g.reuter schrieb:
>
> Seit einem Jahr nehme ich kontinuierlich zu, mittlerweile 11 Kilo, ein kg
> pro Monat. Als es vor einem Jahr anfing, ging ich zu meiner Ärztin, die mir
> Blut abnahm, das war allerdings in Ordnung. Als nach 6 Monaten die
> Gewichtszunahme nicht aufhörte und ich extrem schwitzte, wurde ich zum
> Ultraschall geschickt, wo ein kühler Knoten diagnostiziert wurde.
man kann mit Ultraschall keine Aussage darüber treffen, ob ein Knoten
"kühl" oder "warm" ist, auch wenn das immer mal wieder in einem Befund
zu lesen ist. Ich würde die Durchführung einer Schilddrüsenszintigraphie
empfehlen, damit ist diese Frage zu beantworten.
MfG
Max
--
Dr. Max Puille
email: Max.F....@radiol.med.uni-giessen.de
g.reuter schrieb in Nachricht ...
>Seit einem Jahr nehme ich kontinuierlich zu, mittlerweile 11 Kilo, ein
kg
>pro Monat.
Bist Du eigentlich Männlein oder Weiblein? :-)
>Wer hat einen Rat?
Gab es vor einem Jahr bei Dir gesundheitlich wichtige Ereignisse? Warum
soll für die Gewichtszunahme die Schilddrüse verantwortlich sein?
Früher hat man zur Gewichtsreduktion die Schilddrüse angeheizt mit
Schilddrüsenpräparaten, Schilddrüsenhormonen und/oder hohen Iod-Dosen
bzw. Tang. Das gilt heute als gefährlich, da es manchmal zu heftigen
Reaktionen der Schilddrüse kommt, die lebensgefährlich sein können. Dann
muß man schon viel Glück haben und an einen ungewöhnlich fähigen
Intensivmediziner geraten, der das in der Notfallsituation sofort auf
die Schilddrüse zurückführt. Bei Dir wird dieses Risiko aber eher nicht
mehr bestehen. Nimm ruhig diese 200 mkg ein. Meeresfisch wäre
theoretisch günstiger, aber der enthält bekanntlich sehr viel Blei und
Cadmium und ist daher auch nicht mehr das, was er früher mal war.
Außerdem wäre es denkbar, den Grundumsatz durch unerwünschte
Arzneimittelnebenwirkungen oder Gewerbegifte zu erniedrigen. Das
behandelt man dann aber möglichst nicht durch Stimulierung der
Schilddrüse, sondern durch Beseitigung der Ursachen.
OP an der Schilddrüse und sonstige schwere OP können für eine gewisse
Zeit die Bildung eines speziellen Schilddrüsenhormons bewirken und dann
nachhaltig den Grundumsatz beeinflussen. Das Vegetativum besitzt eine
Art Reizgedächtnis, so daß die eigentliche Ursache nicht mehr
fortbestehen muß, der Reiz jedoch weiter anhält. Ich bezeichne das gern
als "verklemmtes Relais" oder "Selbsthalteschaltung". Hier kann man
zumeist mit Akupunktur oder Neuraltherapie helfen, es gibt jedoch viele
weitere Möglichkeiten, Regulationsblockaden zu normalisieren. Eine
regelmäßige, wohldosierte Blutspende kann übrigens auch in diesem Sinne
wirken.
Die Schilddrüse und ihre Hormone werden durch sehr viele Medikamente
(z.B. Blutdrucksenker, Lipidsenker, Aspirin, Cortison, "Pille") und
Drogen (Kaffee, Kakao, Alkohol, Nikotin, Heroin, Methadon), gewerbliche
Gifte oder gesundheitliche Faktoren wie Fasten, Überernährung,
Leberbelastung, Depression, Fettsucht, Stress, akute oder chronische
Krankheiten mehr oder weniger stark beeinflußt.
Aus diesem Grunde kann die routinemäßige Laborbestimmung nichtsagend
oder wertlos (d.h. verfälscht) sein, wenn man nicht zufällig an einen
erstrangigen Spezialisten gerät, der sich sehr viel Zeit für seine
Patienten nimmt. Leider benötigen die niedergelassenen Endokrinologen
heute eine sehr kostspielige Ausrüstung (daher hohe Kredite), die zur
fließbandmäßigen Arbeit zwingt. Häufig lassen gerade solche Spezialisten
die Routinearbeit auch von Anfängern machen...
Nur sehr naive Gemüter glauben, daß die Schilddrüse
durchsichtig ist wie kein anderes Organ. Sie ist eines unserer
sensibelsten, kompliziertesten und undurchsichtigsten Organe. Mit
Ultraschall kann man übrigens kaum etwas sehen. So einen Knoten haben
hierzulande sehr viele Menschen. Die Szintigraphie ist nicht viel
besser; bei Verwendung von radioaktiven Stoffen entsteht ein
zusätzliches Risiko. Radioaktive Strahlung gilt bei den orthodoxen
Schulmedizinern als erstrangige Krebsursache. Bei der Szintigraphie
bestreiten die gleichen Leute das wieder. Seltsam, diese Logik.
Ich tippe bei Dir eher auf essen und trinken. Gewichtsreduktion ist
nicht schwer, wenn man sich vollständig vegetarisch (d.h. mit Obst und
Gemüse, letzteres gern auch gegart) ernährt und diese Kost mindestens 9
Monate beibehält. Solange brauchen Schilddrüse, Hypophyse, Hypothalamus
und höhere Zentren erfahrungsgemäß, um sich umzustellen. Man kann und
soll sich sogar sattessen. Anschließend kann man durchaus wieder in
vernünftigen Maßen "sündigen". Wichtig ist allerdings, daß man die
grundsätzliche Ernährungsumstellung beibehält. Die "Schilddrüse" (oder
welches Organ auch immer) registriert andernfalls diese Hungersnöte und
sorgt für gefüllte Fettspeicher. Etwas Sport (zuerst Ausdauer-, später
gern auch Leistungssport) erleichtert das Abnehmen. Mehr braucht man zum
Abspecken eigentlich nicht zu wissen. Es klappt immer.
Je mehr man Kompromisse eingehen will, desto mehr muß man Kalorien
zählen und dann auch umfangreiche Literatur studieren oder Lehrgänge
besuchen. Wenn man Zucker und Auszugmehlprodukte (Brot, Nudeln,
Süßigkeiten u.ä.) sowie Alkohol als vegetarisch und daher erlaubt
interpretiert, macht man einen Fehler. Alkohol hemmt den Fettabbau,
fördert Fetteinbau und -neubildung und bewirkt bei Reduktionskost (d.h.
bei leeren Kohlenhydratspeichern) unüberwindlichen Heißhunger. Außerdem
ist er energiereich wie reines Öl und schwächt die Willenskraft.
Süßstoff als Zuckerersatz ist zum Abspecken im allgemeinen nicht
notwendig, manche Autoren halten ihn sogar für ungünstig. Man kann Tee
sparsam mit Honig süßen. Wenn man ihn sehr langsam und in sehr kleinen
Schlucken trinkt, vergeht davon sogar der Hunger durch Beeinflussung von
zentralen Meßstationen.
Akupunktur hat sich auch bei Bekämpfung der Eßsucht bewährt. Sie kann
allerdings wegen des Zeitaufwandes relativ teuer sein. Meine Hausärztin
macht das gratis für ihre Patienten. Vielleicht gibt es noch mehr von
diesen Engeln.
Eine Flasche Wein am Abend (egal ob extra trocken oder lieblich) macht
zumeist alle Abspeckbemühungen zunichte (siehe oben) und bringt durch
mangelhafte Absorption von Vitaminen und Ausschwemmen wichtiger
Mineralstoffe zusätzliche Probleme.
Viel Geduld und viel Erfolg
beim Abspecken!
Reinhard
"g.reuter" schrieb:
> Seit einem Jahr nehme ich kontinuierlich zu, mittlerweile 11 Kilo, ein kg
> pro Monat. Als es vor einem Jahr anfing, ging ich zu meiner Ärztin, die mir
> Blut abnahm, das war allerdings in Ordnung. Als nach 6 Monaten die
> Gewichtszunahme nicht aufhörte und ich extrem schwitzte, wurde ich zum