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ADHS und Partnerschaft - eine Herausforderung.

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Rudolf Sponsel

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May 12, 2009, 5:46:17 PM5/12/09
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Buchpräsentation: Ryffel-Rawak, Doris (2007). ADHS und Partnerschaft - eine
Herausforderung. Mit einem Geleitwort von Johanna und Klaus-Henning Krause.
Huber. 149 S., 14 Illustrationen der Autorin, Gb.

http://www.sgipt.org/lit/huber/RyfRaw.htm

Bewertung: Das Buch spricht ein sehr wichtiges Thema an, insbesondere wenn bei
einem Paar ein Partner von ADHS betroffen ist. Es wird eine fiktive Paargruppe
konstruiert mit acht von ADHS betroffenen TeilnehmerInnen (Elena., Thomas,
Amelie, Peter, Madeleine, Andreas, Julia, Frank) und ein nicht von ADHS
betroffener Partner (Herr W.) als Gast in der 5. Sitzung.
Die Therapieempfehlungen sind sehr allgemein gehalten und auch mal
unverständlich, problematisch bis widersprüchlich oder etwas unrealistisch
märchenhaft. Der Grundwiderspruch (>Eingangszitat) jeder ADHS Therapie wird
nur oberflächlich gestreift, im Kern und in der Tiefe aber außen vorgelassen:
Das ist eine Hauptschwäche vieler ADS Bücher. Die vielen Störungen und Mängel
kann man zwar wissen und vielleicht auch ein bisschen verstehen im Sinne von
begreifen, aber deshalb nerven die Ausfallerscheinungen nicht weniger. Was
also tun? Und so fehlen denn hier wie auch meist ganz konkrete
Therapieprogramme für die einzelnen Störungen, z.B. nicht richtig zuhören,
abdriften und nicht zurückfinden oder zur Kontrolle der Impulsivität. Ein
wenig schade ist auch, dass auf die doch zahlreich lange vorhandenen
Partnertherapieprogramme wenig eingegangen wird (z.B. kontrollierter Dialog,
Münsteraner DGVT-Partnertraining). Doch es gibt auch richtig praktisch
nützliche Tips, z.B. wenn empfohlen wird, die Abfuhr motorischer Unruhe über
Nägelzupfen durch Stricken zu ersetzen (S. 137) oder die
ressourcenaktivierende Ermutigung, den Traumjob einfach mal anzupacken.
Da viele ADHS Merkmale sehr gut beschrieben und benannt werden, kann es für
viele, vielleicht auch gerade für nicht betroffene ADHS-Partner wichtige und
nützliche Dienste leisten, die erstmals ein Grundverständnis fördern.
Beeindruckt hat mich der mutige und richtige Ausspruch (S. 134): "Die
Diagnose ADHS ist eine Erklärung, als Entschuldigung darf sie nicht gelten."

--
Bessere Zeiten ...
Rudolf Sponsel, Erlangen

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