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Schreiben IPPNW

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Isgard Lechleitner

unread,
May 26, 1997, 3:00:00 AM5/26/97
to

HEYVA SOR A KURDISTAN+ (Kurdischer Roter Halbmond)
In der Stehle 26 53547 Kasbach-Ohlenberg
Tel.: 02644-8891 (Türkisch/Kurdisch)
Tel.: 02644/980 560 (deutsch) Fax: 02644-7845

Pressemitteilung
(19.5.1997)


Im folgenden dokumentieren wir das Schreiben von Prof. Dr. Ulrich
Gottstein (IPPNW Deutschland) vom 18.5.1997 an den
Bundesaußenminister, Dr. K. Kinkel und dem Präsidenten des Deutschen
Roten Kreuzes, Prof. Dr.K. Ipsen, zu den Morden an der kurdischen
Zivilbevölkerung in Erbil durch Angehörige der KDP und des türkischen
Geheimdienstes (MIT):


Herrn
Bundesaußenminister Dr.K. Kinkel
Auswärtiges Amt Bonn
fax: 0228-172845

nachrichtlich: Herrn DRK-
Präsident Prof.Dr.Dr.h.c.mult. Knut Ipsen

betrifft: ERMODUNGEN VON KURDEN IM KRANKENHAUS des
Kurdischen Roten Halbmonds in ERBIL/Nordirak, sowie
MASSENERMORDUNGEN AUF DEN STRASSEN von ERBIL durch
TÜRKISCHEN Geheimdienst, Militär sowie KDP-Kämpfer von MESUT
BARZANI

DRINGEDE NOTWENDIGKEIT: Die deutsche Bundesregierung muß von
den USA ein sofortiges Eingreifen in dieser von den UN anerkannten
Schutzzone verlangen.
Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz muß ebenfalls sofort aktiv
werden, um weitere Ermordungen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
und Übergriffe auf Patienten in den Krankenhäusern verhindern zu helfen.

Sehr verehrter Herr Minister, sehr verehrter Herr Präsident,

ich schreibe mit der dringenden Bitte um sofortige Intervention, nachdem
Hilferufe vom Kurdischen Roten Halbmond hier soeben eingingen: WIE IN
SREBRENICA SCHAUT DIE WELT ZU, während eine fremde Macht, mit
Unterstützung durch lokale Profiteure, hunderte oder tausende von Männern,
Frauen und Kindern ERMORDET, sowie Frauen vergewaltigt werden.
Nicht nur wird erneut das Vertrauen in UN und US-Schutzzonen total
zerstört, sondern wiederum wird der Verdacht genährt, daß die UN und USA
nur dann mit diplomatischem Druck und Gewaltandrohung reagieren, wenn
das Vorkommen von Öl (Golfkrieg) oder ein politischer Vorteil gesichert
werden sollen.
Dabei sind es die Forderungen und Hoffnungen der Menschen der Welt, daß
Menschlichkeit und Menschenrechte verteidigt werden. Wichtiger als
NATO-Osterweiterung wäre es, Sorge zu tragen, daß das NATO-Mitglied
Türkei gezwungen wird, von kriegerischer Invasion Iraks abzusehen und
endlich den Krieg gegen die Mehrheit des Kurdischen Volks zu beenden.
JETZT ABER IST IHRE DRINGENDE INTERVENTION NÖTIG! BITTE
HELFEN SIE !

Mit sorgenvollen Grüßen,

gez. Prof.Dr. Gottstein

Die Grenzen verlaufen nicht zwischen den Völkern, sondern zwischen Oben und
Unten.

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