>hallo an alle wurde hier schon mal �ber den kleinen schwedenbitter
>geschrieben?
>Gruss joerg
Ja.
--
" Ich glaub, ans gro�e Weltgericht
glaubt selbst manch Pfarrer heute nicht."
http://de.wikipedia.org/wiki/Schwedentrunk
Amen (paw. Refl.)
Hermann
-wegzeiger-
--
"wegzeiger" ist nicht nur ein nick, siehe: www.die-wegbeschreibung.de
> Mit was dieser Mensch, der sich offensichtlich hinter mehr als einem
> Pseudonym versteckt (übrigens völlig unkritisiert, aber er stößt ja
> auch ins gleiche Horn wie der Wegzheiger - da brauchts man nicht so
> genau zu nehmen), Recht hat oder nicht, ist mir ziemlich egal.
> Vermutlich so etlichen anderen auch. Dazu hat er einfach zu viel
> Infantiles von sich gegeben.
>
> W. Büchsenschütz
Amen
Hallo Joerg
über den Schwedenbitter haben wir hier ausführlich geschrieben.
Das ist ein wahrhaftes Wunder- Allheilmittel ;)
Gruß
Reinhard
"A L T E H A N D S C H R 1 F T" (Abschrift von der Heilkraft der
Schwedenkräuter)
1 .Wenn man öfters daran riecht oder schnupft, den Kopfwirbel
befeuchtet, einen feuchten Lappen auf den Kopf legt, vertreiben sie
Schmerz und Schwindel, stärken das Gedächtnis und das Gehirn.
2. Sie helfen gegen trübe Augen, nehmen Röte und alle Schmerzen,
selbst wenn die Augen entzündet, trüb und verschwommen sind. Sie
vertreiben auch die Flecken und den Grauen Star, wenn man zeitgerecht
die Augenwinkeln befeuchtet oder einen feuchten Lappen auf die
geschlossenen Augen legt.
3. Pocken und Ausschläge aller Art, auch Krusten in der Nase oder wo
immer am Körper, werden geheilt, wenn man oft und gut befeuchtet.
4. Bei Zahnschmerzen gibt man in etwas Wasser einen Eßlöffel voll
dieser Tropfen und behalte einige Zeit diese Flüssigkeit im Mund oder
man befeuchte den schmerzenden Zahn mit einem Lappen. Der Schmerz
verschwindet und die Fäulnis klingt ab.
5. Blasen an der Zunge oder sonstige Schäden werden mit den Tropfen
fleißig befeuchtet, wodurch die Heilung in kurzer Zeit eintritt.
6. Wenn der Hals erhitzt oder wund ist, sodaß man Speis und Trank
schwer schlucken kann, so nehme man morgens, mittags und abends von
den Tropfen, lasse sie langsam hinab und sie nehmen die Hitze und
heilen den Schlund.
7. Hat man Magenkrämpfe, so nehme man bei einem Anfall einen Eßlöffel
voll.
8. Bei Koliken nehme man drei Eßlöffel voll ein, langsam
nacheinander,
man wird bald die Linderung verspüren.
9. Sie zerteilen im Leib die Winde und kühlen die Leber, vertreiben
alle Magenleiden und die der Eingeweide und helfen bei
Stuhlverstopfung.
10. Sie sind auch ein vortreffliches Mittel für den Magen, wenn er
schlecht verdaut und die Speisen nicht behält.
11. Ebenso helfen sie bei Gallenschmerzen. Täglich früh und abends
ein
Eßlöffel voll und bei Nacht Umschläge mit den Tropfen, werden alle
Schmerzen bald vergehen.
12. Bei Wassersucht nehme man sechs Wochen hindurch früh und abends
einen Eßlöffel voll in weißem Wein. 13. Bei Ohrenschmerzen und
Ohrensauseri befeuchte man ein Bäuschchen und stecke es ins Ohr. Es
hilft sehr gut und bringt selbst das verlorene Gehör wieder.
14. Wenn eine Frau Mutterschrnerzen hat, so gebe man ihr drei Tage
hindurch früh einen Eßlöffel voll in rotem Wein, lasse sie nach einer
halben Stunde einen Spaziergang machen, dann kann sie frühstücken,
jedoch keine Milch. Auf Milch sollen die Tropfen nicht genommen
werden.
15. In den letzten 14 Tagen der Schwangerschaft früh und abends einen
Eßlöffel davon einnehmen, fördert die Geburt. Um die Nachgeburt
leichter loszuwerden, gibt man der Wöchnerin alle zwei Stunden einen
Kaffeelöffel voll, solange, bis die Nachgeburt ohne Wehen abgeht.
16. Stellen sich nach der Geburt beim Einschießen der Milch
Entzündungen ein, werden sie bei Auflegen von feuchten Lappen rasch
genommen.
17. Sie treiben den Kindern die Blattern heraus. Man gebe den Kindern
je nach Alter von den Tropfen, verdünnt mit Wasser. Wenn die Blattern
zu trocknen beginnen, befeuchte man sie öfters mit den Tropfen, es
bleiben keine Narben.
18. Sie dienen den Kindern und Erwachsenen gegen Würmer, ja sogar
Bandwürmer vertreibt man damit, nur muß man sie den Kindern je nach
Alter verabreichen. Einen feuchten Lappen mit den Tropfen auf den
Nabel binden und ihn immer feucht halten.
19. Sei Gelbsucht werden sehr bald alle Beschwerden genommen, wenn man
dreimal täglich einen Eßlöffel von diesen Tropfen nimmt und auf die
angeschwollene Leber Umschläge macht.
20. Sie öffnen alle Goldadern (Hämorrhoiden), heilen die Nieren,
führen hypochondrische Flüssigkeiten ohne weitere Kur aus dem Körper,
nehmen Melancholie und Depressionen und regen Appetit und Verdauung
an.
21. Es öffnet auch inwendig die goldene Ader(Hämorrhoiden), wenn man
sie anfangs öfters anfeuchtet und sie durch Einnehmen von innen
erweicht, besonders vor dem Schlafengehen. Man lege äußerlich ein mit
Tropfen befeuchtetes Bäuschchen auf. Es macht das übrige Blut fließen
und hilft gegen das Brennen.
22. 'Wenn jemand in Ohnmacht liegt, öffnet man ihm nötigenfalls den
Mund, gebe ihm einen Eßlöffel der Tropfen ein und der Kranke wird zu
sich kommen.
23. Dieses Mittel vertreibt auch den Schmerz der stillen Fraisen
(Krämpfe) durch Einnehmen, so daß sie mit der Zeit aufhören.
24. Bei Lungensucht täglich früh nüchtern davon nehmen und die Kur
sechs Wochen lang fortsetzen.
25. Wenn eine Frau ihre monatliche Reinigung verliert oder dieselbe
zu
stark hat, nimmt sie diese Tropfen drei Tage ein und wiederholt dies
zwanzig Male. Es wird, was zuviel ist, stillen und was zuwenig ist,
ausgleichen.
26. Dieses Mittel hilft auch gegen den weißen Fluß.
27. Ist jemand mit der fallenden Krankheit (Epilepsie) behaftet, so
muß man ihm auf der Stelle davon eingeben. Der Kranke soll dann
ausschließlich das Mittel nehmen, denn es stärkt sowohl die
angegriffenen Nerven als auch den Körper und behebt alle Krankheiten.
28. Sie heilen Lähmungen, vertreiben Schwindel und Übelkeit.
29. Sie heilen auch die hitzigen Blattern und Rotlauf.
30. Hat jemand Fieber, hitzig oder kalt, und ist völlig schwach, so
gebe man ihm einen Eßlöffel davon ein und der Kranke, wenn er nicht
mit anderen Mitteln den Körper belastet hat, wird in kurzer Zeit zu
sich kommen, der Puls wird zu schlagen beginnen und wenn auch das
Fieber noch so hoch war, dem Kranken wird bald besser werden.
31. Die Tropfen heilen auch Krebs, alte Blattern und Warzen,
aufgesprungene Hände. Ist eine Wunde alt und eitrig oder wildes
Fleisch daran, so wasche man alles gut mit weißem Wein aus, dann lege
man einen mit den Tropfen befeuchteten Lappen darauf. Sie nehmen
Geschwülste und Schmerzen sowie das wilde Fleisch und die Wunde fängt
zu heilen an.
32. Sie heilen ohne Gefahr alle Wunden, sie mögen gehauen oder
gestochen sein, wenn sie öfters damit befeuchtet werden. Man nehme
einen Lappen, tunke ihn darin ein, überdecke damit die Wunden. Sie
nehmen in kurzer Zeit den Schmerz, lassen weder Brand noch Fäulnis zu
und heilen auch alte Wunden, die man durch eine Schußverletzung
bekommen hat. Sind Löcher da, so spritze man die Tropfen in die Wunde,
die nicht unbedingt vorher gereinigt werden muß. Durch fleißiges
Auflegen mit einem angefeuchteten Lappen tritt die Heilung in kurzer
Zeit ein.
33. Sie nehmen alle Narben, auch wenn sie noch so veraltet sind,
Wundmale und Schnitte, wenn man sie bis 40-mal damit anfeuchtet. Alle
Wunden, die mit diesen Tropfen geheilt werden, hinterlassen keine
Narben.
34. Sie heilen auch alle Fisteln von Grund auf, wenn sie auch
unheilbar erscheinen; es mag der Schaden so alt sein wie er will.
35. Sie heilen alle Brandverletzungen, ob sie nun vom Feuer, vom
heißen Wasser oder vom Fett herrühren, wenn die Verletzungen fleißig
angefeuchtet werden. Es bilden sich auch keine Blasen, die Hitze wird
herausgenommen, selbst eitrige Blasen werden von Grund auf geheilt.
36. Sie dienen gegen Beulen und Flecken, mögen sie von einem Stoß
oder
Schlag herrühren.
37. Wenn jemand nicht mit Appetit essen kann, bringen sie den
verlorenen Geschmack wieder.
38. Bei großer Blutarrnut bringen sie auch die verlorene Farbe
wieder,
wenn die Tropfen eine Zeitlang morgens genommen werden. Sie reinigen
das Blut und bilden neues, auch fördern sie dessen Umlauf.
39. Rheumatische Schmerzen in den Gliedern werden genommen, wenn man
sie morgens und abends einnimmt und auf die schmerzenden Stellen
feuchte Lappen legt.
40. Sie heilen gefrorene Hände und Füße, selbst wenn es offene
Stellen
gäbe. Sooft als möglich, besonders aber in der Nacht, soll man mit
den
Tropfen befeuchtete Lappen auflegen.
41. Auf Hühneraugen lege man ein mit den Tropfen befeuchtetes
Bäuschchen und halte die schmerzende Stelle stets feucht. Nach drei
Tagen fallen sie von selbst heraus, oder man kann sie schmerzlos
herausschälen.
42. Sie heilen auch Bisse von wütenden Hunden und anderen Tieren,
indem man die Tropfen einnimmt, denn sie heilen und vernichten alle
Gifte. Die Wunden mit einem feuchten Lappen belegen.
43. Bei Pest und anderen ansteckenden Krankheiten ist es gut, wenn
man
am Tage öfters davon nimmt, denn sie heilen Pestgeschwüre und -
beulen,
selbst wenn sie schon im Halse stäken.
44. Wer Nachts nicht gut schlafen kann, nehme vor dem Schlafengehen
von diesen Tropfen. Sei nervöser Schlaflosigkeit einen mit verdünnten
Tropfen befeuchteten Lappen aufs Herz legen.
45. Einen Betrunkenen kann man mit zwei Eßlöffel davon auf der Stelle
nüchtern machen.
46. Wer täglich diese Tropfen früh und abends nimmt, braucht keine
andere Medizin, denn diese stärken den Körper, erfrischen die Nerven
und das Blut, nehmen das Zittern der Hände und Füße. Kurz, sie nehmen
Oberhaupt alle Krankheiten. Der Körper bleibt straff, das Gesicht
jugendlich und schön.
Wichtig: Alle angegebenen Mengen sollten mit Kräutertee oder Wasser
verdünnt eingenommen werden. Aus vorstehenden Punkten der »Alten
Handschrift« geht die große und wunderbare Heilkraft dieser
Kräuterzusammensetzung hervor. Man kann mit Recht sagen, daß es wohl
kaum eine Krankheit gibt, bei der die Schwedenkräuter nicht helfen,
zumindest aber gelten sie als Grundlage für jede Behandlung.
<zitat aus>
Gruß
Reinhard
der Schwedenbitter ist heute vor allem medizinhistorisch und als
Hausmittel interessant. Er enthält viele nützliche Bestandteile. So
ist die Acetylsalicylsäure aus der Weiden- oder Ulmenrinde heute eines
der bekanntesten Arzneimittel gegen Schmerzen und Fieber. Die Alten
dachten nicht ganz zu Unrecht, daß, wenn man bewährte Arzneimittel
miteinander kombiniert, die Summe ein Allheilmittel ist. So ganz
wollen wir diese Überlegung heute nicht bestätigen. Immerhin ist der
Schwedenbitter ein bewährtes Hausmittel gegen viele Beschwerden.
Gruß
Reinhard
Hallo Roland,
Hast du dir die Wiki-Adresse über haupt angesehen? Dort wird eine
Foltermethode beschrieben:
"Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen beschrieb die Methode in
seinem zeitgenössischen Roman Der abenteuerliche Simplicissimus
folgendermaßen:
„Den Knecht legten sie gebunden auf die Erd, stecketen ihm ein
Sperrholz ins Maul, und schütteten ihm einen Melkkübel voll garstig
Mistlachenwasser in Leib, das nenneten sie ein Schwedischen Trunk.“
Von „http://de.wikipedia.org/wiki/Schwedentrunk“
Gruß
Reinhard