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Re: Neue Brille, zum Augenarzt oder Optiker?

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Marc Haber

unread,
Jun 8, 2008, 5:06:41 PM6/8/08
to
John Barleycorn <jac...@arcor.de> wrote:
>Meine Frage: Kann ich eigentlich nicht direkt zum Optiker mit meinem
>Krankenkassenkärtchen gehen, und der rechnet die notwendigen optischen
>Tests und Bestimmungen direkt ab und macht mir dann eine passende
>Brille, die ich natürlich selbst bezahlen muß?

Bei vielen Optikern ist die Refraktion kostenlos. Und selbst wenn sie
eine Kleinigkeit kostet, ist sie in der Regel besser als die vom
Augenarzt. Mit der Krankenkasse abrechnen tut sie der Optiker aber
keinesfalls.

Grüße
Marc

--
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Gerd Döhling

unread,
Oct 1, 2008, 2:27:54 AM10/1/08
to
Ich habe eine ähnliche Frage bereits am 03.05.2007 beantwortet. Da sich
seither nichts geändert hat, kopiere ich mal meine damalige Antwort hier
rein. Vielleicht hilft es ja noch...:-)

Der Augenarzt lernt die Refraktion im Studium innerhalb von 4 (vier!)
Wochen. Jeder Augenoptikergeselle hat nach 3jähriger Berufsausbildung schon
mehr Ahnung. Der AO-Meister lernt das während der gesamten mehrjährigen
Meisterausbildung. Daher auch der Versuch der Augenärzte,
Schadenersatzforderungen nach ungenauen Refraktionen mit der Bitte um
"Feinabgleich" zu entgehen.

Warum machen die Augenärzte dann Refraktionen? Der Unterschied: Augenärzte
bekommen die Refraktion von den Krankenkassen bezahlt, Optiker seit der
"Gesundheitsreform" von 2003 nicht mehr. Obwohl die altersbedingte Änderung
der Sehleistung nun wirklich überhaupt nichts mit Krankheit zu tun hat.

Der Optiker muss sich die Leistung also vom Kunden bezahlen lassen. In der
Regel macht er das mit dem Verkauf einer Brille. Oder er wird die Leistung
(ca. 30 min Arbeitszeit eines Handwerksmeisters + Einsatz diverser
technischer Geräte, Miete, Kosten für Personal, Strom etc.) mit ca. 20
EUR(!) dem Kunden in Rechnung stellen. Hat sich die Sehleistung nicht
geändert, wird er trotzdem gelegentlich auf eine neue Brille optieren. Vor
allem dann, wenn die alte schon auseinander zu fallen droht.

In Deutschland wird eine Brille i.d.R. 4,5 Jahre getragen. Und zwar von
morgens nach dem Aufstehen bis abends, wenn man ins Bett geht. Also rund 16
Std. pro Tag. Und dass dann rund 1.640 mal. Beim Essen, beim arbeiten, beim
Sport, bei allem, was man so am Tage macht. Es gibt außer dem Kühlschrank in
keinem Haushalt irgendein Gerät oder Kleidungsstück, dass solche Belastungen
über einen solchen Zeitraum mitmacht. Und sehr oft sieht man es den Brillen
auch an. Natürlicher Verschleiß wird durch den Brillenträger geflissentlich
ignoriert. Man stelle sich vor, der Brillenträger solle sein Auto so
schinden. Ich begreife auch nicht, warum ach so modebewußte Menschen sich
für das, was sie im Gesicht tragen, unter modischen Aspekt wenig oder
überhaupt nicht zu interessieren scheinen. Aber das ist eine andere
Baustelle.

Jeder Augenoptiker wird bei Verdacht auf krankheitsbedingte Änderung der
Sehleistung seinen Kunden zum Augenarzt schicken. Jeder
verantwortungsbewußte Optiker wird die Refraktion des Augenarztes nochmal
machen. Schon um dem Ärger zu entgehen, der entsteht, wenn der Augenarzt
geschlampt hat. Ergo: Der Augenarzt ist für die Augenkrankheiten, der
Augenoptiker für das gute Sehen zuständig.

Ich bin kein Augenoptiker!

"John Barleycorn" <jac...@arcor.de> schrieb im Newsbeitrag
news:g2h80g$6df$00$1...@news.t-online.com...
> Hallo,
>
> zur Zeit sehe ich in die Ferne (so ab Fernsehabstand) ohne Fernbrille
> besser als mit (Ich benutze eine Bifocalbrille). Aber auch ganz ohne
> Fernbrillle ist die Fernsicht nicht ganz optimal. Ich brauche also eine
> neue Brille. Und ohne das Leseteil in der Bifocalbrille, und ohne extra
> Computerbrille würde sowieso gar nichts gehen, da gibt es aber bisher
> keine Beeinträchtigung. Im Moment bin ich nur bei der Fußball-EM und
> beim Einkaufen gehandicapt.
>
> Früher ging ich halt zum Augenarzt und mit Rezept zum Optiker. Bis ich
> an einen Augenarzt geraten bin, der mir einige Untersuchungen
> aufschwatzte die zwar überhaupt keinen negativen Befund erbrachten, die
> ich aber natürlich privat bezahlen mußte weil die Krankenkasse diese
> Untersuchungen anscheinend für überflüssig hält.


>
> Meine Frage: Kann ich eigentlich nicht direkt zum Optiker mit meinem
> Krankenkassenkärtchen gehen, und der rechnet die notwendigen optischen
> Tests und Bestimmungen direkt ab und macht mir dann eine passende
> Brille, die ich natürlich selbst bezahlen muß?
>

> Da ich also nur Rezept vom Augenarzt und Brille vom Optiker kenne, wäre
> es nett wenn mich jemand schlauer macht falls es da andere Möglichkeiten
> gibt.
>
> J.B.


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Marc Haber

unread,
Oct 1, 2008, 5:15:26 AM10/1/08
to
"Gerd Döhling" <gerd.d...@salecon.biz> wrote:
>Der Augenarzt lernt die Refraktion im Studium innerhalb von 4 (vier!)
>Wochen. Jeder Augenoptikergeselle hat nach 3jähriger Berufsausbildung schon
>mehr Ahnung. Der AO-Meister lernt das während der gesamten mehrjährigen
>Meisterausbildung. Daher auch der Versuch der Augenärzte,
>Schadenersatzforderungen nach ungenauen Refraktionen mit der Bitte um
>"Feinabgleich" zu entgehen.

Ich kenne das als "diagnostische Refraktion". Und natürlich bestehen
die Kunden danach trotzdem darauf, die Werte vom Arzt in die Brille
eingesetzt zu bekommen.

>In Deutschland wird eine Brille i.d.R. 4,5 Jahre getragen. Und zwar von
>morgens nach dem Aufstehen bis abends, wenn man ins Bett geht. Also rund 16
>Std. pro Tag. Und dass dann rund 1.640 mal. Beim Essen, beim arbeiten, beim
>Sport, bei allem, was man so am Tage macht. Es gibt außer dem Kühlschrank in
>keinem Haushalt irgendein Gerät oder Kleidungsstück, dass solche Belastungen
>über einen solchen Zeitraum mitmacht. Und sehr oft sieht man es den Brillen
>auch an. Natürlicher Verschleiß wird durch den Brillenträger geflissentlich
>ignoriert.

Es sei denn, die Brille geht kaputt. Dann wird der Optiker dafür
verantwortlich gemacht, wie er denn für so viel Geld so einen Schrott
verkaufen konnte, der nichtmal dreieinhalb Jahre hält.

>Ich bin kein Augenoptiker!

Ich auch nicht.

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Marc Haber

unread,
Oct 1, 2008, 7:19:43 AM10/1/08
to
Chris Laumann <ch-la-...@arcor.de> wrote:
>Das Schöne ist ja wenn man 20 Jahre eine Bifocalbrille getragen hat, die
>sich alle paar Jahre verändert hat, und man plötzlich überhaupt keine
>mehr braucht (für die Ferne) weil die Augen schon ab ca. etwas über 1m
>wieder einwandfrei scharf sehen. Was vor 20 Jahren Alterssichtigkeit
>war, wie nennt man das jetzt? Bin ich 20 Jahre jünger geworden? ;-))
>
>Jedenfalls war ich beim Augenarzt, der festgestellt hat daß ich keine
>Fernbrille mehr, als Lesebrille +2,5 und als Computerbrille +1,5 auf
>beiden Augen brauche.

Welchen Visus erreichst Du damit?

>Dabei erwähnte er noch daß es die nicht nur beim Optiker gibt, sondern
>man diese Standardbrillen überall, sogar im Kaufhaus bekommt.

Super. Von Pupillendistanz hat er schonmal was gehört?

Diese Fertiglesehilfen taugen als das, was drauf steht: Als
Lesehilfen. Eine Brille ist ein hochindividuelles Präzisionsgerät, das
individuell für den Träger angefertigt werden muss, denn nur mit dem
sphäischen Wert ist es nicht getan.

>Lese ich da eine leichte Antipathie oder sogar Konkurrenz zwischen
>Augenarzt und Optiker heraus?

Die meisten Augenärzte sehen die Optiker als lästige Konkurrenz, das
stimmt. Und sie sind es auch, weil der Optiker eben nicht sagt "Visus
0,8, das reicht", sondern halt versucht, den Kunden mit Zylinder und
anderen "Tricks" noch auf 1,2 zu kitzeln.

>Und kann man sich vom Optiker eine Brille machen lassen (bevorzugt
>bifocal oder 2 getrennte Gläse oben und unten, an Gleitsicht gewöhne ich
>mich nie mehr), die eine Computerbrille mit Lesebrille vereint?

Warum nicht? +1,5 mit Addition 1,0? Klingt nur nicht so, als wäre es
wirklich sinnvoll.

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