Goetz Hoffart <
use...@hoffart.de> wrote:
> Mathias Böwe <
Mathia...@t-online.de> wrote:
>
> > Auch wenn Du in der Sache sicher recht hast - zumindest mit einem PC (in
> > der Geschmacksrichtung 5150) dürfte der bestimmt mithalten können.
>
> Ein 5150 ist von 1981, nicht von 1991. Es ist nun keine Kunst, mit einem
> 10 Jahre alten Murks-Rechner mithalten zu können.
Die Praxis zeigt andererseits, daß auch im Jahr 1991 noch 8088-befeuerte
Geräte weit verbreitet waren. Was habe ich jubiliert, als mir im Labor
Ende '91 ein IBM-Klon mit einem 8-MHz-8088 zur Verfügung gestellt wurde,
der den CBM 610 abgelöst hatte. Nennenswert schneller war der nur
dadurch, daß er einen etwas schnelleren Massenspeicher (40MB-HD statt
1MB-Diskette) geboten hatte, vor allem aber durch die Möglichkeit,
anstatt des interpretierten Commodore-BASIC Turbo-Pascal einsetzen zu
können. Der Anschluß der Meßgeräte an den PC gestaltete sich durch die
IEEE-Karte, die ich mir gönnen durfte, elektrisch nicht übermäßig
aufwändig, allerdings war es beim Klon deutlich umständlicher, die
Geräte auch anzusprechen, als bei dem ziemlich verhunzten Prototypen,
der einige rudimentäre Befehle für die bei ihm serienmäßige
Schnittstelle mitbrachte.
> 1990/1991 gab es schon 386er.
Ja, allerdings spielten die damals noch in einer *etwas* anderen
Preisregion mit. Für private Anwender war das eher nicht der Rechner der
Wahl.
> > Insofern ist das zwar deutlich durch die rosarote Brille gesehen, aber
> > nicht grundverkehrt.
>
> Sorry, da komm ich nicht mit. Es ist grundverkehrt. Praktisch alles, was
> auf dem Markt war, war besser.
Vielleicht "nominell leistungsfähiger", aber besser? Gerade für den
Heimanwender, der mit einem Plug'n'Play-Gerät in der Regel bestens
bedient ist, waren damals aktuelle Geräte entweder unerschwinglich
(dicke DOS-Rechner, Macintosh), Bastelkram (alle DOS-Rechner) oder nicht
für den Haupteinsatzzweck optimiert (Atari ST, Macintosh). Wofür wurde
der C64 denn in allererster Linie eingesetzt? Doch wohl eher nicht für
die Finanzbuchhaltung... Und als Ersatz für eine VCS2600 sehe ich eine
monolithische Daddelkiste in der Art eines C=64, XL o. ä. als deutlich
besser an.
Das ist ja auch heute so: Jede auf dem Markt erhältliche Spielkiste,
egal ob Nintendo, XBox oder was auch immer, ist nominell schwächer als
so ziemlich alles, was man für schmales Geld beim Computerhöker
abgreifen kann. Und doch halte ich diese Kisten zum Spielen für
wesentlich geeigneter, weil die Softwareentwickler ganz genau wissen,
was der Kunde neben dem Fernseher stehen hat.
> Und wenn man eine Amiga oder einen Atari
> 520 nahm, war man auch in der ähnlichen Preisregion. Ich halte den
> Wikipedia-Artikel für Fangeschreibsel (noch schlimmer und einseitiger
> ist der Atari-MagiC-Artikel).
Eine übermäßig neutrale Schilderung ist das allerdings nicht...
> > Eine 68k-Maschine spielt dagegen aber wirklich in einer anderen Liga.
>
> Eben. Ein Sinclair QL dürfte besser gewesen sein als der C65, und da war
> der auch schon 5 Jahre alt.
Nominell besser, was die Rechenleistung angeht, sicherlich. Aber vom
Konzept her zu vermurkst (insbesondere durch die glorreichen
Microdrives), daß der Markterfolg eher übersichtlich war. Ich habe eh
nie verstanden, was den guten Sir Clive da getrieben hat, denn bei einer
derartigen Kiste, die sich ja an ein anderes Publikum wenden wollte als
der ZX81, ist ein vernünftiger Massenspeicher IMO wichtiger als das
Schielen auf billigstmögliche Produktion.