keine Festplatte gefunden worden wᅵre.
S.O.
> Ok, also hab ich eine zweite Platte eingebaut, 250 GB SSD und siehe da:
> auch ein Ubuntu kann man installieren, hᅵndisch LVM eingerichtet
> hinterher, DM-Module fᅵr die Initramfs reingehauen, neue RAM-Disk
> gebaut, /etc/fstab angepasst und "schon" kann auch ein Ubuntu LVM -
> Drecksteil.
Tue bitte dir und uns allen folgenden Gefallen: Fasse NIE, und damit
meine ich unter GAR KEINEN UMSTAENDEN jemals einen Apple Mac an.
Versuche niemals OSX zu installieren oder konfigurieren. Bitte nicht!
Ich habe Bekannte die an einen Computer genauso herangehen wie du -
ich selbst kenne aus eigener Erfahrung diese Herangehensweise - nur
ist das vollkommen Inkompatibel mit solchen Systemen!
Zur Ueberraschung aller seiner Freunde, Kollegen und Bekannten hatte
er sich vor ein paar Jahren einen Macbook gekauft.
Er ist damit nicht gluecklich geworden.
Dir wuerde es genauso ergehen.
> Was haben die da eigentlich als Standardoberflᅵche - ist das Gnome? Das
Wen interessiert die Technologie? Man klickt die default ab und
*benutzt* das alles einfach so, wie vorgesetzt.
Du hast Unbuntu ganz offensichtlich nicht verstanden.
> sieht aus wie Mac. Die Menᅵleiste des gerade aktiven Fensters, wo immer
Ach. Das ist *Absicht*.
> sich dieses Fenster auch gerade befindet, ist im Kopf des Desktops. Das
> erleichtert einem die Arbeit ungemein, wenn man mit einem
Natuerlich. Wenn man sich daran einmal gewoehnt hat, ist es viel
Ergonomischer.
Merke: Du darfst nicht erwarten, dass du deinen Desktop ungestraft an
deine Beduerfnisse und Befindlichkeiten anpassen kannst - nein, um
so ein System unfallfrei nutzen zu koennen, musst *du* *dich* an die
Vorgaben anpassen!
Das meine ich uebrigens ausnahmsweise Ernst. Genau das ist das
Geheimnis. Das ist so wie eine Beziehung zu einer/m
Lebensabschnittsgefaehrtin/en: Solange du versuchst SIE/IHN zu aendern
und an deine Beduerfnisse anzupassen wirst du nicht gluecklich. Erst wenn
du verstanden hast, dass du bei dir Kompromisse eingehen musst...
> Programmfenster arbeitet, was rechts unten in der Ecke ist und man immer
> nach links oben in die Menᅵleiste wechseln darf. WTF? Ich nehme an, dass
> ein Mac-^WGnome-Benutzer immer nur im Vollbildmodus arbeitet, sonst ist
> dieses Konzept einfach nur fᅵr die Mᅵlltonne. Warum ich auf einem
> Display mit >=2k Pixel in der Horizontale nur ein Fenster benutzen soll,
> erschlieᅵt sich wohl nur in der Einfachheitswelt von Mac^WGnome-
> Benutzern.
Das ist uebrigens keine Frage der Technologie sondern der Philosophie.
Darum ist es auch sinnfrei auf technischer Ebene ueber die Details zu
Diskutieren.
> Na ja, noch Auto-Updates eingerichtet mit cron-apt, VPN installiert fᅵr
> Fernwartung. Jetzt ᅵberlege ich noch, ob ich KDE installieren soll, aber
> ich ahne da ja schon schlimmes, wenn es Kubuntu und Co. gibt. Warum zur
> Hᅵlle macht man eine ganze Sammlung desktop-spezifischer Distributionen?
Mit Anderen Worten: Du hast ein Debian ueber den Umweg eines
Unbuntu-Installationsmedium draufgeklatscht, durch herumpfriemeln deinen
ganz persoenlichen Fingerabdruck sowohl am Desktop als auch diversen
Systemunterstuetzungsroutinen hinterlassen und hoffst dennoch deinen
Wartungsaufwand reduzieren zu koennen?
> Jedenfalls hatte ich jetzt auch mal das "Glᅵck" ein Windows 8 live zu
> sehen. Also ich dachte auch nur, dass meine kleine Tochter auch so
> Spielautomaten hat, die so aussehen, aber dann sind es statt 5 Knᅵpfen
> dann 20-30 Kacheln. Ich bleibe da doch lieber bei i3. Diese Kacheln
> sehen wirklich total bescheuert aus, unᅵbersichtlich, unstrukturiert,
> verschiedene Grᅵᅵen und keine Hierarchie.
Ja, Windows 8 ist schlimm. Darum entfernt man dieses ja auch nach Kauf
eines neuen PCs und ersetzt es durch Windows 7.
> Das wirkt so aufgerᅵumt, als wenn ich einen Haufen verschieden groᅵer
> und farbiger Klebezettel auf eine Tafel kreuz und quer klebe. Hey,
> Windows 8 ist so wie Scrum-Boards.
Abseits dieser Diskussion kann ich nur jedem (bei Typen wie meinem
Bekannten und auch dir nur mit unten stehender Einschraenkung)
empfehlen, der in einer aehnlichen Ausgangssituation ist:
KAUFT IHNEN EINEN MAC**!
Jede Erfahrung* diesbezueglich aus dem groesseren Ver-/Bekannten- und
Kollegenkreis der letzten 15 jahre gibt mir damit Recht.
Fuer Linux-Typen, die es nicht lassen koennen an den Systemvorgaben
selbst herumzupfriemeln oder eine eigene Auswahl an Komponenten zu
installieren muss ich die Einschraenkung aussprechen: Lasst es!
Wenn das System nicht vollstaendig mit Defaults zu installieren ist,
machst du was verkehrt.
* (laenger: drei Absaetze)
Wenn du $DAU/ONU einen Windows-PC hinstellst, und du nicht die
notwendigen Tage an Konfigurations- und Schulungsaufwand investierst
um das halbwegs betriebsstabil zu machen, wirst du in der Woche
mehrmals mit Supportanfragen gequaelt. Regelmaessig (mehrmals pro
Jahr) wirst du das System Reparieren oder gar neu installieren
muessen. Und selbst wenn du die vielen Stunden investierst (z.B. aus
Basteltrieb heraus, muss ja keine Qual sein), wirst du bestenfalls den
Supportaufwand auf paar Mal pro Monat reduzieren koennen.
Jeder der schon mal $ELTERN&Co. sowas gebaut hat wird diese These bestaetigen
koennen. Im K-Fall braucht man idR. mehrere Stunden um ein Windows-System
zum letzten Stand hin zu recovern. Unter lokaler Anwesenheit. Sofern
man Geld fuer eine brauchbare Backuploesung ausgegeben hat.
Bei Linux sieht das schon ein bisschen anders aus: Hier ist der aehnlich
hohe Vorbereitende Aufwand zwingend notwendig (ohne gehts garnicht).
Dafuer ist der Supportaufwand im Normalfall geringer. Mit geschickter
Vorbereitung kann man auch den obligatorischen K-Fall einfach und
schnell Meistern. Groesster Nachteil: die Nutzer lernen den Umgang mit
einem Linux-Desktop, kommen mit anderen Systemen so nicht zurecht.
Das Umlernen von Windows-Versauten ist mit hohem Supportaufwand verbunden.
Bei einem Mac mit OSX ist der Vorbereitende Aufwand im schlimmsten
Fall ein halber Tag wenn man sowas zum ersten Mal fuer jemand anderes
Einrichtet. Der Supportaufwand liegt idR. bei einem Bruchteil von
obigem (weniger als einmal/Monat, bei vielen keine drei mal pro Jahr).
Dank eingebauten trivial zu administrierenden und nutzbaren Backup/Restore
ist das Recovern im K-Fall in ner halben Stunde erledigt. Remote. BTDT.
Der Nachteil oben bei Linux gilt jedoch auch hier - allerdings nur
ausserhalb der Apple-Welt. Bei Linux gilt das auch innerhalb der
Linux-Welt, denn mit dem, was ONU unter Unbunt Desktop lernt, kann
er auf einem SuSE-Desktop genau garnichts anfangen.
** Siehe Sig.
Auch wenn es vielleicht nicht als Hilfreich erkennbar war: HTH
Juergen
--
Juergen P. Meier - "This World is about to be Destroyed!"
"[Tell him to] buy an iMac. It's a computer especially built for idio...
for mommies and daddies."
Three Dead Trolls In a Baggie: The Internet Helpdesk