On 6 Jun., 09:04, Ludger Averborg <
ludger_averb...@web.de> wrote:
> On Tue, 5 Jun 2012 22:42:39 -0700 (PDT), Lars Wilhelm
>
> <
usenettice...@nurfuerspam.de> wrote:
> >Gleichzeitig musste
> >er immer neue Läden aufmachen, um sein Schneeballsystem am Laufen zu
> >halten.
>
> Als Nicht-BWLer kapier ich das nicht so richtig.
>
> Schneeballsysteme waren mir bisher so bekannt, dass man als Anwerber
> von den Neu-Angeworbenen Geld einnimmt. Hier (Gründung neuer Filialen)
> ist es doch genau umgekehrt: hier muss der Gründer für die neue
> Filiale zuerst tief in die Tasche greifen? Filialisten verdienen doch
> nicht durch die Gründung neuer Filialen, sondern dadurch, dass diese
> Filialen Gewinn machen.
Im Prinzip richtig. Schleckers Konzept bestand darin, Immer neue
Fillialen aufzumachen, die mit Minirenditen operieren. Solange Du
keine Konkurrenz hast, funktioniert das auch. Nur hat die Konkurrenz
nicht geschlafen und so kippt das blitzschnell.
> Das Schlecker-Betriebskonzept hat doch 30 Jahre lang erfolgreich
> funktioniert!
Solange keine Konkurrenz da war und
> Ich meine, Mitarbeiter, Gewerkschaften und empörungsfreudige
> Gutmenschen haben Schlecker durch die Boykottaufrufe der
> Mobbing-Kampagne kaputtgemacht.
> Die Schlecker-Betriebsräte Mayen und Herzogenaurach wurden doch 2010
> für ihren Kampf gegen das Unternehmen sogar mit dem
> Deutschen-Betriebsräte-Preis in Gold ausgezeichnet.
Schlecker auch als AG konkurrenzlos war, konnte er natürlich mit
Minilöhnen und Druck auch die Personalkosten klein halten. Das
funktioniert aber in unserem System nur begrenzt- irgentwann mucken
die MA auf. Ich meine, es ist ein Unding, wenn Filialen über keinen
Telefonanschluss verfügen oder die MA nur Dumpinglöhne ohne
Tarifbindung bekommen.
Das System Schlecker funktioniert nur so lange, wie die Läden Gewinn
abwerfen- und das konnten sie durch gestiegene Personalkosten und
Konkurrenz eben nicht mehr. Statt rechtzeitig gegenzusteuern hat Herr
Schlecker senior mit Macht sich an sein Konzept geklamemrt bis es zu
spät war.
Mir ist es ein völliges Rätsel, wie man in einem 8000 Seelendorf mit 3
Schleckerfilialen Gewinn erwirtschaften kann. Herr Schlecker war wohl
der Meinung, dass der Umsatz es bringt.
2010 war der Laden eigentlich schon am Ende und Schleckers Kinder
konnten nur scheitern.
Ich bin nicht der Meinung, dass Gutmenschen am Elend der Kette schuld
sind- das hat einzig und alleine die Unternehmensführung verbockt.
Andere Diskounter operieren ja auch mit Gewinn und zahlen anständig.