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Armut in der DDR

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Andreas Henicke

unread,
Sep 10, 2011, 2:35:19 PM9/10/11
to
<http://kittykoma.twoday.net/stories/ich-hasse-eure-armutsangst/>

"Wenn "keine Armut" bedeutete, daß keiner Obdachlos war oder
verhungerte, dann akzeptiere ich das. Ansonsten lebt heute selbst ein
Hartz IV Empfänger auf wesentlich höherem Niveau als ein Armer in der
DDR.
Nur zur Erinnerumg."

Wenn ich überlege, auf welchem Niveau wir in den achtziger Jahren
lebten, wobei beide Eltern arbeiteten... das dürfte in etwa heute Hartz
IV entsprechen. Ein Auto hatten wir allerdings nicht.

Mit freundlichem Gruß, Andreas.

Martin Ebert

unread,
Sep 10, 2011, 8:52:26 PM9/10/11
to
Am 10.09.2011 20:35, schrieb Andreas Henicke:
> <http://kittykoma.twoday.net/stories/ich-hasse-eure-armutsangst/>

Da niemand will - hebe ich den Fehdehandschuh auf.

Natürlich hat es in der DDR Armut gegeben. Zunächst einmal muss man
die Zeitschiene beachten: "Die DDR" war ja auch 1950 oder 1951.

Aber selbst 1988 hat es Armut gegeben: Da muss man sich die damaligen
Rentner (insbesondere Frauen, die Kindererziehung machten und sodann
in gering bezahlten Berufen arbeiteten) mal genauer ansehen.

Ich meine, dass es zur Wendezeit (elf99?) mal eine Doku dazu gab.
Erinnerlich ist mir, dass es u.a. darum ging, dass es Leute gibt,
die ganz schlicht die Kohlen nicht bezahlen können und im Winter
in der Wohnung froren.

Die Witze darüber, dass Renter in die BRD fahren dürfen, damit sie
nicht der DDR zur Last fallen - die kamen ja auch nicht so von
ungefähr.

Mt

André Grafe

unread,
Sep 10, 2011, 9:17:27 PM9/10/11
to
Ach Meister Ebert, hast mal wieder nicht in den Header geschaut, na gut,
kurz vor 3 am Morgen, mit dem üblichen Spiegel, ist es nicht mehr so
leicht einen altbekannten Troll zu erkennen. Und ich hatte schon gehofft
das hier mal endlich keiner der Regulars den Troll füttert. So kann man
sich irren.

André

--
André Grafe
01239Dresden 51°00'27.10 N 13°47'43.02 E
http://www.boincstats.com/signature/user_117365.gif

Gunter Kühne

unread,
Sep 11, 2011, 6:29:56 AM9/11/11
to
Andreas Henicke wrote:

> <http://kittykoma.twoday.net/stories/ich-hasse-eure-armutsangst/>
>
> "Wenn "keine Armut" bedeutete, daß keiner Obdachlos war oder
> verhungerte, dann akzeptiere ich das. Ansonsten lebt heute selbst ein
> Hartz IV Empfänger auf wesentlich höherem Niveau als ein Armer in der
> DDR.
Du meinst weil ein Harz 4 Empfänger nen Recher hat oder warum.
Armut ist immer relativ und im Zusammenhang mit der Jeweiligen Zeit zu
sehen.


> Nur zur Erinnerumg."
>
> Wenn ich überlege, auf welchem Niveau wir in den achtziger Jahren
> lebten, wobei beide Eltern arbeiteten... das dürfte in etwa heute Hartz
> IV entsprechen. Ein Auto hatten wir allerdings nicht.

Wenn ich überlege wie ich damals klebte und wie heute. kann ich eigentlich
Unterschiede nur durch den technischen Fortschritt feststellen.
Allerdings Dinge die keiner sieht.
wie z.b.Mieter 125,- mark inklusive Wasser, Warm, Müll u.s.w. für ne 5 raum
Neubauwohnung.
Ja Autos ist immer auch ne frage als was ich das definiere.
ABS, ASR Bordcomputer hatte natürlich keins meiner Autos in der DDR.

Sagen wir mal so, in den letzten Jahren der DDR, hatten wir 2 fahrbare
Untersätze mit Metallkleid in der Familie wovon keiner ohne 4 takt Maschine
war.





> Mit freundlichem Gruß, Andreas.
MfG
G.K.

Dieter Wilhelm

unread,
Sep 11, 2011, 7:10:21 AM9/11/11
to
Auch wenn ich mich wieder mal aus dem Fenster lehne - so etwas zu sagen ist
Unsinn!

Zun�chst mal muss man erkl�ren, worin "Armut" besteht. Frage 100 Menschen
und Du wirst 100 verschiedene Antworten darauf bekommen.
Um den Bezug zur DDR und der erkl�rten Armut der armen DDR-B�rger
herzustellen:
ICH f�hlte mich damals nicht arm. Sicher - ich fuhr damals kein gro�es Auto
und hatte auch keine Eigentumswohnung. Aber ich f�hlte mich zu Hause,
geborgen und sicher.
So gesehen war ich damals reich.

Gru� D. Wilhelm

Gunter Kühne

unread,
Sep 11, 2011, 7:15:54 AM9/11/11
to
Dieter Wilhelm wrote:

> Auch wenn ich mich wieder mal aus dem Fenster lehne - so etwas zu sagen
> ist Unsinn!
>
> Zunächst mal muss man erklären, worin "Armut" besteht. Frage 100 Menschen
> und Du wirst 100 verschiedene Antworten darauf bekommen.
> Um den Bezug zur DDR und der erklärten Armut der armen DDR-Bürger
> herzustellen:
> ICH fühlte mich damals nicht arm. Sicher - ich fuhr damals kein großes
> Auto und hatte auch keine Eigentumswohnung. Aber ich fühlte mich zu Hause,
> geborgen und sicher.
> So gesehen war ich damals reich.
>
> Gruß D. Wilhelm
hab ich ja vorher gesagt .
Erstmal müssten wir definieren was Armut ist.

Message has been deleted

Ronald Konschak

unread,
Sep 11, 2011, 9:37:09 AM9/11/11
to
Dieter Wilhelm <dieter.w...@freenet.de> schrieb:

> Auch wenn ich mich wieder mal aus dem Fenster lehne - so etwas zu sagen ist
> Unsinn!

Nur zu, hier darfst Du (noch).

> Zunächst mal muss man erklären, worin "Armut" besteht. Frage 100 Menschen
> und Du wirst 100 verschiedene Antworten darauf bekommen.
> Um den Bezug zur DDR und der erklärten Armut der armen DDR-Bürger
> herzustellen:
> ICH fühlte mich damals nicht arm. Sicher - ich fuhr damals kein großes Auto
> und hatte auch keine Eigentumswohnung. Aber ich fühlte mich zu Hause,
> geborgen und sicher.
> So gesehen war ich damals reich.

Sehr schön, wir kommen mal zu dem, was eine stabile und glückliche
Gesellschaft ausmacht. Der materielle Wohlstand, das Anhäufen von
Statussymbolen, sind es jedenfalls nicht. Wer es sich zum Lebens-
zweck macht, immer das bessere Ding ("Mein Haus, mein Auto, mein
Boot") zu haben, der ordnet seine Beziehungen nach ökonomischen
Gesichtspunkten. Die Anerkennung wegen der neuen Kutsche hält nicht
lange, der Ruf, ein geldgeiles Arschloch zu sein, ein Leben lang.
Alte Freunde wenden sich ab, und Ehe hält auch nur, weil die
Kinder ohne Not zum Studienabschluß kommen sollen. Der Wettbewerb
um Anerkennung mittels Reichtum ist die Grunderkrankung der
kapitalistischen Gesellschaft, und daran wird sie auch zugrunde
gehen.

Du hast das Lebensgefühl der DDR-Bürger ganz gut beschrieben,
ich wills mal auf die Spitze treiben: Man konnte gar nicht
soviel Mist bauen, um derart zum sozialen Außenseiter zu
werden, wie es besagte Hartzis heute sind. Einkommenschwache
gabs auch in der DDR, aber keine solche Parallelgesellschaft,
die dem öffentlichen Mobbing durch konservative Politiker und
sogenannte Eliten ausgesetzt sind. Deren asoziales Verhalten
ist es, das die Gesellschaft spaltet. Ich greife nocheinmal
das Interview mit dem Berliner Wirtschaftssenator Harald Wolf
auf: Er wird kritisiert, weil er per Wohnungspolitik die
Entmischung der Gesellschaftsschichten verhindern will. Böse
DDR-Methoden sind das. Seine Kritiker könnten ja mal ein paar
Sozialpsychologen fragen, was die davon halten. Das gäbe eine
herbe Überraschung.

Zum guten Schluß: Das Armutsgefühl der weniger Vermögenden
hält sich in Grenzen, wenn sie nicht dauernd ihren niedrigen
sozialen Status unter die Nase gerieben bekommen. Zudem ist
ist der Rückenhalt in Familie und Gesellschaft wichtiger als
der leichtflüchtige materielle Reichtum. Ein Blick auf den
Happy Planet Index zeigt, daß halbwegs homogene Gesellschaften
besser mit sich zurechtkommen als solche mit großen Vermögens-
unterschieden. Wem das zu sozialistisch ist, der möge nach
Rußland auswandern, da gibts die ganze Skala.

Ronald.

--
Die Freiheit, die Millionen von Menschen gerade gewinnen, bietet auch
wirtschaftliche Chancen – auch für deutsche Unternehmen.

BDI-Präsident Hans-Peter Keitel über den Zweck der libyschen "Revolution"

Peter Veith

unread,
Sep 11, 2011, 1:24:47 PM9/11/11
to
"Andr� Grafe" schrieb:

> Am 11.09.2011 02:52, schrieb Martin Ebert:
>> Am 10.09.2011 20:35, schrieb Andreas Henicke:
>>> <http://kittykoma.twoday.net/stories/ich-hasse-eure-armutsangst/>

>> Nat�rlich hat es in der DDR Armut gegeben. Zun�chst einmal muss man


>> die Zeitschiene beachten: "Die DDR" war ja auch 1950 oder 1951.
> Aber selbst 1988 hat es Armut gegeben: Da muss man sich die damaligen
>> Rentner (insbesondere Frauen, die Kindererziehung machten und sodann
>> in gering bezahlten Berufen arbeiteten) mal genauer ansehen.

> Ach Meister Ebert, hast mal wieder nicht in den Header geschaut, na gut,

Nun, da haben wir uns alle tapfer eine Reaktion auf den Unfug verkniffen ...
schlie�lich wei� jeder, da� die Zonis nicht nur arm sondern auch eingesperrt
waren. Hartzer leben in (Konsum-) Freiheit mit Auto, Basta!

Die schr�cklichste Fachlichliteratur zum Thema:
"Armut in der 'DDR'-Bev�lkerung, Lebensstandard und Konsumtionsniveau vor
und nach der Wende" von G�nter Manz
http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3875121775/ddrluftwaffde-21

Veith
--
Strukturen, Bilder & Geschichte(n) der LSK/LV
http://www.DDR-LUFTWAFFE.de

René

unread,
Sep 11, 2011, 2:44:56 PM9/11/11
to
On 2011-09-11 05:29:56 -0500, Gunter Kühne <gunt...@web.de> said:

Und schon wieder lügst du uns die Taschen mit Weglassen.

> Wenn ich überlege wie ich damals klebte und wie heute. kann ich eigentlich
> Unterschiede nur durch den technischen Fortschritt feststellen.
> Allerdings Dinge die keiner sieht.
> wie z.b.Mieter 125,- mark inklusive Wasser, Warm, Müll u.s.w. für ne 5 raum
> Neubauwohnung.

Was du nicht erwähnst: wer kriegte sowas? Wie lange musste man betteln
oder gar mit Ausreiseantrag drohen, daß man als alleinerziehende Mutter
mit zwei Kindern eine wenigstens eine Dachwohnung mit schimmligen Bad
und Kohleofen bekam? Bei meiner waren es 6 Jahre.

> Ja Autos ist immer auch ne frage als was ich das definiere.
> ABS, ASR Bordcomputer hatte natürlich keins meiner Autos in der DDR.

Hatte im Westen auch keiner. Gabs damals noch nicht. Aber wenn man uns
erzählte, daß man im Westen frühs aufwachen konnte, sich dachte, heute
kauf ich mir ein Auto, und das abends in der Garage haben konnte, dann
haben wir das für westliche Märchenstunde gehalten.

> Sagen wir mal so, in den letzten Jahren der DDR, hatten wir 2 fahrbare
> Untersätze mit Metallkleid in der Familie wovon keiner ohne 4 takt Maschine
> war.

Sagen wir mal so: das ist schön für dich. Meine Trabantbestellung
sollte irgendwann im Jahre 2005, vormittags, geliefert werden und ich
fuhr entweder Diamant oder Ikarus. Es ging natürlich schneller mit
Beziehungen, Beschiss und den Herrschenden den Arsch auslecken.

Uwe Schickedanz

unread,
Sep 11, 2011, 2:50:28 PM9/11/11
to
On Sat, 10 Sep 2011 20:35:19 +0200, hen...@t-onlne.de (Andreas
Henicke) wrote:

><http://kittykoma.twoday.net/stories/ich-hasse-eure-armutsangst/>
>
>"Wenn "keine Armut" bedeutete, daß keiner Obdachlos war oder
>verhungerte, dann akzeptiere ich das. Ansonsten lebt heute selbst ein
>Hartz IV Empfänger auf wesentlich höherem Niveau als ein Armer in der
>DDR.
>Nur zur Erinnerumg."

Der Treppenwitz an dem Beitrag ist, daß die Koma-Katze ihre eigene
Eingangsprämisse verrät, um der DDR eins reinzuwürgen.

Es ist schon eine Leistung, innerhalb weniger Sätze von: "Darum, ab
und zu den Test zu machen, wie wenig man eigentlich braucht und wovon
man sich trennen kann. Materielles Fasten sozusagen. Darum, welchen
Wert man sich beimißt. Wie sich das ausdrückt. Ob man es sich wert
ist." auf das von Dir Zitierte zu kommen.


Gruß Uwe

--
Die Sicherheiten des Westens - Gewerkschaftsfürsorge,
Flächentarif, lineare Arbeitsbiographien, Sesshaftigkeit -
sind im Osten längst der Einzelkämpfer-Anthropologie gewichen.
Christoph Dieckmann === http://www.sicherheitslampe.de ===

Peter Veith

unread,
Sep 11, 2011, 3:00:18 PM9/11/11
to
"Ren�" schrieb:

>> Wenn ich �berlege wie ich damals klebte und wie heute. kann ich
>> eigentlich

In USA ...?

>> Unterschiede nur durch den technischen Fortschritt feststellen.
>> Allerdings Dinge die keiner sieht.

>> wie z.b.Mieter 125,- mark inklusive Wasser, Warm, M�ll u.s.w. f�r ne 5
>> raum Neubauwohnung.
>
> Was du nicht erw�hnst: wer kriegte sowas?

In USA ...? Die dort obligatorische Holzh�tte?!

Mann, in meiner DDR mu�te man nur verheiratet mit Kindsein, Knackie oder mit
Ausreiseantrag, schon klappte es auch mit der Wohnung ... mit 18 Jahre.
Wenn nicht, wurde tats�chlich mit 20 an "Erich" geschrieben und mit 23
folgte der Parteiaustritt und mit 25 der Ausreiseantrag.

Heute m�ssen die Kinder mit 30 Jahren aus der Wohnung geworfen werden. Alles
eine Frage der "Marktwirtschaft" bzw. der Mietpreise, vgl.:
http://ddr-luftwaffe.blogspot.com/2010/05/wohnungs-marktregulierung.html

Gunter Kühne

unread,
Sep 11, 2011, 3:54:25 PM9/11/11
to
René wrote:

> On 2011-09-11 05:29:56 -0500, Gunter Kühne <gunt...@web.de> said:
>
> Und schon wieder lügst du uns die Taschen mit Weglassen.
soso
>> Wenn ich überlege wie ich damals lebte und wie heute. kann ich
>> eigentlich Unterschiede nur durch den technischen Fortschritt
>> feststellen.
>> Allerdings Dinge die keiner sieht.
>> wie z.b.Mieter 125,- mark inklusive Wasser, Warm, Müll u.s.w. für ne 5
>> raum Neubauwohnung.
>
> Was du nicht erwähnst: wer kriegte sowas?
Jeder der eben nicht wie manche anderen im Schwimmbad lag sondern am
Wochenende so ca 3 Jahre Aufbaustunden machte und regelmäßig Geld in die
Genossenschaft einzahlte.

Ich gebe zu das Werktätige in kleineren Privatbetrieben damit Probleme
hatten.
Aber bei Großbetrieben wurde mit Genossenschaft regelrecht geworben.
( Nur wie gesagt, jedes Wochenende schwofen und dann meckern war für einige
wohl bequemer.)




> Wie lange musste man betteln
> oder gar mit Ausreiseantrag drohen, daß man als alleinerziehende Mutter
> mit zwei Kindern eine wenigstens eine Dachwohnung mit schimmligen Bad
> und Kohleofen bekam? Bei meiner waren es 6 Jahre.
Wo wann und bei wem wie gemeldet.
Ich hatte als ich von den Eltern weg bin auch nur ne kleine Dachwohnung da
geschieden.

Ja hinter hergelaufen ist mir von der Wohnungskommission keiner.
Kann aber auch sein das es regional unterschiedlich war.
wie gesagt meins gilt für Dresden.
( und wir haben in der Neustadt manchen ne Bruchbude besorgt und haben sie
Instandgesetzt.
( einigen sogar mit illegalem Studio :) )




>
>> Ja Autos ist immer auch ne frage als was ich das definiere.
>> ABS, ASR Bordcomputer hatte natürlich keins meiner Autos in der DDR.
>
> Hatte im Westen auch keiner. Gabs damals noch nicht.


Doch doch .
Mein erster SAAB BJ 1986 hatte schon sowas.
> Aber wenn man uns
> erzählte, daß man im Westen frühs aufwachen konnte, sich dachte, heute
> kauf ich mir ein Auto, und das abends in der Garage haben konnte, dann
> haben wir das für westliche Märchenstunde gehalten.
Für einen Neuwagen mag das stimmen.

Aber wen du Geld hattest in der DDR konntest du das auch mindestens einmal
d9e Woche.
Allerdings nur gebraucht ,natürlich Überteuert.

>> Sagen wir mal so, in den letzten Jahren der DDR, hatten wir 2 fahrbare
>> Untersätze mit Metallkleid in der Familie wovon keiner ohne 4 takt
>> Maschine war.
>
> Sagen wir mal so: das ist schön für dich.
Meinen ersten neuwagen sollte ich gegen 1995 96 bekommen.
Mein erstes Auto (oder wen du willst Fahrbaren Untersatz, einen W312
Camping) hatte ich mit 27. Ja und da war ein Haufen zu reparieren und
gekostet hat er genau 3k DDR M.



> Meine Trabantbestellung
> sollte irgendwann im Jahre 2005, vormittags, geliefert werden und ich
> fuhr entweder Diamant oder Ikarus. Es ging natürlich schneller mit
> Beziehungen, Beschiss und den Herrschenden den Arsch auslecken.
Den Arsch habe ich nie zu keiner Zeit jemanden ausgeleckt.
das hat mich nach 1992 schon mehrmals gebremst.
(Genau genommen habe ich das indirekt schriftlich.)


MfG

Dirk Moebius

unread,
Sep 11, 2011, 3:54:49 PM9/11/11
to
On 11.09.11 21:00, Peter Veith wrote:
> "René" schrieb:
>
>>> Wenn ich überlege wie ich damals klebte und wie heute. kann ich
>>> eigentlich
>
> In USA ...?
>
>>> Unterschiede nur durch den technischen Fortschritt feststellen.
>>> Allerdings Dinge die keiner sieht.
>>> wie z.b.Mieter 125,- mark inklusive Wasser, Warm, Müll u.s.w. für ne 5
>>> raum Neubauwohnung.
>>
>> Was du nicht erwähnst: wer kriegte sowas?
>
> In USA ...? Die dort obligatorische Holzhütte?!
>
> Mann, in meiner DDR mußte man nur verheiratet mit Kindsein, Knackie oder mit
> Ausreiseantrag, schon klappte es auch mit der Wohnung ... mit 18 Jahre.


In *meiner+ DDR konnte man auch verheiratet und mit Kind noch bis 1989
bei den Eltern wohnen - da war ja ein Zimmer frei und man war ja nicht
auf der "Fritz Heckert".
Die Alternative dazu war die ganz normale Wohnungsbesetzung. Ging bis
1990 ja auch noch problemlos, wenn man in einer der grossen Staedte
wohnte. Ansonsten durfte man, wenn das Kind da war, einen Antrag stellen,
entweder auf Wohung oder auf Ausreise. Letzteres soll aber in den letzten
Jahren der DDR nicht mehr gereicht haben, um eine Wohnung zu bekommen,
war wohl zu bekannt geworden, dieser Weg.


Dirk


--
Es herrschen zensurähnliche Zustände. Ich kann verstehen, wenn
Menschen das umgangssprachlich Zensur nennen. Ich tue das auch.

Peter Veith

unread,
Sep 11, 2011, 3:57:31 PM9/11/11
to
"Dirk Moebius" schrieb;

> In *meiner+ DDR konnte man auch verheiratet und mit Kind noch bis 1989
> bei den Eltern wohnen - da war ja ein Zimmer frei ...

klar, ein (Markt-) freies Land.

Boris Gerlach

unread,
Sep 12, 2011, 12:02:36 AM9/12/11
to
On 09/11/11 21:54, Dirk Moebius wrote:
> On 11.09.11 21:00, Peter Veith wrote:
>> "René" schrieb:
>>
>>>> Wenn ich überlege wie ich damals klebte und wie heute. kann ich
>>>> eigentlich
>>
>> In USA ...?
>>
>>>> Unterschiede nur durch den technischen Fortschritt feststellen.
>>>> Allerdings Dinge die keiner sieht.
>>>> wie z.b.Mieter 125,- mark inklusive Wasser, Warm, Müll u.s.w. für ne 5
>>>> raum Neubauwohnung.
>>>
>>> Was du nicht erwähnst: wer kriegte sowas?
>>
>> In USA ...? Die dort obligatorische Holzhütte?!
>>
>> Mann, in meiner DDR mußte man nur verheiratet mit Kindsein, Knackie oder mit
>> Ausreiseantrag, schon klappte es auch mit der Wohnung ... mit 18 Jahre.
>
>
> In *meiner+ DDR konnte man auch verheiratet und mit Kind noch bis 1989
> bei den Eltern wohnen - da war ja ein Zimmer frei und man war ja nicht
> auf der "Fritz Heckert".
> Die Alternative dazu war die ganz normale Wohnungsbesetzung. Ging bis
> 1990 ja auch noch problemlos, wenn man in einer der grossen Staedte
> wohnte. Ansonsten durfte man, wenn das Kind da war, einen Antrag stellen,
> entweder auf Wohung oder auf Ausreise. Letzteres soll aber in den letzten
> Jahren der DDR nicht mehr gereicht haben, um eine Wohnung zu bekommen,
> war wohl zu bekannt geworden, dieser Weg.
>
Ein probates Mittel war es einem Bullen aufs Maul zu haun.
Das brachte ca. 6 Wochen in FFO in der Gartenstrasse bei Zweifingerjoe.
Dieses Strafmass wurde allgemein akzeptiert um als Resozialisierung
wenigstens erstmal ueberhaupt Wohnraum zugewiesen zu bekommen.
Aber die Eltern mussten mitspielen und es durfte dort kein Zimmer mehr
frei sein und sie mussten sich so ziemlich nackich machen vor Gericht
Motto: Wir halten es mit dem unter einem Dach nicht mehr aus.
Mein Vater waere sofort davbei gewesen, meine Mutter haette das nie
ueber Herz gebracht. Und ich kannte genug junge Paare, die trotzdem
unwuerdig wohnten. Jedenfalls unwuerdig fuer eine Gesellschft die ja
den Anspruch hatte *BESSER* zu sein.

BGE

Dirk Moebius

unread,
Sep 12, 2011, 12:24:42 AM9/12/11
to
Was ja irgendwie auch nicht *die* Loesung sein konnte...

> [...] Und ich kannte genug junge Paare, die trotzdem
> unwuerdig wohnten. Jedenfalls unwuerdig fuer eine Gesellschft die ja
> den Anspruch hatte *BESSER* zu sein.

Zustimmung.

Peter Veith

unread,
Sep 12, 2011, 1:04:07 AM9/12/11
to
"Boris Gerlach" schrieb:

>> On 11.09.11 21:00, Peter Veith wrote:
>>> Mann, in meiner DDR mußte man nur ... Knackie oder mit
>>> Ausreiseantrag, schon klappte es auch mit der Wohnung ...

> Ein probates Mittel war es einem Bullen aufs Maul zu haun.
> Das brachte ca. 6 Wochen in FFO in der Gartenstrasse bei Zweifingerjoe.
> Dieses Strafmass wurde allgemein akzeptiert um als Resozialisierung
> wenigstens erstmal ueberhaupt Wohnraum zugewiesen zu bekommen.

Dieses "auf dem Weg zum Sozialismus dürfen wir niemanden zurücklassen" fand
ich schon immer abartig. Ein unwürdiger Höhepunkt war der Affentanz zur
"Resozialisierung". Das bliebt ja nicht bei der Wohnungszuweisung. Oft mußte
/ sollte / durfte - soweit Kinder vorhanden waren - sich die
Hausgemeinschaft oder Vertreter der gesellschaftlichen Gerichte anschließend
um die Assis kümmern, wie Saubermachen, Einkaufen und "Beruhigung" der neuen
zugewiesenen Arbeitskollegen, die nicht soderlich begeistert über den
Faulpelz waren.

> <snip> Jedenfalls unwuerdig fuer eine Gesellschft die ja
> den Anspruch hatte *BESSER* zu sein.

Am eigenem Anspruch gescheitert ... nicht die schlechteste Niederlage.

Gunter Kühne

unread,
Sep 12, 2011, 1:08:46 PM9/12/11
to
Sowas ging ab und an nach hinten los .
Kannste glauben.

Boris Gerlach

unread,
Sep 12, 2011, 2:17:03 PM9/12/11
to
Glaub ich Dir. Weiss ich auch.
Mein Kumpel hat zwei Knebelketten zerrissen.
Ihr wart da nich sehr froh drueber.

BGE

Uwe Schickedanz

unread,
Sep 12, 2011, 2:49:52 PM9/12/11
to
On Mon, 12 Sep 2011 19:08:46 +0200, Gunter Kühne <gunt...@web.de>
wrote:

>> Ein probates Mittel war es einem Bullen aufs Maul zu haun.
>Sowas ging ab und an nach hinten los .
>Kannste glauben.

Paßt zwar nicht zum Gruppenthema, aber: so wie bei den fünf Leipziger
SEK-Beamten neulich auf der Reeperbahn?

Also ganz ehrlich, wenn fünf Spezialkräfte nicht mit zwei Türstehern
fertig werden, dann wirft das kein gutes Licht auf die Auswahl und
Ausbildung bei der Polizei.

Martin Ebert

unread,
Sep 12, 2011, 4:13:21 PM9/12/11
to
Am 12.09.2011 20:49, schrieb Uwe Schickedanz:

> Paßt zwar nicht zum Gruppenthema, aber: so wie bei den fünf Leipziger
> SEK-Beamten neulich auf der Reeperbahn?

Hast Du grad mal eine URL zu viel?

Mt

Uwe Schickedanz

unread,
Sep 12, 2011, 4:53:51 PM9/12/11
to
On Mon, 12 Sep 2011 22:13:21 +0200, Martin Ebert <mx...@gmx.net>
wrote:
Klar.
http://tinyurl.com/662ut2w

Dirk Moebius

unread,
Sep 12, 2011, 5:54:42 PM9/12/11
to
Ich fands nett - und ansonsten waere es mir entgangen :-)

Martin Ebert

unread,
Sep 12, 2011, 6:34:03 PM9/12/11
to
Am 12.09.2011 22:53, schrieb Uwe Schickedanz:
> Martin Ebert wrote:
>> Hast Du grad mal eine URL zu viel?

> Klar.
> http://tinyurl.com/662ut2w

Professore Ritter wird sich um Dich kümmern:
Behauptung ohne Beweis. Sehr sportlich, Herr Schickedanz.

Mt

Uwe Schickedanz

unread,
Sep 13, 2011, 9:33:50 AM9/13/11
to
On Tue, 13 Sep 2011 00:34:03 +0200, Martin Ebert <mx...@gmx.net>
wrote:
Ähm - ich kann dir gerade nicht ganz folgen. Die "Medien" waren voll
davon, und unter den links auf der ersten Gugelergebnisseite gibt es
genug, die die gewünschte Auskunft liefern.

Aber weil du es bist:
http://www.bbszene.de/board/showthread.php?p=3102835
und der
http://www.bild.de/regional/leipzig/polizei/auf-dienstreise-leipziger-elite-polizisten-im-puff-verpruegelt-19817066.bild.html

Gunter Kühne

unread,
Sep 13, 2011, 10:01:25 AM9/13/11
to
Oh Miserable Qualität.

Normalerweise rissen die nicht.
Aber es gibt ausnahmen wie immer.

Die Fälle, die ich erlebt habe mit Knebelkette, endeten meist vor Gericht.
Im Regelfall hatten manche körperliche Einschränkungen, wahrscheinlich
bis zum Tod.


> Ihr wart da nich sehr froh drueber.

Niemand, der Ehrlich ist, ist froh darüber.
Friedlich ist immer Besser.
Aber wen du das so betonst, scheint es doch Leute zu geben die wollen nicht
friedlich. 8 Bisher hatte ich das immer abgestritten)

Und lebt dein Kumpel noch.
Wen die Ketten kaputtgehen und einer hat das Wort "XYZ" gesagt, währe der
Gebrauch der Schusswaffe gerechtfertigt.



> BGE
>>
>>
>>
>>> Das brachte ca. 6 Wochen in FFO in der Gartenstrasse bei Zweifingerjoe.
>>> Dieses Strafmass wurde allgemein akzeptiert um als Resozialisierung
>>> wenigstens erstmal ueberhaupt Wohnraum zugewiesen zu bekommen.
>>> Aber die Eltern mussten mitspielen und es durfte dort kein Zimmer mehr
>>> frei sein und sie mussten sich so ziemlich nackich machen vor Gericht
>>> Motto: Wir halten es mit dem unter einem Dach nicht mehr aus.
>>> Mein Vater waere sofort davbei gewesen, meine Mutter haette das nie
>>> ueber Herz gebracht. Und ich kannte genug junge Paare, die trotzdem
>>> unwuerdig wohnten.


>>> Jedenfalls unwuerdig fuer eine Gesellschft die ja
>>> den Anspruch hatte *BESSER* zu sein.
Sie stellte die Behauptung auf.
Stimmt.
Obwohl seit Mitte der 80 er klar war, daß das so nicht geht.
Mann konnte eben nicht mal neutral, Wohnungen mit dem Mietzins von 1950
erhalten.


>>> BGE
>>
MfG

Uwe Schickedanz

unread,
Sep 13, 2011, 10:09:55 AM9/13/11
to
On Tue, 13 Sep 2011 15:33:50 +0200, Uwe Schickedanz
<Uwe_use...@nurfuerspam.de> wrote:

>On Tue, 13 Sep 2011 00:34:03 +0200, Martin Ebert <mx...@gmx.net>
>wrote:
>
>>Am 12.09.2011 22:53, schrieb Uwe Schickedanz:
>>> Martin Ebert wrote:
>>>> Hast Du grad mal eine URL zu viel?
>>
>>> Klar.
>>> http://tinyurl.com/662ut2w
>>
>>Professore Ritter wird sich um Dich kümmern:
>>Behauptung ohne Beweis. Sehr sportlich, Herr Schickedanz.
>
>Ähm - ich kann dir gerade nicht ganz folgen. Die "Medien" waren voll
>davon, und unter den links auf der ersten Gugelergebnisseite gibt es
>genug, die die gewünschte Auskunft liefern.
>
>Aber weil du es bist:
>http://www.bbszene.de/board/showthread.php?p=3102835
>und der
>http://www.bild.de/regional/leipzig/polizei/auf-dienstreise-leipziger-elite-polizisten-im-puff-verpruegelt-19817066.bild.html

Ingrid:
http://www.bild.de/regional/leipzig/schlaegerei/sex-zoff-mit-leipziger-elite-polizisten-jetzt-sprechen-die-puff-pruegler-19839494.bild.html

Ralf Schrader

unread,
Sep 17, 2011, 5:06:31 AM9/17/11
to
"Andreas Henicke" <hen...@t-onlne.de> schrieb

> "Wenn "keine Armut" bedeutete, daß keiner Obdachlos war oder
> verhungerte, dann akzeptiere ich das. Ansonsten lebt heute selbst ein
> Hartz IV Empfänger auf wesentlich höherem Niveau als ein Armer in der
> DDR.

Was Armut definitorisch heisst, wurde mal vor 150 Jahren geklärt, dazu
braucht man Deinen erkenntnisfreien Beitrag nicht. Zur Auffrischung: Es gibt
absolute Armut, die Kalorien-, und/oder Wasserzufuhr reicht nicht für den
langfristigen Erhalt des Lebens. Das betrifft derzeit ca. 1 Mrd. der
Weltbevölkerung. Es gibt relative Armut, heisst, man kann aus materiellen
Gründen nicht vollumfänglich am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Das war
in der DDR seltener als im heutigen Westen. Meine Kinder konnten trotz der
Tatsache, dass Papa Student und Mama Hilfsschwester mit 270 Mark der DDR
Einkommen waren, geordnet alle Bildungsschritte von Kinderkrippe,
Kindergarten, Schule, dies zum Teil schon im Westen und dann Studium, nur
noch im Westen durchlaufen. Arm waren wir nie, obwohl jahrelang das Geld
fehlte.
Relativ arm ist man eben nicht, weil Geld fehlt, relativ arm ist man, wenn
Perspektive fehlt, darauf hat der Westen das Monopol. Hartz IV ist staatlich
verordnete Armut, das ist schlimmer, als alles, was es je in der DDR gab. In
der DDR gab es Menschen, die haben sich freiwillig der Fürsorge des
monströsen Staates entzogen, Hartz IV Empfänger werden entzogen.
In beiden Systemen kann man sich, wenn man nur ein Minimum an
Handlungsfähigkeit und eine Portion Charakterschwäche hat, sich der Armut
entziehen. Man reiht sich ein.

Ralf


Ralf Schrader

unread,
Sep 17, 2011, 5:26:26 AM9/17/11
to
"Uwe Schickedanz" <Uwe_use...@nurfuerspam.de> schrieb im Newsbeitrag
news:ug0q67l60m5pn37av...@4ax.com...
> On Sat, 10 Sep 2011 20:35:19 +0200, hen...@t-onlne.de (Andreas
> Henicke) wrote:

> Der Treppenwitz an dem Beitrag ist, daß die Koma-Katze ihre eigene
> Eingangsprämisse verrät, um der DDR eins reinzuwürgen.

Inkonsistenz ist kein Treppenwitz.
>
> Es ist schon eine Leistung, innerhalb weniger Sätze von: "Darum, ab
> und zu den Test zu machen, wie wenig man eigentlich braucht und wovon
> man sich trennen kann. Materielles Fasten sozusagen. Darum, welchen
> Wert man sich beimißt. Wie sich das ausdrückt. Ob man es sich wert
> ist." auf das von Dir Zitierte zu kommen.

Der ganzen westlichen Kultur hängt seit Calvin daran, dass versucht wird,
Hedonismus in Moral einzubeziehen. Die Vorstellung, moralisch zu sein, wenn
man für sich und seine Sippe agiert.

Ralf


Uwe Schickedanz

unread,
Sep 17, 2011, 6:14:25 AM9/17/11
to
On Sat, 17 Sep 2011 11:26:26 +0200, "Ralf Schrader"
<ralf.s...@gmx.ch> wrote:

>"Uwe Schickedanz" <Uwe_use...@nurfuerspam.de> schrieb im Newsbeitrag
>news:ug0q67l60m5pn37av...@4ax.com...
>> On Sat, 10 Sep 2011 20:35:19 +0200, hen...@t-onlne.de (Andreas
>> Henicke) wrote:
>
>> Der Treppenwitz an dem Beitrag ist, daß die Koma-Katze ihre eigene
>> Eingangsprämisse verrät, um der DDR eins reinzuwürgen.
>
>Inkonsistenz ist kein Treppenwitz.

Sondern?


















Inkontinenz, wenn das Klo eine halbe Treppe tiefer ist.

Ralf Schrader

unread,
Sep 17, 2011, 10:08:28 AM9/17/11
to

"Uwe Schickedanz" <Uwe_use...@nurfuerspam.de> schrieb im Newsbeitrag
news:jls8771gog4kr820v...@4ax.com...

>Inkonsistenz ist kein Treppenwitz.

Sondern?

Inkonsistenz eben, die Unfähigkeit, Zusammenhänge, Geschlossenheit zu haben
und zu denken. Die DDR war eine weitgehend konsistente Welt. Stabil in sich,
nicht nach aussen. Eine geschlossene Insel, nicht überlebensfähig, aber
lebenswert, wenn man lebenswert nicht mit individuellen Freiraum
verwechselt.
Der Westen ist inkonsistent. Das sieht man gerade dieser Tage.Es gibt keine
konsenten Ziele. Solche hatten wir in der DDR immer. Wir wollten die
allseitig gebildete Persönlichkeit, das wir vor dem ich, jeder nach seinen
Fähigkeiten. Der Westen hat nur den Wert Geld, welches sich gerade als
bedrucktes Papier herausstellt.
Komsistenz ist, alles in eine Reihe zu stellen: Als erstes Moral, dann
Autonomie, nicht Freiheit des Einzelnen. Sonst nichts.

Ralf

Karl Friedrich Siebert

unread,
Sep 17, 2011, 10:14:42 AM9/17/11
to
Am 17.09.2011 16:08, schrieb Ralf Schrader:
> "Uwe Schickedanz"<Uwe_use...@nurfuerspam.de> schrieb im Newsbeitrag
> news:jls8771gog4kr820v...@4ax.com...
>
>> Inkonsistenz ist kein Treppenwitz.
> Sondern?
>
> Inkonsistenz eben, die Unfähigkeit, Zusammenhänge, Geschlossenheit zu haben
> und zu denken. Die DDR war eine weitgehend konsistente Welt. Stabil in sich,
> nicht nach aussen. Eine geschlossene Insel, nicht überlebensfähig, aber
> lebenswert, wenn man lebenswert nicht mit individuellen Freiraum
> verwechselt.
> Der Westen ist inkonsistent. Das sieht man gerade dieser Tage.Es gibt keine
> konsenten Ziele. Solche hatten wir in der DDR immer. Wir wollten die
> allseitig gebildete Persönlichkeit, das wir vor dem ich, jeder nach seinen
> Fähigkeiten. Der Westen hat nur den Wert Geld, welches sich gerade als
> bedrucktes Papier herausstellt.
> Komsistenz ist, alles in eine Reihe zu stellen: Als erstes Moral, dann
> Autonomie, nicht Freiheit des Einzelnen. Sonst nichts.
>
> Ralf
>
Den Schmarrn glaubste doch selber nicht?



Inkontinenz, wenn das Klo eine halbe Treppe tiefer ist.

Gruß Uwe



--
Gruß
Karl Friedrich

Ralf Schrader

unread,
Sep 17, 2011, 10:28:16 AM9/17/11
to

"Karl Friedrich Siebert" <k.f.s...@online.de> schrieb im Newsbeitrag
news:j529vs$n9k$1...@gwaiyur.mb-net.net...
>>
> Den Schmarrn glaubste doch selber nicht?
>
> Inkontinenz, wenn das Klo eine halbe Treppe tiefer ist.

Klo eine halbe Treppe tiefer mit einer inkontinenten Nachbarin hatte ich für
ca. 6 Jahre. Der Zusammenhang erschliesst sich mir nicht.


Ronald Konschak

unread,
Sep 17, 2011, 10:43:16 AM9/17/11
to
Karl Friedrich Siebert <k.f.s...@online.de> schrieb:
>>
> Den Schmarrn glaubste doch selber nicht?

Ihre bisherigen Lebensäußerungen in dieser Gruppe, Herr Siebert,
qualifizieren Sie nicht gerade für eine Teilnahme an dieser
Diskussion.

Karl Friedrich Siebert

unread,
Sep 17, 2011, 11:15:01 AM9/17/11
to
Ist das jetzt ein Maulkorb nach STASI - Manier? Mir scheint, du bist
noch nicht im 21.Jhd. angekommen!

--
Gruß
Karl Friedrich

Uwe Schickedanz

unread,
Sep 17, 2011, 11:17:05 AM9/17/11
to
Wenns so sinnlos zitiert wird, ist das auch kein Wunder. Schau mal in
meine erste Antwort...
Message has been deleted

Ralf Schrader

unread,
Sep 17, 2011, 12:24:37 PM9/17/11
to
"Uwe Schickedanz" <Uwe_use...@nurfuerspam.de>

> Wenns so sinnlos zitiert wird, ist das auch kein Wunder. Schau mal in
meine erste Antwort.

Das ist ja auch alles ziemlich egal. Um zum Thema zurück zu kehren. Armut im
westlichen Sinn gab es in der DDR nicht. Kein Geld zu haben war in den einen
Kreisen genau so normal, wie in anderen, nicht das richtige Geld zu haben.
Arm waren wie nie, nicht wenn wir am letzten Tag im Monat die Nachbarin um
2.20 für eine Packung Milasan angepumpt haben.
Arm konnte man erst im Westen werden, dann ging es aber ganz gründlich. Ich
bin zufällig nicht arm geworden oder geblieben, wel ich zufällig den
richtigen Beruf habe und weniger zufällig ganz schnell Deutschland verlassen
habe. In der DDR wäre ich unzufälliig geblieben. Auch ohne Mauer.

Ralf


Ralf Schrader

unread,
Sep 17, 2011, 1:20:30 PM9/17/11
to

"Peter Veith" <ve...@snafu.de> schrieb im Newsbeitrag
news:9d5i7b...@mid.uni-berlin.de...
> "Boris Gerlach" schrieb:

>> <snip> Jedenfalls unwuerdig fuer eine Gesellschft die ja
>> den Anspruch hatte *BESSER* zu sein.
>
> Am eigenem Anspruch gescheitert ... nicht die schlechteste Niederlage.

So richtig verstanden habt Ihr das Beide nicht. Eine Gesellschaft ist nicht
für die Glückseligkeit der in ihr lebenden Menschen zuständig. Die DDR-
Gesellschaft war schon besser, nur nicht für die Menschen. Das war aber auch
nie die Absicht, das kann nie die Absicht von Gesellschaft sein. Ein wenig
mehr an Geschichtsbewusstsein, Wissen und Grips sollte schon sein.

Gruss aus den Alpen
aus einem Land, das viel mehr DDR ist
als es DDR je war

Ralf


Florian Ritter

unread,
Sep 17, 2011, 1:35:49 PM9/17/11
to
On 17 Sep., 16:14, Karl Friedrich Siebert <k.f.sieb...@online.de>
wrote:

> > Der Westen ist inkonsistent. Das sieht man gerade dieser Tage.Es gibt keine
> > konsenten Ziele. Solche hatten wir in der DDR immer. Wir wollten die
> > allseitig gebildete Pers nlichkeit, das wir vor dem ich, jeder nach seinen
> > F higkeiten. Der Westen hat nur den Wert Geld, welches sich gerade als
> > bedrucktes Papier herausstellt.
> > Komsistenz ist, alles in eine Reihe zu stellen: Als erstes Moral, dann
> > Autonomie, nicht Freiheit des Einzelnen. Sonst nichts.

> Den Schmarrn glaubste doch selber nicht?
>
> Inkontinenz, wenn das Klo eine halbe Treppe tiefer ist.

Von Dir, ja, von Dir laß ick mir die Schradersche, allseits jebildete
sozialistische Persönlichkeit aber nich schlechtmachen, nich von Dir,
Großer - FR

Florian Ritter

unread,
Sep 17, 2011, 1:45:21 PM9/17/11
to
On 17 Sep., 17:15, Karl Friedrich Siebert <k.f.sieb...@online.de>
wrote:

> >> Den Schmarrn glaubste doch selber nicht?
> > Ihre bisherigen Lebensäußerungen in dieser Gruppe, Herr Siebert,
> > qualifizieren Sie nicht gerade für eine Teilnahme an dieser
> > Diskussion.
>
> Ist das jetzt ein Maulkorb nach STASI - Manier? Mir scheint, du bist
> noch nicht im 21.Jhd. angekommen!

Sollte Dir verborgen geblieben sein, daß das einige Partizipienten
dieser Gruppe noch nicht sind resp. von gelindem schwachsinn umweht
sind?

> Karl Friedrich

Es besuchte jemand (aus sehr vermögender Familie an der Ruhr) mit
Deinen Vornamen (allerdings F.C.) meinen Vater in Ostbln., der war
schwer beeindruckt und konstatierte: königstreue Familie.

FR

Gunter Kühne

unread,
Sep 17, 2011, 2:30:49 PM9/17/11
to
Du aber auch nicht.

Ronald Konschak

unread,
Sep 17, 2011, 3:10:45 PM9/17/11
to
Florian Ritter <hansr...@googlemail.com> schrieb:
>
>> Karl Friedrich
>
> Es besuchte jemand (aus sehr vermögender Familie an der Ruhr) mit
> Deinen Vornamen (allerdings F.C.) meinen Vater in Ostbln., der war
> schwer beeindruckt und konstatierte: königstreue Familie.

Ja, die Hofnarren hatten immer das richtige Gespür für monarchische
Charaktere. Irgendwer mußte ja als Zielscheibe dienen.

Ronald.
--
Die Freiheit, die Millionen von Menschen gerade gewinnen, bietet auch
wirtschaftliche Chancen – auch für deutsche Unternehmen.

BDI-Präsident Hans-Peter Keitel über den Zweck der libyschen "Revolution"

Boris Gerlach

unread,
Sep 18, 2011, 1:45:15 AM9/18/11
to
Hallo Ralf

Ich glaub im Lauf der Jahre drehst Du immer mehr ab.

Gruss
Boris

Florian Ritter

unread,
Sep 18, 2011, 5:23:22 AM9/18/11
to
On 18 Sep., 07:45, Boris Gerlach <drstrange2...@t-online.de> wrote:

> > Gruss aus den Alpen
> > aus einem Land, das viel mehr DDR ist
> > als es DDR je war

> Hallo Ralf
>
> Ich glaub im Lauf der Jahre drehst Du immer mehr ab.

Vorsichtig formuliert.

Was verdiente eigentlich eine Wäscherin bei Rewatex? Ich fürchte, es
werden unter 400 M im Monat gewesen sein, das reichte knapp fürs
Leben. Ich kannte eine, der Mann war früh gestorben, und bei ihr
reichte es nicht für neue Gardinen, die Kinder legten zusammen, um die
anschaffen zu können - FR

Gunter Kühne

unread,
Sep 18, 2011, 5:56:25 AM9/18/11
to
Florian Ritter wrote:

> Was verdiente eigentlich eine Wäscherin bei Rewatex?
Ich vermute mit ausgleich ungefähr von der Kaufkraft her das gleiche wie
heute eine Wäscherin bei MEWA.

Vinzent Hoefler

unread,
Sep 18, 2011, 6:48:26 AM9/18/11
to
Gunter Kühne wrote:

> Florian Ritter wrote:
>
>> Was verdiente eigentlich eine Wäscherin bei Rewatex?
> Ich vermute mit ausgleich ungefähr von der Kaufkraft her das gleiche wie
> heute eine Wäscherin bei MEWA.

Ich vermute, Du vermutest da ziemlich optimistisch.


Vinzent.

--
f u cn rd ths, u cn gt a gd jb n cmptr prgrmmng.

André Grafe

unread,
Sep 18, 2011, 7:04:39 AM9/18/11
to
Am 18.09.2011 12:48, schrieb Vinzent Hoefler:
> Gunter Kühne wrote:
>
>> Florian Ritter wrote:
>>
>>> Was verdiente eigentlich eine Wäscherin bei Rewatex?
>> Ich vermute mit ausgleich ungefähr von der Kaufkraft her das gleiche wie
>> heute eine Wäscherin bei MEWA.
>
> Ich vermute, Du vermutest da ziemlich optimistisch.
>
>
> Vinzent.
>

Nö, könnte in etwa so hinkommen. In der DDR gab es ja die "2. Lohntüte",
heute bekommt sie Aufstockung von der ARGE und Wohngeld. Ach ja, sogar
die Zahlen dürften sich kaum unterscheiden, nur hat sich die
Zusammensetzung des Warenkorbes etwas geändert.
ABER, in der DDR bekam sie die "2. Lohntüte" automatisch, heute muss sie
alles einzeln beantragen und sich dafür den zuständigen Stellen
gegenüber total naggisch machen.

André

--
André Grafe
01239Dresden 51°00'27.10 N 13°47'43.02 E
http://www.boincstats.com/signature/user_117365.gif

Gunter Kühne

unread,
Sep 18, 2011, 8:24:58 AM9/18/11
to
Vinzent Hoefler wrote:

> Gunter Kühne wrote:
>
>> Florian Ritter wrote:
>>
>>> Was verdiente eigentlich eine Wäscherin bei Rewatex?
>> Ich vermute mit ausgleich ungefähr von der Kaufkraft her das gleiche wie
>> heute eine Wäscherin bei MEWA.
>
> Ich vermute, Du vermutest da ziemlich optimistisch.
>
>
> Vinzent.
>
Gehört nicht hier her aber ich kenne die jetzigen Zahlen sehr genau.
Mehr hier nicht.

Andreas Henicke

unread,
Sep 23, 2011, 4:18:03 PM9/23/11
to
Ralf Schrader <ralf.s...@gmx.ch> wrote:

> Das ist ja auch alles ziemlich egal. Um zum Thema zurück zu kehren. Armut im
> westlichen Sinn gab es in der DDR nicht. Kein Geld zu haben war in den einen
> Kreisen genau so normal, wie in anderen, nicht das richtige Geld zu haben.
> Arm waren wie nie, nicht wenn wir am letzten Tag im Monat die Nachbarin um
> 2.20 für eine Packung Milasan angepumpt haben.

Das ist doch naiv. Armut in der DDR war nicht besser oder schöner. Mit
300 Mark Rente nach fünfzig Jahren Arbeit war in keiner Hinsicht besser
als Armut heute. Kein Geld ist kein Geld. Heute glaube ich sind die
Chancen nur größer der Armut zu entkommen. Und das Risiko, unverschuldet
wieder in derselben zu landen.

Gruß, Andreas.



Knut Ochdorf

unread,
Sep 23, 2011, 4:51:33 PM9/23/11
to
Andreas Henicke schrieb:

> Das ist doch naiv. Armut in der DDR war nicht besser oder schöner. Mit
> 300 Mark Rente nach fünfzig Jahren Arbeit war in keiner Hinsicht besser
> als Armut heute. Kein Geld ist kein Geld. Heute glaube ich sind die
> Chancen nur größer der Armut zu entkommen.

Als Rentner?

> Und das Risiko, unverschuldet wieder in derselben zu landen.

Zustimmung.

Knut

Ronald Konschak

unread,
Sep 23, 2011, 5:30:10 PM9/23/11
to
Knut Ochdorf <KnutO...@web.de> schrieb:
Noch 1990 konnte jeder so reich werden wie er wollte. Wie
ich sehe, hat sich die BRD seitdem gut entwickelt. Jeder hat
eine Chance, der Armut zu entkommen.

Martin Ebert

unread,
Sep 23, 2011, 6:08:54 PM9/23/11
to
Am 23.09.2011 22:18, schrieb Andreas Henicke:
> Ralf Schrader <ralf.s...@gmx.ch> wrote:
>> Armut im westlichen Sinn gab es in der DDR nicht.

> Das ist doch naiv. Armut in der DDR war nicht besser oder schöner. Mit
> 300 Mark Rente nach fünfzig Jahren Arbeit war in keiner Hinsicht besser
> als Armut heute. Kein Geld ist kein Geld.

Natürlich gab es Armut in der DDR. Darüber wurde auch geredet.
Das traf -um Beispiele zu nennen- Rentnerinnen, die die Kohle zum heizen
nicht zahlen konnten. Oder alleinstehende Hilfsköchinnen mit Kindern.

Ich bin ganz verwundert, wie paradiesisch die DDR wird, je länger sie
weg ist.

Mt

R.Borchmann

unread,
Sep 23, 2011, 6:14:16 PM9/23/11
to

"Andreas Henicke" <hen...@t-onlne.de> schrieb im Newsbeitrag
news:1k82j30.ofv42e1aom9a8N%hen...@t-onlne.de...
> Mit
> 300 Mark Rente nach fünfzig Jahren Arbeit war in keiner Hinsicht besser
> als Armut heute.


300?

Oma hat 224 M bekommen


Gerald Endres

unread,
Sep 24, 2011, 4:37:22 AM9/24/11
to
"R.Borchmann" <newsgro...@t-online.de> schrieb:

>> Mit
>> 300 Mark Rente nach fünfzig Jahren Arbeit war in keiner Hinsicht besser
>> als Armut heute.
>
>
>300?
>
>Oma hat 224 M bekommen

Wann?

Aus einem Rentenbescheid 1984:
"In Verwirklichung des Gemeinsamen Beschlusses des Zentralkomitees der
SED, des Bundesvorstandes des FDGB und des Ministerrates der DDR vom
22. Mai 1984 über die weitere Erhöhung der Mindestranten und und
anderer Renten wurden auf der Grundlage der vom Ministerrat der DDR in
Übereinstimmung mit dem Bundesvorstand des FDGB erlassenen
Rechtsvorschriften auch Ihre bisherigen Rentenleistungen auf die neue
Mindestrente/den neuen Mindestbetrag erhöht. Ihre Alters-Rente wurde
um 30 M auf 340 M erhöht."
(zit. nach Matthias Judt (Hg): DDR-Geschichte in Dokumenten, Berlin
1997)

Gruß
Gerald

Peter Veith

unread,
Sep 24, 2011, 5:33:35 AM9/24/11
to
"Martin Ebert" schrieb:

> Natürlich gab es Armut in der DDR.

Ja, sicherlich eine Frage der Definition und mit wem verglichen wird.
Relative Armut unterschreibe ich Dir für jeden Staat, absolute nicht.

> Darüber wurde auch geredet.
> Das traf -um Beispiele zu nennen- Rentnerinnen, die die Kohle zum heizen
> nicht zahlen konnten.

Das wäre ein Fall von absouluter Armut, den ich Dir nicht abnehme, 1950
vielleicht, da kann ich nichts sagen. Wir assoziieren "DDR" hier regelmäßig
mit den 1970er, 1980er Jahren. In dieser Zeit hatte _jeder_ die Möglichkeit
seine Miete, Kohlen oder Essen zu bezahlen. Wer anderes erzählt und dabei
war, lügt. Wenn das akzeptiert wird, können wir uns über die Qualität der
Kohle unterhalten :-D

Insbesondere Kohle war durch "Kohlekarten" stark subventioniert. Ich habe
nur einmal DDR-Kohlen für mich unter Verwendung einer Kohlekarte kaufen
können. Kostenpunkt warinsg. mit "HO-Kohle" WIMRE 100,- Mark. Geheizt habe
ich damit über drei Jahre langt :).

> Oder alleinstehende Hilfsköchinnen mit Kindern.

Es ist noch heute ein "Phänomen", daß die Ärmsten die meisten Kinder haben.
Über die Gründe läßt sich ebenfalls vortrefflich schwadronieren.

> Ich bin ganz verwundert, wie paradiesisch die DDR wird, je länger sie
> weg ist.

Ich bin ganz verwundert, wie mieser die DDR geredet wird, je länger sie weg
ist. Eigentlich heißt es doch bei Heribert Prantl: "Die Schärfe der
Beurteilung von Stasi-Kontakten wächst im Quadrat des Zeitabstands zur DDR."
Läßt sich universell verallgemeinern.
http://www.sueddeutsche.de/politik/stasi-aktengesetz-soll-verschaerft-werden-alte-akten-neuer-furor-1.1142195

Veith
--
Strukturen, Bilder & Geschichte(n) der LSK/LV
http://www.DDR-LUFTWAFFE.de


Peter Veith

unread,
Sep 24, 2011, 5:37:46 AM9/24/11
to
"R.Borchmann" schrieb:

> "Andreas Henicke" schrieb:
>> 300 Mark Rente nach fünfzig Jahren Arbeit war in keiner Hinsicht besser
>> als Armut heute.
>
> 300?
> Oma hat 224 M bekommen

Mann, Zeitschiene und Arbeitsleistung!

»Die Alters-R. werden nach unten durch Mindestrenten begrenzt. Sie betragen
für Anspruchsberechtigte mit weniger als 15 Arbeitsjahren
(versicherungspflichtige Zeiten und Zurechnungszeiten) 270 Mark (ab
1.12.1984 300 Mark), mit wenigstens 15 Arbeitsjahren 280 Mark (ab 1.12.1984
310 Mark); danach erhöht sich die Mindest-R. in Abständen von 5 weiteren
Arbeitsjahren um jeweils 10 Mark, und erreicht bei 45 und mehr Arbeitsjahren
den Höchstbetrag von 340 Mark (ab 1.12.1984 370 Mark). [DDR-Handbuch:
Renten. Enzyklopädie der DDR, S. 5420 (vgl. DDR-HB, S. 1118) (c)
Bundesministerium des Innern
http://www.digitale-bibliothek.de/band32.htm ]

Peter Veith

unread,
Sep 24, 2011, 6:39:46 AM9/24/11
to
Zum Rentensystem der DDR vielleicht noch ein paar Anmerkungen:

Der Delegitimierer sollte sich vielleicht nicht nur auf die Mindestrente (ab
1985 = 370,- Mark) konzentrieren, sondern auch auf die höchste zu erzielende
Rente ... diese betrug bspw. ab 1985 lediglich 440,- Mark *shocking* :-D

Der Grund lag natürlich u.a. in der geringen Beitragsbemessungsgrenze von
600,- Mark. Und wie es in der BRD - bei deutlich höherer
Beitragsbemessungsgrenze - noch Betriebsrenten beim Kapitalisten oder
Zusatzversorgungen im öffentlichen Dienst gibt bzw. gab, gab es ab 1971 die
FZR: »Die Freiwillige Zusatzrentenversicherung (FZR) trägt nunmehr dazu bei,
die Relation zwischen dem Arbeitseinkommen und bestimmten Geldleistungen der
S. (Renten, Krankengeld) günstiger zu gestalten. Mehr als 75 v.H. aller
beitragsberechtigten Arbeiter und Angestellten sind inzwischen der FZR
beigetreten, zu der ein Beitrag von jeweils 10 v.H. von den Versicherten und
Betrieben - bezogen auf die über 600 Mark liegenden Arbeitseinkünfte -
abzuführen ist. ...

Die Mehrleistungen bestehen in einem erhöhten Krankengeld und der
Zusatzrente. Die Höhe der monatlichen Zusatzaltersrente errechnet sich aus
der Anzahl der FZR-Beitragsjahre und einem Beitragswert in Höhe von 2,5 v.H.
des 600 Mark monatlich übersteigenden Durchschnittseinkommens. Sind z.B. für
20 Jahre aufgrund eines Durchschnittsverdienstes von 1000 Mark Beiträge
entrichtet worden, so errechnet sich eine monatliche Zusatzrente von 20 ×
0,025 × 400 = 200 Mark.
[DDR-Handbuch: Sozialversicherungs- und Versorgungswesen. Enzyklopädie der
DDR, S. 5923 (vgl. DDR-HB, S. 1232) (c) Bundesministerium des Innern
http://www.digitale-bibliothek.de/band32.htm ]

Nach diesen Beipielen aus einem BRD-Buch über die DDR kam jemand durchaus
auf 440 + 200 = 640,- Mark Rente. Leider sind keine Durchschnittrenten o.ä.
unter Berücksichtigung der FZR angegeben. Vor der FZR gab es übrigens die
sog. "Sparrentenversicherung", die die Altersrente mit der 600,- M
Beitragsgrenze aufstockte - soweit gewünscht und bezahlt.

HINT

Christian Rebbe

unread,
Sep 24, 2011, 8:30:44 AM9/24/11
to


"Peter Veith" schrieb

> > Oder alleinstehende Hilfsköchinnen mit Kindern.

> Es ist noch heute ein "Phänomen", daß die Ärmsten die meisten Kinder
> haben. Über die Gründe läßt sich ebenfalls vortrefflich
> schwadronieren.

Eine Familie mit 7 Kindern und Eltern nur Arbeiter und sie Köchin,
haben sich durchaus ein Haus gebaut.

Für deren Kinder waren z.b. die Schulbücher kostenlos, wie für alle mit
mehr als 3 Kindern oder ab drittes Kind. Es gab auch in der DDR sowas
wie ein Sozialamt und da konnte sich eine alleinstehende Mutti durchaus
leisten zwei Häuser zu unterhalten - hatte sie geerbt. Gearbeitet hat
sie nur gelegentlich.

Es gab zumindest niemand, der unter einer Brücke leben musste. Die
Typen bekamen auf alle fälle einen Wohnung zugewiesen und haben dann
eben ggf. auch nicht die Miete gezahlt.

Also die Klientel, gegen die die westl. konservativen Christen so gerne
hetzen und Euthanasieren möchten, die waren auch in der DDR nicht arm
und gut versorgt.

Aber der Wessi braucht ja jemanden, denen er sein Elend anschulden
kann, unterstützt von den christlich-sozialen Hetzern, die nun
eigentlich den Wessi ausplündern.

Aber Ablenken ist alles!

Peter Veith

unread,
Sep 24, 2011, 10:50:43 AM9/24/11
to
Ich meinte:

> Nach diesen Beipielen aus einem BRD-Buch über die DDR kam jemand durchaus
> auf 440 + 200 = 640,- Mark Rente. Leider sind keine Durchschnittrenten
> o.ä.
> unter Berücksichtigung der FZR angegeben. Vor der FZR gab es übrigens die
> sog. "Sparrentenversicherung", die die Altersrente mit der 600,- M
> Beitragsgrenze aufstockte - soweit gewünscht und bezahlt.

Wenn ich dem I-Net glauben darf, betrug die durchschnittliche Altersrente
(ohne FZR) in den 1980ern rd. 380,- M. Die Durchschnittsrente wird auch seit
den 1960ern als relativ stabil mit 28% - 30% des durchschnittlichen
_Brutto_verdienstes angegeben, damit kommt diese Zahl hin.

So konnte jemand, der mehr als die 60,- M in die SVK eingezahlt hat, in den
1980ern rd. auf 550,- Mark Rente im Schnitt gekommen sein, was rd. die
Hälfte vom Nettoeinkommen entsprach und insoweit "Westniveau" war ... der
BRD - "Eckrentner" mit fast 70% ist reine (rechnerische) Fiktion.

Problematisch war die Situation der bäuerlichen Umsiedler, die auf eigner
Scholle gearbeitet und frühestens mit Beginn der Kollektivierung - als sie
ihr Bodenreformland einbrachten - in das Sozialsystem eingezahlt haben. Ihre
"Altersvorsorge" (Land und Spargroschen) waren "im Krieg" geblieben. Damit
bekam meine Oma auch nur 270,- M Mindestrente ... aber Dank Ehepartner,
eigenem (neuen) Haus, subventionierten Grundnahrungsmitteln und Busse und
Bahnen sowie "landwirtschaftlichen Nebenerwerb" bedeutete das weder relative
noch absolute Armut.

Gunter Kühne

unread,
Sep 24, 2011, 11:30:01 AM9/24/11
to
Peter Veith wrote:

> "Martin Ebert" schrieb:
>
>> Nat�rlich gab es Armut in der DDR.
>
> Ja, sicherlich eine Frage der Definition und mit wem verglichen wird.
> Relative Armut unterschreibe ich Dir f�r jeden Staat, absolute nicht.
>
>> Dar�ber wurde auch geredet.
>> Das traf -um Beispiele zu nennen- Rentnerinnen, die die Kohle zum heizen
>> nicht zahlen konnten.
>
> Das w�re ein Fall von absouluter Armut, den ich Dir nicht abnehme, 1950
> vielleicht, da kann ich nichts sagen. Wir assoziieren "DDR" hier
> regelm��ig mit den 1970er, 1980er Jahren. In dieser Zeit hatte _jeder_ die
> M�glichkeit seine Miete, Kohlen oder Essen zu bezahlen.

Das muss ich dir gerade als ehemaliger Vp Angehöriger widersprechen.
Es gab solche Fälle .
Mein Revier war Dresden Nord und dort alles links der Hansastr.
Es gab da Ecken da hättest du gestaunt was es alles gab.
Aber es gab auch sowas wie ein Sozialamt in der DDR.
( Eigentlich die Abt. Soziales der jeweiligen Rathäuser.In DD nach
Stadtbezirken gegliedert.)

Diese Personen bekamen da Untersützung.
leider wussten gerade ältere das nicht.
und so betrachteten es einige Herrn Polizisten es als Aufgabe solche Fälle
dahin zu melden.( Über Dienstweg)
Im Regelfall wurde da schnell geholfen.
Es ist aber immer möglich das dieser oder jene durch das Raster Vielen.






> Wer anderes
> erz�hlt und dabei war, l�gt. Wenn das akzeptiert wird, k�nnen wir uns �ber
> die Qualit�t der Kohle unterhalten :-D

Das ist erein anders Problem.
aber die richtig schlechte hatt die Bevölkerung kaum gesehen.


> Insbesondere Kohle war durch "Kohlekarten" stark subventioniert. Ich habe
> nur einmal DDR-Kohlen f�r mich unter Verwendung einer Kohlekarte kaufen
> k�nnen. Kostenpunkt warinsg. mit "HO-Kohle" WIMRE 100,- Mark. Geheizt habe
> ich damit �ber drei Jahre langt :).
>
>> Oder alleinstehende Hilfsk�chinnen mit Kindern.
>
> Es ist noch heute ein "Ph�nomen", da� die �rmsten die meisten Kinder
> haben. �ber die Gr�nde l��t sich ebenfalls vortrefflich schwadronieren.
>
>> Ich bin ganz verwundert, wie paradiesisch die DDR wird, je l�nger sie
>> weg ist.
>
> Ich bin ganz verwundert, wie mieser die DDR geredet wird, je l�nger sie
> weg ist. Eigentlich hei�t es doch bei Heribert Prantl: "Die Sch�rfe der
> Beurteilung von Stasi-Kontakten w�chst im Quadrat des Zeitabstands zur
> DDR." L��t sich universell verallgemeinern.
> http://www.sueddeutsche.de/politik/stasi-aktengesetz-soll-verschaerft-
werden-alte-akten-neuer-furor-1.1142195
>
> Veith

Gunter Kühne

unread,
Sep 24, 2011, 11:45:33 AM9/24/11
to
Gerald Endres wrote:

> "R.Borchmann" <newsgro...@t-online.de> schrieb:
>
>>> Mit
>>> 300 Mark Rente nach f�nfzig Jahren Arbeit war in keiner Hinsicht besser


>>> als Armut heute.
>>
>>
>>300?
>>
>>Oma hat 224 M bekommen
>
> Wann?
>
> Aus einem Rentenbescheid 1984:
> "In Verwirklichung des Gemeinsamen Beschlusses des Zentralkomitees der
> SED, des Bundesvorstandes des FDGB und des Ministerrates der DDR vom

> 22. Mai 1984 �ber die weitere Erh�hung der Mindestranten und und


> anderer Renten wurden auf der Grundlage der vom Ministerrat der DDR in

> �bereinstimmung mit dem Bundesvorstand des FDGB erlassenen


> Rechtsvorschriften auch Ihre bisherigen Rentenleistungen auf die neue

> Mindestrente/den neuen Mindestbetrag erh�ht. Ihre Alters-Rente wurde
> um 30 M auf 340 M erh�ht."


> (zit. nach Matthias Judt (Hg): DDR-Geschichte in Dokumenten, Berlin
> 1997)
>

> Gru�
> Gerald
Ja und jetzt kam es drauf an wo du wohntest.
Also
Miete:
Dresden Fritz Hoffmanstr. 5 Vierte Etage. 2 1/2 Zimmer und K�che Bad. 17,80
Mark der DDR Miete Monatlich.
Strom:
Die KWH 7 Pfennige.
plus 23 mark Z�hlergeb�r einmal im Jahr.
( Konnte auf Antrag erlassen werden, Habe ich auch erst erfahren als ich
dann bei der Energieversorgung war.)

Wasser M�ll u.s.w. war in der Miete Inbegriffen ( F�r Leute aus den
Gebrauchten L�ndern, das war der Normalzustand in der DDR.)

Gas:
Stadtgas cm 14 Pfennige? ( Hier mache ich mal ein Fragezeichen dahinter.)

Stra�enbahn 20 Pfennige die Fahrt ( In DD ohne Zonen)
Essen gabs f�r 5,- Mark, auch den ganzen Monat, von der Volkssolidarit�t,
f�r eben Rentner mit wenig Rente.
( OK �ber die Qualit�t kann, ( konnte ) man streiten)
Problem siehe oben, es musste bekannt sein.


MFG

Peter Veith

unread,
Sep 24, 2011, 11:46:20 AM9/24/11
to
"Gunter Kühne" schrieb:

> Es ist aber immer möglich das dieser oder jene durch das Raster Vielen.

_Das_ ist immer so. Es war die bestmögliche, aber bei Leibe nicht die
bestdenkbare Welt ... das gibt es nur im Märchen :-D

Florian Ritter

unread,
Sep 24, 2011, 12:44:23 PM9/24/11
to
On 24 Sep., 00:08, Martin Ebert <mx...@gmx.net> wrote:

> > Das ist doch naiv. Armut in der DDR war nicht besser oder schöner. Mit
> > 300 Mark Rente nach fünfzig Jahren Arbeit war in keiner Hinsicht besser
> > als Armut heute. Kein Geld ist kein Geld.
>
> Natürlich gab es Armut in der DDR. Darüber wurde auch geredet.
> Das traf -um Beispiele zu nennen- Rentnerinnen, die die Kohle zum heizen
> nicht zahlen konnten. Oder alleinstehende Hilfsköchinnen mit Kindern.

Entweder Küchenhilfe oder Beiköchin - entscheide Dich!

FR

Ronald Konschak

unread,
Sep 24, 2011, 1:16:37 PM9/24/11
to
Gunter Kühne <gunt...@web.de> schrieb:
>
> Das muss ich dir gerade als ehemaliger Vp Angehöriger widersprechen.
> Es gab solche Fälle .
> Mein Revier war Dresden Nord und dort alles links der Hansastr.
> Es gab da Ecken da hättest du gestaunt was es alles gab.

Gabs auch in der Friedrichstadt. Auf meinen Wochenendbaustellen
habe ich manches gesehen, was nicht so recht ins sozialistische
Bild passen wollte. Ich kannte aber oft auch die Ursachen.
Alkoholismus, Überforderung mit dem Haushalt und Arbeit
allgemein oder auch bewußte Nichteinordnung in die Gesellschaft.
Das dürfte auch Deine "Stammkundschaft" gewesen sein. Meistens
hatten sie ein unregelmäßiges Einkommen, gingen als Pauschal-
arbeiter Pakete sortieren oder als Hilfskellner. Letzteres war
am Tag oft einträglicher als eine Woche Arbeit in der Fabrik,
und in der restlichen Zeit wurde das Geld versoffen.

Komme mir keiner damit, daß bei kinderreichen Familien das
Geld nicht gereicht hätte. Nicht umsonst wurden die
Väter derselben "Herr Biber" genannt. In Dresden wohnte
eine Familie mit zwanzig Kindern, deren Eltern brauchten
garnicht arbeiten. Das hübsche Anwesen in Altgorbitz konnte
man seinerzeit in der Sendung "Außenseiter-Spitzenreiter"
bewundern. Wie Armut sah das nicht aus.

Die Kinder sind übrigens in den 90ern noch mal "berühmt"
geworden - als notorische Brandstifter.

Bernd Ullrich

unread,
Sep 24, 2011, 3:07:07 PM9/24/11
to

"Gunter Kühne

[...]
> Wasser Müll u.s.w. war in der Miete Inbegriffen ( Für Leute aus den
> Gebrauchten Ländern, das war der Normalzustand in der DDR.)
Begreifen die schwer.

Wer einen Wasserzähler im Vorgarten hatte bezahlte für den mhoch3 IMHO
50 Pfennig.

> Gas:
> Stadtgas cm 14 Pfennige? ( Hier mache ich mal ein Fragezeichen
> dahinter.)
>
> Straßenbahn 20 Pfennige die Fahrt ( In DD ohne Zonen)
> Essen gabs für 5,- Mark, auch den ganzen Monat, von der
> Volkssolidarität,
> für eben Rentner mit wenig Rente.
> ( OK über die Qualität kann, ( konnte ) man streiten)

André Grafe

unread,
Sep 24, 2011, 5:08:48 PM9/24/11
to
Am 24.09.2011 19:16, schrieb Ronald Konschak:

>
> Komme mir keiner damit, daß bei kinderreichen Familien das
> Geld nicht gereicht hätte. Nicht umsonst wurden die
> Väter derselben "Herr Biber" genannt. In Dresden wohnte
> eine Familie mit zwanzig Kindern, deren Eltern brauchten
> garnicht arbeiten. Das hübsche Anwesen in Altgorbitz konnte
> man seinerzeit in der Sendung "Außenseiter-Spitzenreiter"
> bewundern. Wie Armut sah das nicht aus.
>
> Die Kinder sind übrigens in den 90ern noch mal "berühmt"
> geworden - als notorische Brandstifter.
>
> Ronald.

Familie A...?

Ronald Konschak

unread,
Sep 24, 2011, 5:44:15 PM9/24/11
to
André Grafe <Andre...@ewt-net.de> schrieb:
>
> Familie A...?
>

Ja.

Matthias Opatz

unread,
Sep 24, 2011, 7:10:10 PM9/24/11
to
Florian Ritter gab zur Kenntnis:

> Entweder Küchenhilfe oder Beiköchin - entscheide Dich!

Kaltmamsell.

Matthias

--
Herrliche Berge - das sind Gegner nach unserem Herzen.
Gefährliche Berge machen Lust und machen Schmerzen.
Und Mut und Tod werden Brüder vor dem Gipfel.
Und Mut und Tod steigen mit an unserem Seil.

== Bitte bei Mailantwort Großbuchstaben aus Reply-Adresse löschen ==

Matthias Opatz

unread,
Sep 24, 2011, 7:10:58 PM9/24/11
to
Gunter Kühne gab zur Kenntnis:

> Die KWH 7 Pfennige

Meine Erinnerung sagt: 8

Matthias

--
Wenn ich, was mein Lied gesät, aufgehn seh in fremden Köpfen,
und find Lachen und find Weinen, nämlich bin ich glücklich.

Martin Ebert

unread,
Sep 24, 2011, 7:12:55 PM9/24/11
to
Am 24.09.2011 11:33, schrieb Peter Veith:
> "Martin Ebert" schrieb:

>> Natürlich gab es Armut in der DDR.

> Ja, sicherlich eine Frage der Definition und mit wem verglichen wird.
> Relative Armut unterschreibe ich Dir für jeden Staat, absolute nicht.

Das ist vielleicht mein größtes Problem mit Dir:
Du hast das schlicht nicht erlebt.

Also das werfe ich Dir nicht vor: Du warst da in Hinterputzenhausen in
einem Neubau auf dem Acker. Da war das sicher auch nicht so ausnehmend
lustig - aber Dir fehlt (mit Verlaub) der Blick auf das pralle Leben.

>> Darüber wurde auch geredet.
>> Das traf -um Beispiele zu nennen- Rentnerinnen, die die Kohle zum heizen
>> nicht zahlen konnten.

> Das wäre ein Fall von absouluter Armut, den ich Dir nicht abnehme,

Sowas hat es aber gegeben.
Du - da sind alte Menschen erfroren. Weil sie die Kohle nicht bezahlen
konnten. Vielleicht war das auch Scham, heute sind Betrachtungen ja
einfach. Die mit großen Bohei verkündeten Rentenerhöhungen waren jeden-
falls genau auf diese Zielgruppe gerichtet: Die Frauen, die (aus welchen
Gründen auch immer) eine Rente bezogen, die unter dem Existenzminimum
der DDR lag. Ja, ich rede über die 1980er Jahre.

> Wir assoziieren "DDR" hier regelmäßig
> mit den 1970er, 1980er Jahren. In dieser Zeit hatte _jeder_ die Möglichkeit
> seine Miete, Kohlen oder Essen zu bezahlen.

Vergiss es.
Ich rede über eine vergessene Randgruppe.

> Wer anderes erzählt und dabei war, lügt.

Wäge Deine Worte genau.

>> Oder alleinstehende Hilfsköchinnen mit Kindern.

> Es ist noch heute ein "Phänomen", daß die Ärmsten die meisten Kinder haben.
> Über die Gründe läßt sich ebenfalls vortrefflich schwadronieren.

Eine solidarische Gesellschaft hat ... ach, was rede ich.
Weißt Du doch genau.

> Ich bin ganz verwundert, wie mieser die DDR geredet wird, je länger sie weg
> ist.

Als Erwiderung meines Satzes ansich ok.
Allerdings hast Du da ... Du weißt es genau.

Mt

Martin Ebert

unread,
Sep 24, 2011, 7:18:04 PM9/24/11
to
Am 24.09.2011 17:30, schrieb Gunter Kühne:
> Peter Veith wrote:
>> "Martin Ebert" schrieb:
>>> Nat�rlich gab es Armut in der DDR.

[Peter sagt, dass es keine Armut in der DDR gab]

> Das muss ich dir gerade als ehemaliger Vp Angehöriger widersprechen.
> Es gab solche Fälle .

Danke, Gunter.

> Aber es gab auch sowas wie ein Sozialamt in der DDR.
> ( Eigentlich die Abt. Soziales der jeweiligen Rathäuser.In DD nach
> Stadtbezirken gegliedert.)

Das waren die Ämter für Soziales beim Rat des Kreises.
Wie das in einer kreisfreien Stadt wie Dresden genannt wurde weiß ich
leider nicht.

> Diese Personen bekamen da Untersützung.
> leider wussten gerade ältere das nicht.

Das ist der Punkt.
Der andere Punkt ist, dass diese alten Menschen (mal rechnen!) sich
schlicht schämten.

Mt

Martin Ebert

unread,
Sep 24, 2011, 7:27:48 PM9/24/11
to
Am 24.09.2011 16:50, schrieb Peter Veith:
> Ich meinte:

[Eine sehr detaillierte Darstellung der Situation]

> Problematisch war die Situation der bäuerlichen Umsiedler, die auf eigner
> Scholle gearbeitet und frühestens mit Beginn der Kollektivierung - als sie
> ihr Bodenreformland einbrachten - in das Sozialsystem eingezahlt haben. Ihre
> "Altersvorsorge" (Land und Spargroschen) waren "im Krieg" geblieben.

Dieses als Beispiel.

> ... aber Dank Ehepartner,
> eigenem (neuen) Haus, subventionierten Grundnahrungsmitteln und Busse und
> Bahnen sowie "landwirtschaftlichen Nebenerwerb" bedeutete das weder relative
> noch absolute Armut.

Diesen Absatz kritisiere ich deutlich.
Die *Wertung* kannst Du nicht belegen. Reine Ideologie Deinerseits.

Übrigens wird niemand den sachlichen Teil Deiner Postings zur Kenntnis
nehmen. Mit dem letzten Satz vergeigst Du es regelmäßig.

Mt

René

unread,
Sep 25, 2011, 12:11:08 AM9/25/11
to
On 2011-09-24 18:27:48 -0500, Martin Ebert <mx...@gmx.net> said:

> Übrigens wird niemand den sachlichen Teil Deiner Postings zur Kenntnis
> nehmen.

Weil du der einzige bist, der ihn noch nicht im Filter hat.

Peter Veith

unread,
Sep 25, 2011, 3:34:43 AM9/25/11
to
"Martin Ebert" schrieb:

> Du - da sind alte Menschen erfroren. Weil sie die Kohle nicht bezahlen
> konnten. .... Ja, ich rede über die 1980er Jahre.

Das glaube ich Dir nicht.

Es sind ggf. Menschen erfroren, weil sie krank waren und nicht heizten /
bestellten, wobei der Hausvertrauensmann - der sonst nach dem rechten
schaute - gerade auf der "Völkerfreundschaft" Richtung Kuba dampfte ... aber
nicht, weil sie Kohlen nicht bezahlen _konnten_.

Ich schlage Dir vor, wirf Dich mit dem uns bekannte Dokumentarflmer zusammen
und ihr macht mit der Story doch noch die dicke Kohle^^^Geld. Arbeitstitel:
"Die eiskalte Diktatur" :-D

Peter Veith

unread,
Sep 25, 2011, 4:21:16 AM9/25/11
to
"Martin Ebert" schrieb:

> Übrigens wird niemand den sachlichen Teil Deiner Postings zur Kenntnis
> nehmen. Mit dem letzten Satz vergeigst Du es regelmäßig.

Völlig korrekt. Der simple Grund: "Niemand" _will_ den " sachlichen Teil"
zur Kenntnis nehmen, weil er der herrschenden Ideologie widerspricht.

Mit Widerspruch muß man sich nämlich auseinandersetzen ... das ist
anstrengend, kostet Zeit und bringt regelmäßig keine Kohl^^^Punkte. Ändert
allerdings nichts daran, daß es wahr ist.

=> Ich setze noch einen - provokativ sachlichen - drauf:

* Die Durchschnittsrente für Männer 1989 betrug
526,- M ohne FZR
632,- M mit FZR

* Die Durchschnittsrente für Frauen 1989 betrug
418,- M ohne FZR
454,- M mit FZR

* Naturaleinkommen (Subventionen, wie Volkssolidarität, Kulturleistungen) =
27,7% vom Haushalteinkommen im Jahr 1987.

Angaben nach: "Armut in der 'DDR'-Bevölkerung, Lebensstandard und
Konsumtionsniveau vor und nach der Wende" von Günter Manz, Maro-Verlag,
1992, S. 112 und S. 46

Daraus ergibt sich für Ende der 1980er ein _Durchschnitts_einkommen eines
Rentnerhaushaltes - ohne Zinseinkommen auf Ersparnisse; beide FZR - von
1.086,- M plus Naturaleinkommen i.H.v. 293,- M.
In der Summe: 1.379,- M

=> Wertung: Das war ein ordentliches Haushaltseinkommen, bei ca. 35,- M
Miete, 10,- M Strom, 5,- Kohlen pro Monat und ein Mittagessen für 0,50 M.

Vorraussetzung war natürlich ein entsprechendes Arbeitsleben, bei mehr als
60,- M im Monat für Krankenversicherung und Altersvorsorge sowie Glück bei
den Kriegswirren. Übrigens, obiges ist immer noch _Durchschnitt_, da sind
also auch die Mindestrentner und "Glücklosen" mit drin!

Mir fällt auf, daß die FZR zwar erst 1971 eingeführt wurde, aber bei max. 20
Beitragsjahren FZR bereits eine große Wirkung erzielte.

=> Frage: Kennt jemand näheres zur Sparrentenversicherung?!
=> Polemik: Wie hoch ist die Mindestrente in der BRD noch gleich?!

Ronald Konschak

unread,
Sep 25, 2011, 4:28:23 AM9/25/11
to
Martin Ebert <mx...@gmx.net> schrieb:

> Am 24.09.2011 17:30, schrieb Gunter Kühne:
>> Peter Veith wrote:
>>> "Martin Ebert" schrieb:
>>>> Nat�rlich gab es Armut in der DDR.
>
> [Peter sagt, dass es keine Armut in der DDR gab]
>
>> Das muss ich dir gerade als ehemaliger Vp Angehöriger widersprechen.
>> Es gab solche Fälle .
>
> Danke, Gunter.
>
>> Aber es gab auch sowas wie ein Sozialamt in der DDR.
>> ( Eigentlich die Abt. Soziales der jeweiligen Rathäuser.In DD nach
>> Stadtbezirken gegliedert.)
>
> Das waren die Ämter für Soziales beim Rat des Kreises.
> Wie das in einer kreisfreien Stadt wie Dresden genannt wurde weiß ich
> leider nicht.

Rat des Stadtbezirkes. Steht fast so in Gunters letztem Satz.

>
>> Diese Personen bekamen da Untersützung.
>> leider wussten gerade ältere das nicht.
>
> Das ist der Punkt.
> Der andere Punkt ist, dass diese alten Menschen (mal rechnen!) sich
> schlicht schämten.

Was soll man rechnen? Wie ich hier lese kümmerte sich die VP darum,
daß unbeholfene Bürger zu Ihren Kohlen und den Essenmarken der VS
kamen. Hast Du eine Idee, was man noch tun könnte? Ich meine ohne,
daß wieder einer "Bevormundung!" und "Stasimethoden!" schreit?

Ronald Konschak

unread,
Sep 25, 2011, 5:05:36 AM9/25/11
to
Martin Ebert <mx...@gmx.net> schrieb:

>
> Diesen Absatz kritisiere ich deutlich.
> Die *Wertung* kannst Du nicht belegen. Reine Ideologie Deinerseits.

In Deiner DDR muß es schlimm ausgesehen haben. In meiner war
Großvater Dorfschmied, und ich durfte hier und da bei der
Arbeit zuschauen oder dem Bauern im Stall helfen. So richtig
arm waren die alle nicht dran. Ich argwöhne, daß die SPIEGEL-
Gläubigen nur die Lohntüte sehen und was man mit dem Inhalt
anfangen konnte. Das ist eine sehr westdeutsche Sicht. Es war
nun mal nicht so, daß man für jeden Furz löhnen mußte, so
wie heute. Das wird bei solchen Betrachtungen regelmäßig
ausgeblendet. Das Geld hatte nicht Bedeutung, und wer ehrlich
ist muß zugeben, daß es nach der Währungsunion schon einer
Gewöhnung bedurfte, vor jeder Handlung die Kosten zu erwägen.


> Übrigens wird niemand den sachlichen Teil Deiner Postings zur Kenntnis
> nehmen. Mit dem letzten Satz vergeigst Du es regelmäßig.

Ich nehme Postings immer dann ernsthaft zur Kenntnis, wenn
darin die Meinung des Autors zum Ausdruck kommt. Angepaßtes
Gelaber, keine Meinung und keinen Standpunkt haben, ist mir
suspekt. So wird man vielleicht Bundeskanzlerin, gewinnt
aber weder Aufmerksamkeit noch Respekt.

Peter Veith

unread,
Sep 25, 2011, 5:34:42 AM9/25/11
to
Ingrid meint:

> => Ich setze noch einen - provokativ sachlichen - drauf:

Flinke Hufe:
http://ddr-luftwaffe.blogspot.com/2011/09/renten-in-der-ddr.html

Gunter Kühne

unread,
Sep 25, 2011, 5:42:17 AM9/25/11
to
Ronald Konschak wrote:

stimmt schon, nur eben,
ich vermute mal man erwischte nicht alle die eigentlich Anspruch darauf
gehabt hätten.
( Leider)
Das heutzutage wegen jedem und fast allen Stasie geschrien wird ist ja fast
schon normal.

Und wen ich mir den Papstbesuch die öffentliche Reaktion und die Kommentare
in einigen Zeitungen durchlese, kommt man zu dem Schluß, für alle
Nichtgläubigen kommen bald wieder die Lager mit dem Spruch oben drüber.

Insofern ist das heute hier nur Randerscheinung.

Nun wieder o.T.
Das mit dem Schämen ist schon war.
Es gab sogar ältere Damen die wollten sich anschließend mit Trinkgeld bei
mir bedanken.
( Ich hatte mich darum Gekümmert das sie ihre Kohlen und die
Markenkartoffeln, Umsonst in ihren Keller bekam.)
Da kommt man schon in eine Zwickmühle.
( Deshalb gabs eben auch Genossen die dagegen waren sowas zu tun.)

mfg


Gunter Kühne

unread,
Sep 25, 2011, 5:48:58 AM9/25/11
to
Matthias Opatz wrote:

> Florian Ritter gab zur Kenntnis:
>

>> Entweder K�chenhilfe oder Beik�chin - entscheide Dich!
>
> Kaltmamsell.
>
> Matthias
>
Da gabs aber auch richtig scharfe. Wen auch O.T. zum Thema, aber in Folklore
m�sste es passen :)


MfG

Gunter Kühne

unread,
Sep 25, 2011, 5:52:42 AM9/25/11
to
Matthias Opatz wrote:

> Gunter K�hne gab zur Kenntnis:


>
>> Die KWH 7 Pfennige
>
> Meine Erinnerung sagt: 8
>
> Matthias
>

�hh die waren nicht gleich in der DDR ( zu meinen Erstaunen)

Das hing mit der Z�hlergeb�r zusammen ( heute gibt es so ne Pauschale ab und
an auch noch.)

hat mich sp�ter selbst weniger interessiert.
Die letzten DDR Jahre bekamen Angestellte der Energieversorgung ja so ne Art
Deputat.( 2000 kWh frei)

MfG


Gunter Kühne

unread,
Sep 25, 2011, 6:05:57 AM9/25/11
to
Ronald Konschak wrote:

> Martin Ebert <mx...@gmx.net> schrieb:
>>
>> Diesen Absatz kritisiere ich deutlich.
>> Die *Wertung* kannst Du nicht belegen. Reine Ideologie Deinerseits.
>
> In Deiner DDR muß es schlimm ausgesehen haben. In meiner war
> Großvater Dorfschmied, und ich durfte hier und da bei der
> Arbeit zuschauen oder dem Bauern im Stall helfen. So richtig
> arm waren die alle nicht dran. Ich argwöhne, daß die SPIEGEL-
> Gläubigen nur die Lohntüte sehen und was man mit dem Inhalt
> anfangen konnte. Das ist eine sehr westdeutsche Sicht. Es war
> nun mal nicht so, daß man für jeden Furz löhnen mußte, so
> wie heute. Das wird bei solchen Betrachtungen regelmäßig
> ausgeblendet. Das Geld hatte nicht Bedeutung, und wer ehrlich
> ist muß zugeben, daß es nach der Währungsunion schon einer
> Gewöhnung bedurfte, vor jeder Handlung die Kosten zu erwägen.


Gerade bei Kleinigkeiten, kann man das voll unterschreiben.



>
>> Übrigens wird niemand den sachlichen Teil Deiner Postings zur Kenntnis
>> nehmen. Mit dem letzten Satz vergeigst Du es regelmäßig.
>
> Ich nehme Postings immer dann ernsthaft zur Kenntnis, wenn
> darin die Meinung des Autors zum Ausdruck kommt. Angepaßtes
> Gelaber, keine Meinung und keinen Standpunkt haben, ist mir
> suspekt. So wird man vielleicht Bundeskanzlerin, gewinnt
> aber weder Aufmerksamkeit noch Respekt.
>
> Ronald.

Sie galt aber früher schon als Führungsperson.
Oder ??
( was übrigens die These stützt das die DDR fast immer die falschen
gefördert hat.)
Mfg

R.Borchmann

unread,
Sep 25, 2011, 9:23:52 AM9/25/11
to

"Gerald Endres" <g.en...@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
news:j5k4s2$vfl$1...@dont-email.me...
> "R.Borchmann" <newsgro...@t-online.de> schrieb:
>
>>> Mit
>>> 300 Mark Rente nach f�nfzig Jahren Arbeit war in keiner Hinsicht besser
>>> als Armut heute.
>>
>>

>>300?
>>
>>Oma hat 224 M bekommen
>
> Wann?
>

Hallo Gerald,

ich denk das war Anfang/Mitte der 70iger Jahre.
Ich ging noch zur Schule und hatte mein Mped noch nicht,
deshalb k�me das so 72/74 hin.
Ich glaub nicht das die Rente in den Folgejahren wesentlich erh�ht worden
ist.


Peter Veith

unread,
Sep 25, 2011, 10:11:33 AM9/25/11
to
"R.Borchmann" schrieb:

> "Gerald Endres" schrieb im Newsbeitrag
>>>Oma hat 224 M bekommen
>>
>> Wann?
> ich denk das war Anfang/Mitte der 70iger Jahre.

Vor 1984 betrug die _Mindest_ - Rente bei _weniger_ als 15 Arbeitsjahren
(versicherungspflichtige Zeiten und Zurechnungszeiten) 270 Mark. Da könnte
für diesen Personenkreis "Anfang/Mitte der 70iger Jahre" eine Mindestrente,
d.h. Begrenzung nach unten, von 224,- M hinkommen.

> Ich glaub nicht das die Rente in den Folgejahren wesentlich erhöht worden
> ist.

Ab 1.12.1984 erhielten Personen mit _weniger_ als 15 Arbeitsjahren eine
Mindestrente von 300,- M. Geringverdienter, die aber 45 und mehr
Arbeitsjahre aufweisen konnten, erhielten eine Mindestrente ab o.g.
Zeitpunkt von 370 M,-.

BTW, da meine Frau - aufgrund meines Verdienstes - ihre Arbeitszeit
freiwillig verkürzt hat und insoweit die Rolle als bundesdeutsche Hausfrau
bevorzugt, wird sie allein dadurch deutliche Abstriche an der Altersrente
haben ... da müssen wir anderweitig vorsorgen, da die Statistik sagt, daß
ihr eher sterbe. Nur jammern sollten wir deshalb nicht ...

Florian Ritter

unread,
Sep 25, 2011, 11:27:40 AM9/25/11
to
On 25 Sep., 01:10, Matthias Opatz <inva...@invalid.invalid> lallte:

> > Entweder Küchenhilfe oder Beiköchin - entscheide Dich!
>
> Kaltmamsell.

Nö, das's Lehrberuf - FR

Florian Ritter

unread,
Sep 25, 2011, 11:35:59 AM9/25/11
to
On 25 Sep., 12:05, Gunter Kühne <gunte...@web.de> wrote:

> > Ich nehme Postings immer dann ernsthaft zur Kenntnis, wenn
> > darin die Meinung des Autors zum Ausdruck kommt. Angepaßtes
> > Gelaber, keine Meinung und keinen Standpunkt haben, ist mir
> > suspekt. So wird man vielleicht Bundeskanzlerin, gewinnt
> > aber weder Aufmerksamkeit noch Respekt.

> Sie galt aber früher schon als Führungsperson.
>  Oder ??

Nein, sie hatte in der Theoret. Abt. des ZIPC der AdW keine
Führungsverantwortung - FR

Christian Rebbe

unread,
Sep 25, 2011, 12:03:37 PM9/25/11
to


"Florian Ritter" schrieb

> > Sie galt aber früher schon als Führungsperson.
> > Oder ??

> Nein, sie hatte in der Theoret. Abt. des ZIPC der AdW keine
> Führungsverantwortung - FR

mit FDJ-Posten "Agitation und Propaganda" schon.

Dirk Moebius

unread,
Sep 25, 2011, 4:55:31 PM9/25/11
to
On 25.09.11 06:11, Ren� wrote:
> On 2011-09-24 18:27:48 -0500, Martin Ebert <mx...@gmx.net> said:
>
>> �brigens wird niemand den sachlichen Teil Deiner Postings zur Kenntnis

>> nehmen.
>
> Weil du der einzige bist, der ihn noch nicht im Filter hat.

Nein - und das waere auch ein Fehler.

Man muss nur lernen, die Fakten von der Propaganda zu trennen, aber das
haben DDR-Buerger ja gelernt...

Dirk

--
Es herrschen zensur�hnliche Zust�nde. Ich kann verstehen, wenn
Menschen das umgangssprachlich Zensur nennen. Ich tue das auch.

Message has been deleted

Matthias Opatz

unread,
Sep 25, 2011, 8:55:01 PM9/25/11
to
Ronald Konschak gab zur Kenntnis:
> Martin Ebert schrieb:

>> Das ist der Punkt.
>> Der andere Punkt ist, dass diese alten Menschen (mal rechnen!) sich

>> schlicht sch�mten.
>
> Was soll man rechnen?

Das (Was meint der mit rechnen?) war auch mein Gedanke
beim Lesen dieses Satzes. Also was?

Matthias

--
Wenn ich ein paar Freunde find, die an meiner Seite gehen, und der
Lebensbrunnen voll ist f�r die durstgen Z�ge. Wenn ich eine Heimat
kenn' und die Heimat kennt mich wieder, n�mlich bin ich gl�cklich.
= Bitte bei Mailantwort Gro�buchstaben aus Reply-Adresse l�schen =

Peter Veith

unread,
Sep 26, 2011, 2:53:02 AM9/26/11
to
On 23 Sep., 22:18, Andreas Henicke wrote:

> Mit 300 Mark Rente nach fünfzig Jahren Arbeit war in keiner Hinsicht
> besser als Armut heute.

Ich hätte es mir denken können, daß Andreas Henicke im RL Steffen Otte
heißt oder wenigstens eifriger Leser der Super-Illu ist. Dort gibt es
seit dem 19.09.2011 PR für eine Schrift bzw. Heftreihe:
http://www.superillu.de/aktuell/Wie_Rentner_in_der_DDR_wirklich_lebten_2144886.html

Schön, daß mir nun Stipendiaten der Konrad-Adenauer-Stiftung erzählen,
wie die DDR _wirklich_ war, vgl.: http://www.promovierendentage.de/projekte/Otte.php

Interessant auch, wie plump die Propaganda daher kommt. Während die
Super-illu verallgemeinert schreibt und ihren Leserm - heutigen
Ostrentern - subtil das Gruseln und Genügsamkeit lehrt, mit
allgemeinen Bezug auf Otte und ohne jeden Beleg: »Immer mehr Rentner
seien zum Ende der DDR hin in die Kategorie der Bezieher der "Mindest-
Rente" gerutscht, zuletzt rund 85 Prozent aller Altersrentner, während
die anderen 15 Prozent dank der Zusatzversorgungssysteme für
Privilegierte deutlich höhere Renten kassierte.« heißt es im Original:
»Der zeitliche Rahmen soll die Ära Ulbricht zwischen 1949 und 1971
umfassen, wobei das Hauptaugenmerk auf der Zeit nach dem Mauerbau
zwischen 1961 und 1971 liegen wird. Als geographischer Rahmen sollen
die ehemaligen Bezirke Schwerin und Leipzig gewählt werden.«
www.geschichte.uni-hamburg.de/forschung/M-P_/SteffenOtte.pdf

Richtig ist, daß zum Ende der DDR bereits weit über 75% der
Werktätigen der FZR beigetreten waren, somit immer weniger mit der
"Grundrente" auskommen mußten. Ich glaube schon, daß die Renten von
1971 ein Problem darstellten, nicht zuletzt aufgrund der Umsiedler,
deren bäuerliche Herkunft eine Nichteinzahlung in Vorsorgesysteme
mitsichbrachte.

Was mich zur Frage bringt, wie und welchen Umfang wurden
Anwartschaftszeiten und Beitragszahlungen vor 1945 in der DDR
brücksichtigt. Ich habe bspw. gelesen, daß Berufssoldaten (= Beamte)
nach 1945 ein Viertel ihrer Dienstzeit als Anwartschaftzeit in der
Rentenversicherung anerkannt bekamen, was wohl immer die Unterstellung
eines Durchschnittsverdienstes bedeutete.

Pe"DDR-Luftwaffe.de"ter

Florian Ritter

unread,
Sep 26, 2011, 9:56:43 AM9/26/11
to
On 26 Sep., 02:55, Matthias Opatz <inva...@invalid.invalid> wrote:

> >> Der andere Punkt ist, dass diese alten Menschen (mal rechnen!) sich
> >> schlicht sch mten.
>
> > Was soll man rechnen?
>
> Das (Was meint der mit rechnen?) war auch mein Gedanke
> beim Lesen dieses Satzes. Also was?

Was is ejal, Hauptsache daß - FR

Gunter Kühne

unread,
Sep 26, 2011, 10:10:41 AM9/26/11
to
Joerg Bradel wrote:

> Gunter Kühne schrieb:
>
>> Die letzten DDR Jahre bekamen Angestellte der Energieversorgung
>> ja so ne Art Deputat.( 2000 kWh frei)
>
> Hab' gerade mit meinem Alten Herren gesprochen und der meinte,
> dass es das Deputat bei der EVD bereits in den 70'ern gegeben hat.
> Ich selbst habe es noch Anfang der 90'er bekommen.
> Allerdings nicht mehr von der EVD, sondern vom KVE.
>
> VG
> Jörg
Kann ich mich nicht mehr erinnern.
Aber kann auch sein das da in den einzelnen abt. Unterschiede waren.

Florian Ritter

unread,
Sep 26, 2011, 10:21:53 AM9/26/11
to
On 25 Sep., 18:03, "Christian Rebbe" <Christian.Re...@comp.de> wrote:

> > > Sie galt aber früher schon als Führungsperson.
> > >  Oder ??
> > Nein, sie hatte in der Theoret. Abt. des ZIPC der AdW keine
> > Führungsverantwortung.
>
> mit FDJ-Posten "Agitation und Propaganda" schon.

Nee, das war rein formale Verteilung von Posten für "gesellschaftliche
Aktivität", die verteilte der FDJ-Sekretär des Inst., das war der
Schwiegersohn von Dieckmann (wohl Volkskammerpräsident, jedenfalls der
wg. seines Hauses in Ahrenshoop nach '90 schwer in die Bredouille
kam), auch ich bekam einen ab ("Kandidat der
Kreisrevisionskommission"). Ich kann mich nur an eine über die Maßen
gelungene, von der Jugendfreundin Merkel organisierte Veranstaltung
erinnern, da war der Chef der Zensurbehörde (Hauptabt. Verlage und
Buchhandel des Kulturministeriums), Höpcke, erschienen - es war so
voll wie nie und die Luft brannte. H. war aber ein gewandter Rhetor
und zog sich auch bei bissigsten Fragen geschickt aus der Affäre.
Übrigens war auch der Sohn des NDPD-Chefs (ehem. Corpsstudent und
Offz.) am Inst.
Eine Gruppe, die sich separat und fest zusammenhielt, waren die
"Peenemünder" - Kinder von Mitarbeitern des Projekts A4 (in der
Propaganda war u.a. die V2 ein Ergebnis dessen)und nach '45 in Rußland
gewesen waren; es war sofort zu merken: eine Positivauslese.
Der Inst.-Gründer, P.A. Thießen, Ehrenvorsitzender des Forschungsrats
der DDR (ein völlig bedeutungs- und einflußloser Titel), gehörte als
Wehrwirtschaftsführer A4 auch dazu (pünktlich zu seinem Geburtstag
wurde alljährlich auf S. 1 der WELT seine NSDAP-Mitgliednummer
abgedruckt, bis 1990). Die über ihn informierende Wikipedia-Seite ist
unvollständig und teilweise fehlerhaft: Er hatte nie etwas mit der
Entwicklg. von Kernwaffen zu tun. O-Ton Thießen: Quatsch, was will
denn der Iwan mit der H-Bombe wenn er keine Antriebe hat.

FR

Dirk Moebius

unread,
Sep 26, 2011, 12:54:09 PM9/26/11
to
On 26.09.11 16:21, Florian Ritter wrote:
> On 25 Sep., 18:03, "Christian Rebbe" <Christian.Re...@comp.de> wrote:
>
>>>> Sie galt aber früher schon als Führungsperson.
>>>> Oder ??
>>> Nein, sie hatte in der Theoret. Abt. des ZIPC der AdW keine
>>> Führungsverantwortung.
>>
>> mit FDJ-Posten "Agitation und Propaganda" schon.
>
> Nee, das war rein formale Verteilung von Posten für "gesellschaftliche
> Aktivität", die verteilte der FDJ-Sekretär des Inst., das war der
> Schwiegersohn von Dieckmann (wohl Volkskammerpräsident, jedenfalls der
> wg. seines Hauses in Ahrenshoop nach '90 schwer in die Bredouille
> kam), auch ich bekam einen ab ("Kandidat der
> Kreisrevisionskommission").

Sowas tritt man sich u.U. ein, ohne eigentlich zu wissen, womit man es
verdient hat. Ich fing an der IH Dresden zu studieren an und war nach
einer Woche Kulturverantwortlicher in der HGOL - allerdings nur fuer ein
Jahr. Dann haben sie sich einen gesucht, der das sozialistscher sah.

Dirk


--
Es herrschen zensurähnliche Zustände. Ich kann verstehen, wenn

Gerald Endres

unread,
Sep 26, 2011, 3:13:08 PM9/26/11
to
"Peter Veith" <ve...@snafu.de> schrieb:

>Ich schlage Dir vor, wirf Dich mit dem uns bekannte Dokumentarflmer zusammen
>und ihr macht mit der Story doch noch die dicke Kohle^^^Geld. Arbeitstitel:
>"Die eiskalte Diktatur" :-D

Dem bekannten Dokumentarfilmer, der mit seinen Filmen leider nicht die
dicke Kohle macht, kommt manche Argumentation in diesem Thread ganz
sonderbar bekannt vor.
Die geht ungefähr so:
"Für die Grundbedürfnisse und für die Teilnahme eines jeden am Leben
der Gesellschaft ist bei uns gesorgt. Leute, bei denen das nicht so
ist, machen was falsch, oder irgendwer in der Verwaltung hat einen
Fehler gemacht.

Das kann ich seit Jahrzehnten von CDU- und FDP-Politikern hören und
von einer x-beliebigen Zahl von Stammtischideologen.

Darum kommt mir das so bekannt vor.

Ein bißchen was ist sogar dran an dieser Argumentation. Die Leute, die
in extreme Armut geraten, kriegen oft ihr Leben und ihren Alltag
schlecht organisiert, sie wissen nicht was ihnen zusteht, sie schämen
sich oder sie können mit Behörden und deren Logik nicht umgehen. Sie
können oder wollen den Damen und Herren vom Amt ihre Lage nicht
verständlich machen. Und mancher schläft tatsächlich lieber unter der
Brücke als in einem Obdachlosenheim - was primär etwas über die Heime
aussagt.

Da hat die Obrigkeit auch zwischen Fürsorge und Entmündigung
abzuwägen, wenn sie es nicht vorzieht, zu sagen: Bin ich überhaupt
zuständig? Solange der Antrag nicht in der vorgeschriebenen Form
vorliegt, geht mich das Ganze nichts an."

Es geht nicht nur darum, der frierenden Oma Kohlen zu besorgen.
Das Problem ist zum Beispiel die mangelernährte, frierende Oma, von
der man nicht weiß, oder der alleinlebende Mann knapp über der Grenze
zum Schwachsinn, der sein bißchen Geld bis zur Monatsmitte verjuxt
hat, usw ...

Spezifisch an der DDR war, dass auch noch eine repressive Variante
hinzukam. Der "asoziale" Lebenswandel war ja strafbar. Da schlief eben
keiner unter Brücken und keiner saß gewohnheitsmäßig mit der
Spritpulle in der Hand gröhlend auf der Parkbank. Da schlief man
entweder in einer Wohnung oder saß hinter Gittern, und das besoffene
Gröhlen veranstaltete man tunlichst nicht in der Öffentlichkeit,
sondern in der Wohnung - zum großen Glück der Nachbarn.

Wenn zu Kaisers Zeiten und auch noch später "Landstreicherei" strafbar
war und in den Knast oder ins Arbeitshaus führen konnte - wie war das
denn in der DDR? War da sowas wie ein Landstreicher überhaupt
vorstellbar?

Man kann viele Formen von Elend auch wegsperren oder amtlich
ignorieren. Offiziell ist immer alles geregelt. Wie weit die von Peter
dargestellte amtlich-offizielle Sichtweise der DDR mit der Realität
übereinstimmte, kann und will ich nicht entscheiden.

Gruß
Gerald

Gunter Kühne

unread,
Sep 26, 2011, 3:54:07 PM9/26/11
to
Gerald Endres wrote:

> "Peter Veith" <ve...@snafu.de> schrieb:
>
>>Ich schlage Dir vor, wirf Dich mit dem uns bekannte Dokumentarflmer
>>zusammen und ihr macht mit der Story doch noch die dicke Kohle^^^Geld.
>>Arbeitstitel: "Die eiskalte Diktatur" :-D
>
> Dem bekannten Dokumentarfilmer, der mit seinen Filmen leider nicht die
> dicke Kohle macht, kommt manche Argumentation in diesem Thread ganz
> sonderbar bekannt vor.
> Die geht ungefähr so:
> "Für die Grundbedürfnisse und für die Teilnahme eines jeden am Leben
> der Gesellschaft ist bei uns gesorgt. Leute, bei denen das nicht so
> ist, machen was falsch, oder irgendwer in der Verwaltung hat einen
> Fehler gemacht.
>
> Das kann ich seit Jahrzehnten von CDU- und FDP-Politikern hören und
> von einer x-beliebigen Zahl von Stammtischideologen.
>
> Darum kommt mir das so bekannt vor.

Natürlich weil es überall vorkommt.
die Interpretation dieses Fehlers war eben in der DDR eine andre aber das
Problem war an sich das Gleiche.
in fast jeder Parteiversammlung bei Grün wurde darüber diskutiert.
(immer mit der Auflage das bleibt aber in dem Raum)
Wo ich dann raus war, bekam man eigentlich erst richtig mit wie falsch
draußen darüber diskutiert wird.



> Ein bißchen was ist sogar dran an dieser Argumentation. Die Leute, die
> in extreme Armut geraten, kriegen oft ihr Leben und ihren Alltag
> schlecht organisiert, sie wissen nicht was ihnen zusteht, sie schämen
> sich oder sie können mit Behörden und deren Logik nicht umgehen. Sie
> können oder wollen den Damen und Herren vom Amt ihre Lage nicht
> verständlich machen. Und mancher schläft tatsächlich lieber unter der
> Brücke als in einem Obdachlosenheim - was primär etwas über die Heime
> aussagt.
>
> Da hat die Obrigkeit auch zwischen Fürsorge und Entmündigung
> abzuwägen, wenn sie es nicht vorzieht, zu sagen: Bin ich überhaupt
> zuständig? Solange der Antrag nicht in der vorgeschriebenen Form
> vorliegt, geht mich das Ganze nichts an."
>
> Es geht nicht nur darum, der frierenden Oma Kohlen zu besorgen.
> Das Problem ist zum Beispiel die mangelernährte, frierende Oma, von
> der man nicht weiß, oder der alleinlebende Mann knapp über der Grenze
> zum Schwachsinn, der sein bißchen Geld bis zur Monatsmitte verjuxt
> hat, usw ...
>
> Spezifisch an der DDR war, dass auch noch eine repressive Variante
> hinzukam. Der "asoziale" Lebenswandel war ja strafbar.
Ja am anfang später eher nicht.
.
Und bitte den Paragraphen genau lesen.

Ich kann dir versichern da wurde mehr auf die genaue Formulierung geachtet
als im Rechtsstaat heute.


> Da schlief eben
> keiner unter Brücken und keiner saß gewohnheitsmäßig mit der
> Spritpulle in der Hand gröhlend auf der Parkbank.
Auch hier muss ich dich enttäuschen.
In meinen Begrenzenden Einblick kenne ich mindestens 3 Fälle.
( In meinen Bereich zu meiner Zeit.)


> Da schlief man
> entweder in einer Wohnung oder saß hinter Gittern, und das besoffene
> Gröhlen veranstaltete man tunlichst nicht in der Öffentlichkeit,
> sondern in der Wohnung - zum großen Glück der Nachbarn.

Das ist wohl auch eine Legende

> Wenn zu Kaisers Zeiten und auch noch später "Landstreicherei" strafbar
> war und in den Knast oder ins Arbeitshaus führen konnte - wie war das
> denn in der DDR? War da sowas wie ein Landstreicher überhaupt
> vorstellbar?
Nein offiziell nicht.

Im Polizeigesetz war es sogar erwähnt und was die Polizei dürfte ohne
Gerichte und andere Dienstellen. ( Siehe Polizeigesetz)
Die Praxis sah völlig anders aus.



> Man kann viele Formen von Elend auch wegsperren oder amtlich
> ignorieren. Offiziell ist immer alles geregelt. Wie weit die von Peter
> dargestellte amtlich-offizielle Sichtweise der DDR mit der Realität
> übereinstimmte, kann und will ich nicht entscheiden.
Peter geht wohl auch von seinen geordneten Verhältnissen aus.

Es gab jedoch sogar Unterschiede in einzelnen Stadtbezirken.
Wie gesagt wen du raus bist sprach keiner drüber.
Selbst die GHG schaute weg.
Auch die konnten Probleme ignorieren.

Andererseits wird das wieder so speziell, das es nicht mehr hierher passt.

Und ich wollte doch nicht, das eure Vorurteile zerstört werden.
Also pflegt ruhig weiter eure Schubladen.



> Gruß
> Gerald
Mfg

Peter Veith

unread,
Sep 26, 2011, 4:27:29 PM9/26/11
to
"Gunter Kühne" schrieb:

> Und ich wollte doch nicht, das eure Vorurteile zerstört werden.
> Also pflegt ruhig weiter eure Schubladen.

*Ausnahmen* gab und gibt es immer. Wenn die heutigen "Berichterstatter"
darauf hinweisen würden, daß in der Besten aller möglichen (deutschen)
Welten _auch_ Menschen lebten, die aus Dämlichkeit, Pech, Alkoholismus,
Krankheiten, muß-den-Lada-kaufen-pfeif-auf-FZR-Mentalität und sonstigen
Problemen im Alter dann finanzielle Schwierigkeiten hatten oder deren
"Vorsorge" im Krieg geblieben war und dann keine Chance mehr hatten, dann
würde ich das mit Freude unterschreiben.

Selbst im Schlaraffenland soll es Menschen geben, an denen die gebratenen
Tauben _nicht_ in den Mund fliegen ... in meine DDR wurde versucht, diesen
wenigstens staatlicherseits zu helfen ... vorbei. Daß ich dieses "helfen"
oft für kritikwürdig hielt und halte, steht auf einem anderen Blatt.

Ja, Hilfe sollte nur immer nachgelagert sein (Subsidiarität) und jeder hat
seine zweite Chance nur einmal..
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