Am 20.03.2013 19:08, schrieb Hans Bonfigt:
> Juergen Ilse:
>
>> Eigentlich kennt man hPa doch vom Wetterbericht: Luftdruck wird doch
>> IIRC seit etlichen Jahren schon in hPa statt in mBar angegeben, oder?
>
> Ich schalte immer auf Durchzug, wenn ich Wetterbericht nur höre.
>
> Dreambox-Syndrom: Ich gucke kein Fernseh mehr, sondern wähle die Filme,
> die ich sehen möchte, über das Browserinterface unseres Recorders aus
> und gucke dann von DVD, die FRAU werbungsbereinigt gebrannt hat.
>
> 'bar' ist die vielleicht nich SI-konforme, aber völlig kompatible
> Einheit, die in guter Näherung auf dem atmosphärischen Druck basiert.
>
> Aber "Hektopascal" ? Eher so 'was für Hundeliebhaber.
> Wenn das so weitergeht mit dem Technobürokratismus, müssen wir wohl in
> Zukunft Längenmaße in Attoparsec angeben, ist ja sooo einfach ...
Naja, Geschwindigkeiten gibt man ja mancherorts(TM) auch in nautischen
Meilen pro Venustag an, insofern...
>> Ich haette jetzt nur "Messschieber" gesagt, aber im Grunde genommen
>> hat er recht.
> "Im Grunde genommen" ist die Wurzel allen Übels.
Wer ernsthaft(TM) messen will, benutzt dazu eh kein mechanisches Gerät,
das eine prinzipbedingt eingebaute Längsverkantung und dafür keine
Parallelausrichtung und eine völlig undefinierte Meßkraft hat.
Mit richtiger(TM) Handhabung kannst Du mit so nem Teil selbst in
"Präszisionsausführung" am gleichen Meßpunkt jedes beliebige Meßergebnis
+/- 0,2mm erzeugen. Nein, eine Digitalanzeige macht das Ergebnis _nicht_
genauer als der Nonius, nur bequemer abzulesen. Die zweite Stelle der
Digitalanzeige ist ohnehin direkt aus /dev/random.
> Was herauskommt beim Versuch, alles richtig zu machen, kannst Du am
> Beispiel eines Einkommensteuerformulars sehen.
Was ist an dem bitte richtig gemacht? Das strotzt ja nur so vor
Ergonomie- und Verständlichkeitskatastrophen. Gib das Ding nem
professionellen Formulardesigner in die Hand und da bleibt von den
Texten über die Farben bis zur Anordnung der Elemente unter Garantie
kein Stein auf dem anderen.
>> "Schieblehre" ist eigentlich eine verkorkste und falsche Bezeichnung.
> Aber geläufig wie "Schraubenzieher" und eingängig wie "Reibahle".
Geläufig für das genannte instrument ist bei ernsthaft arbeitenden
Technikern wie gesagt der Begriff "Schätzhaken". Und der trifft es sogar
ziemlich gut.
> Kannst Du dir einen Hanwerker vorstellen, der seinen Kollegen bittet,
> 'mal den "Klappgliedermaßstab" 'rüberzuwerfen?
> Übrigens sollten
> gerade Germanisten, die sowieso nie einen Zollstock anfassen, sich nicht
> anheischig machen, neue Begriffslächerlichkeiten dafür zu ersinnen.
Nunja, hierzulande heißt das Ding umgangssprachlich schon lang
SI-konform "Meterstab". Oder auch "Längenratehilfe" - denn zu mehr
taugts eh wieder nicht.
>>> Leider habe ich vergessen, ihn zu fragen, was ein Nonius ist und wie
>>> man den 'Flachmeßschieber' abliest.
>> Das ist so trivial, das sollte eigentlich jeder koennen, der so ein
>> Ding mal naeher betrachtet hat ...
> Deinen Glauben an die Menschheit möchte ich dir nicht nehmen.
Naja, den Nonius ablesen können ist das eine - ihn dazu zu bringen, ein
korrektes Ergebnis anzuzeigen das andere.
--
Erhard Schwenk
Akkordeonjugend Baden-Württemberg -
http://www.akkordeonjugend.de/