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Nef so gut wie erledigt!

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Stefan Heimers

unread,
Jul 20, 2008, 5:34:36 AM7/20/08
to

Vorwurf: Roland Nef habe im Namen seiner Ex-Partnerin auf Sexinserate
geantwortet:

http://www.tagi.ch/dyn/news/schweiz/913422.html

http://www.sonntagszeitung.ch/home/artikel-detailseite/?newsid=33846


Wie konnte Schmid nur so gutgläubig sein und diesem Cretin vertrauen?


Stefan

Peter Widmer

unread,
Jul 20, 2008, 5:56:24 AM7/20/08
to
Stefan Heimers schrieb:

Quatsch, oder war die Ex-Partnerin Mitarbeiterin oder Agentin der USA
oder so?
Schmid machte Vorgaben, die wurden eingehalten, die Zürcher
Staatsanwältin machte Vorgaben, die von beiden Seiten ebenfalls
eingehalten wurden. Es sind keine Offizialdelikte die von amtes wegen
weiterverfolgt werden müssten.
<http://www.police.be.ch/site/stalking.pdf>

Nur um klar zu machen, ich bin kein Freund von solchen Machenschaften
und Informationspannen, sähe es nicht mal ungern, wenn Schmid endgültig
genug hätte und die Konsequenzen ziehen würde, denn zurzeit kann die SVP
keinen auch nur einigermassen wählbaren Kandidaten stellen, zum Vorteil
der Grünen, Grün-Liberalen oder sogar der SP. Und darum geht es doch :-)

Peter

--
Peter Widmer <pwi...@quicknet.ch>
3803 Beatenberg <http://www.pewid.ch>

Stefan Heimers

unread,
Jul 20, 2008, 6:18:36 AM7/20/08
to
Peter Widmer wrote:

> Vorgaben, die wurden eingehalten, die Zürcher
> Staatsanwältin machte Vorgaben, die von beiden Seiten ebenfalls
> eingehalten wurden. Es sind keine Offizialdelikte die von amtes wegen
> weiterverfolgt werden müssten.

Wärst Du Soldat, hättest Du noch Respekt vor einem Vorgesetzten, der im
Namen seiner Ex Sex-Inserate beantwortet?

Kann einer, vor dem niemand Respekt hat, Armeechef sein?


Stefan

Roman Racine

unread,
Jul 20, 2008, 6:37:26 AM7/20/08
to
Peter Widmer wrote:

> Stefan Heimers schrieb:
>> Vorwurf: Roland Nef habe im Namen seiner Ex-Partnerin auf Sexinserate
>> geantwortet:
>>
>> http://www.tagi.ch/dyn/news/schweiz/913422.html
>>
>> http://www.sonntagszeitung.ch/home/artikel-detailseite/?newsid=33846
>>
>>
>> Wie konnte Schmid nur so gutgläubig sein und diesem Cretin vertrauen?
>>
>
> Quatsch, oder war die Ex-Partnerin Mitarbeiterin oder Agentin der USA
> oder so?
> Schmid machte Vorgaben, die wurden eingehalten, die Zürcher
> Staatsanwältin machte Vorgaben, die von beiden Seiten ebenfalls
> eingehalten wurden. Es sind keine Offizialdelikte die von amtes wegen
> weiterverfolgt werden müssten.

Häusliche Gewalt *ist* ein Offizialdelikt, welches von Amtes wegen verfolgt
werden muss. Nur weil Nef in der Sache grundsätzlich geständig ist und sein
Opfer eine Desinteressenserklärung abgegeben hat, möglicherweise basierend
auf der Tatsache, dass er seinem Opfer eine "Genugtuung" ("Schweigegeld",
wie der Blick behauptet hat, darf man ja nicht sagen, sonst wird man
verklagt) in unbekannter Höhe bezahlt hat, ist er gerade noch mal so
davongekommen, nachdem er seine Ex über etwa zwei Jahre lang belästigt hat.

Darüber hinaus hat er mit seinen bisherigen Erklärungen offenbar die
Öffentlichkeit angelogen.

Auch wenn er damit juristisch nun als nicht vorbestraft gilt, die
Charakterliche Eignung für eine Führungsposition muss man nach all dem, was
bekannt ist, sehr ernsthaft in Frage stellen. Luftwaffenchef Knutti hat er
wegen wesentlich geringfügigeren Unregelmässigkeiten in einer
Nacht-und-Nebel-Aktion "den Rücktritt nahegelegt", ohne dass er je klar
über die wirklichen Hintergründe informiert hat.

Damals hat man ihm die sinnlose Aktionitis rund um den traurigen Unfall an
der Kander noch als Führungsstärke ausgelegt, als er die
Kompaniekommandanten und die Soldaten mit schwammigen Weisungen
überschwemmt und über Nacht einen seiner direkt Unterstellten abgesägt hat.

Nachdem die Kompaniekommandanten die Weisung, keine Übungen durchzuführen,
die keinen direkten Zusammenhang mit dem Kernauftrag zu tun haben, befolgt
haben, war es ihm nach der Euro 2008 auch wieder nicht recht, als bekannt
geworden ist, dass viele WK-Soldaten drei Wochen lang so etwa nichts
gemacht haben und prompt hat er weitere Weisungen via Medien verbreitet.
Schon diese Schnellschussweisungen dürften ihm auch unter Offizieren, die
Übungen planen und durchführen müssen, sehr viel Glaubwürdigkeit gekostet
haben.

Das ist so etwa das Gegenteil von dem, was die Armee nach all den vielen
Reorganisationen brauchen würde.

Gruss

Roman°
--
IRC: Freenode, #usenet-friends

Peter Widmer

unread,
Jul 20, 2008, 7:12:08 AM7/20/08
to
Stefan Heimers schrieb:

Befürchtest du im Ernst, dass du als simpler Schwiizer-Dätel mal mit Nef
zu tun bekommst? :-)

Darum geht es doch gar nicht, wenn dem so wäre, hätte ich nur vor
wenigen höheren Offizieren 'Respekt' haben können, da gab es
beispielsweise zu meiner Zeit noch einige erwiesenermassen
'nazifreundliche' Offiziere, vom Major bis zum Oberstkorpskommandant.
Aber in der Armee spielen rein private Angelegenheiten noch viel weniger
eine Rolle. Wenn dir befohlen wird hast zu den Befehl einfach nur
auszuführen, ob du Respekt hast oder nicht, selbst wenn der Vorgesetzte
Nazi ist oder Stalking gegen seine Ex betreibt.

Na ja, wir stecken halt im Sommerloch und geniessen 'saure Gurken'.

Peter Widmer

unread,
Jul 20, 2008, 7:38:02 AM7/20/08
to
Roman Racine schrieb:

> Peter Widmer wrote:
>
>> Stefan Heimers schrieb:
>>> Vorwurf: Roland Nef habe im Namen seiner Ex-Partnerin auf
>>> Sexinserate geantwortet:
>>>
>>> http://www.tagi.ch/dyn/news/schweiz/913422.html
>>>
>>> http://www.sonntagszeitung.ch/home/artikel-detailseite/?newsid=33846
>>>
>>>
>>>
>>> Wie konnte Schmid nur so gutgläubig sein und diesem Cretin
>>> vertrauen?
>>>
>> Quatsch, oder war die Ex-Partnerin Mitarbeiterin oder Agentin der
>> USA oder so? Schmid machte Vorgaben, die wurden eingehalten, die
>> Zürcher Staatsanwältin machte Vorgaben, die von beiden Seiten
>> ebenfalls eingehalten wurden. Es sind keine Offizialdelikte die von
>> amtes wegen weiterverfolgt werden müssten.
>
> Häusliche Gewalt *ist* ein Offizialdelikt, welches von Amtes wegen
> verfolgt werden muss. Nur weil Nef in der Sache grundsätzlich
> geständig ist und sein Opfer eine Desinteressenserklärung abgegeben
> hat, möglicherweise basierend auf der Tatsache, dass er seinem Opfer
> eine "Genugtuung" ("Schweigegeld", wie der Blick behauptet hat, darf
> man ja nicht sagen, sonst wird man verklagt) in unbekannter Höhe
> bezahlt hat, ist er gerade noch mal so davongekommen, nachdem er
> seine Ex über etwa zwei Jahre lang belästigt hat.
>


Nö, wenn für die Staatsanwältin 'eine unbedingte Strafe nicht notwendig
erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder
Vergehen abzuhalten', kommt Art.53 StGB zum Tragen:

StGB Art. 53
Hat der Täter den Schaden gedeckt oder alle zumutbaren Anstrengungen
unternommen, um das von ihm bewirkte Unrecht auszugleichen,
so sieht die zuständige Behörde von einer Strafverfolgung, einer
Überweisung an das Gericht oder einer Bestrafung ab, wenn:
a. die Voraussetzungen für die bedingte Strafe (Art. 42) erfüllt
sind; und
b. das Interesse der Öffentlichkeit und des Geschädigten an der
Strafverfolgung gering sind.

Aber auch das Offizialdelikt wäre zu relativieren:

"Die zuständige kantonale Behörde (im Kanton Zürich ist dies die
Staatsanwaltschaft) kann allerdings ein Strafverfahren zwischen
EhegattInnen und LebenspartnerInnen mit Zustimmung des Opfers
provisorisch einstellen (gilt nicht für Sexualdelikte). Diese
Einstellung wird definitiv, wenn sie vom Opfer nicht innerhalb von sechs
Monaten widerrufen wird."

Auch so wäre die Einstellung heute rechtskräftig.

Was sich tatsächlich abspielte ist ja nicht bekannt, die beiden Parteien
schlossen ein Stillschweigeabkommen :-) Alles andere sind Mutmassungen
der Presse.

Pascal Meister

unread,
Jul 20, 2008, 7:58:03 AM7/20/08
to
"Stefan Heimers" <stefan...@heimers.ch> schrieb im Newsbeitrag
news:4781$488310fd$d5bd9a05$22...@news.cyberlink.ch...

Vor wem könnte man überhaupt noch Respekt haben, wenn man _alles_ über sein
Privatleben und seine Vergangenheit wüsste?

Was Nef geboten hat, war sicher nicht toll, allerdings hat er den Vertrag
mit Schmid punktgenau eingehalten. Und seiner Ex sicher ein hübsches
Sümmchen gezahlt, da er aufgrund des neuen Vertrags letztlich erpressbar
war.

Was mir mehr zu denken gibt: Dass die Presse mittlerweile Mittel und Wege
findet, im Prinzip alles irgendwie rauszufinden - scheinbar sind
Amtsgeheimnisverletzungen nur noch ein Kavaliersdelikt...!

Gruss Pascal


Matthias Leisi

unread,
Jul 20, 2008, 8:01:30 AM7/20/08
to
Pascal Meister schrieb:

> Was mir mehr zu denken gibt: Dass die Presse mittlerweile Mittel und Wege
> findet, im Prinzip alles irgendwie rauszufinden - scheinbar sind
> Amtsgeheimnisverletzungen nur noch ein Kavaliersdelikt...!

Follow the money.

Es würde mich nicht verwundern, wenn aus dem Umfeld der (angeblich)
geschädigten Ex-Partnerin gegen Bares einiges an die Presse geflossen
sein könnte (oder von der Ex-Partnerin selbst, notabene).

Da braucht es nicht mal viel Amtgeheimnisverletzung.

-- Matthias

Luigi Rotta

unread,
Jul 20, 2008, 10:33:31 AM7/20/08
to
Am Sun, 20 Jul 2008 14:01:30 +0200 schrieb Matthias Leisi
<matt...@leisi.net>:

>Es würde mich nicht verwundern, wenn aus dem Umfeld der (angeblich)
>geschädigten Ex-Partnerin gegen Bares einiges an die Presse geflossen
>sein könnte (oder von der Ex-Partnerin selbst, notabene).

Viel zu aufwändig. Die erfinden einfach selber etwas, die anderen
schreiben es ab und schon haben es immer alle gewusst.

(Journalismus, 1. Semester) :-((


--

Gruss

Luigi


Manchmal holt einen die Zukunft nämlich schneller ein, als es einem so
recht gelingt die Vergangenheit zu verlassen.(zapper)

Stefan Heimers

unread,
Jul 20, 2008, 12:38:39 PM7/20/08
to
Peter Widmer wrote:

> Wenn dir befohlen wird hast zu den Befehl einfach nur
> auszuführen, ob du Respekt hast oder nicht, selbst wenn der Vorgesetzte
> Nazi ist oder Stalking gegen seine Ex betreibt.

Genau so hat das Dritte Reich funktioniert, und genau so darf es nicht sein.
Einem Idioten gegenüber darf man nicht gehorsam sein.

Stefan

Peter Widmer

unread,
Jul 20, 2008, 12:50:44 PM7/20/08
to
Stefan Heimers schrieb:

Nö, so funktioniert jedes Militär - ferner entspricht es auch dem
Grundprinzip von Blochers 'Führungsstil'. Die Schnauze halten und den
Befehl genaustens befolgen, wenn einer meint etwas bemängeln zu müssen,
dann einen schriftlichen Antrag einreichen :-) Diskutiert wird nicht,
das ist ein Befehl und kein Wunsch!

Peter

Stefan Heimers

unread,
Jul 20, 2008, 12:56:51 PM7/20/08
to
Pascal Meister wrote:

> Vor wem könnte man überhaupt noch Respekt haben, wenn man alles über sein


> Privatleben und seine Vergangenheit wüsste?

Also tschuldigung aber hier geht es nicht um normale Streitigkeiten, die bei
jeder Beziehung vorkommen können.

Stefan


Stefan Heimers

unread,
Jul 20, 2008, 1:03:35 PM7/20/08
to
Peter Widmer wrote:

>> Genau so hat das Dritte Reich funktioniert, und genau so darf es nicht
>> sein. Einem Idioten gegenüber darf man nicht gehorsam sein.

> Nö, so funktioniert jedes Militär

Eben. Deshalb kommt es immer wieder zu sinnlosen Kriegen.

Louis Ineichen

unread,
Jul 20, 2008, 4:14:11 PM7/20/08
to
Stefan Heimers wrote:

> Peter Widmer wrote:
>
>
> Einem Idioten gegenüber darf man nicht gehorsam sein.
>

Nef ist also ein Idiot? Und weshalb? Genau: Das schlagen im Augenblick
die Medien breit. Und dein direkter Vorgesetzter? Wird er dir erst ein
amtliches Saubermann-Zertifikat vorweisen müssen ehe du gehorchst?

In meinen Augen ist das nicht mehr als eine mediale und politische
Schmierenkomödie erster Güte!

Gruss L.

Stefan Heimers

unread,
Jul 20, 2008, 4:26:32 PM7/20/08
to
Louis Ineichen wrote:

> Nef ist also ein Idiot?

Falls das stimmt was heute und die letzten Tage berichtet wurde, ja! Und
daran zweifle ich nicht mehr.

> Und weshalb? Genau: Das schlagen im Augenblick
> die Medien breit.

Das ist die Aufgabe der Medien, und im allgemeinen erfüllen sie diese gut.

> Und dein direkter Vorgesetzter? Wird er dir erst ein
> amtliches Saubermann-Zertifikat vorweisen müssen ehe du gehorchst?

Ich werde ihm sowieso nicht gehorchen, weil ich in dem lächerlichen
Trachtenverein sowieso nicht mitmache.


Stefan

Louis Ineichen

unread,
Jul 20, 2008, 5:53:24 PM7/20/08
to
Stefan Heimers wrote:
> Louis Ineichen wrote:
>
>> Nef ist also ein Idiot?
>
>
>> Und weshalb? Genau: Das schlagen im Augenblick
>> die Medien breit.
>
> Das ist die Aufgabe der Medien, und im allgemeinen erfüllen sie diese gut.
>

Die Aufgabe der Medien ist es also Schlammschlachten zu inszenieren,
statt zu informieren, interessant!

>> Und dein direkter Vorgesetzter? Wird er dir erst ein
>> amtliches Saubermann-Zertifikat vorweisen müssen ehe du gehorchst?
>
> Ich werde ihm sowieso nicht gehorchen, weil ich in dem lächerlichen
> Trachtenverein sowieso nicht mitmache.
>

Nette Ausflucht!

Gruss L.

Peter Widmer

unread,
Jul 21, 2008, 12:15:32 AM7/21/08
to
Louis Ineichen schrieb:

Das Ganze erinnert doch an Jeanmaire, der als bedeutungslose Nummer auf
Druck des CIA über die Klinge springen musste und in einem
theatralischen Geheimprozess verurteilt wurde :-)

Im Historischen Lexikon der Schweiz (www.hls.ch) ist zu lesen: «1961
freundete sich J. mit dem sowjet. Militärattaché in Bern und offiziellen
Vertreter des militär. Nachrichtendienstes GRU an und gab ihm wie auch
später dessen Nachfolgern vertraul. Auskünfte über die Schweizer Armee
weiter, bis Mitte der 1970er Jahre ein ausländ. Nachrichtendienst die
schweiz. Behörden warnte. Im Aug. 1976 wurde J. verhaftet. Im Juni 1977
verurteilte ihn das Divisionsgericht 2 wegen Landesverrats zu 18 Jahren
Haft. (...) 1988 kam er aus dem Gefängnis. In seiner Funktion hatte er
keine ‹sensiblen› Informationen weiterleiten können. Das sehr strenge
Urteil muss im Kontext der Zeit gesehen werden: Dazu zählen der Kalte
Krieg, die Angst, dass die amerikan. Regierung zivile und militär.
Hochtechnologie-Exporte der Schweiz unterbinden würde, und die öffentl.
Meinung, die ein exemplar. Urteil erwartete. Die J.-Affäre ist
Gegenstand des Theaterstücks ‹Jeanmaire: ein Stück Schweiz› von Urs
Widmer und des Romans ‹Ein guter Soldat› von John Le Carré.»

«Der Schleier, der über dem grössten Schweizer Geheimprozess der
siebziger Jahre lag, ist heute gelüftet», schrieb der Journalist Urs
Rauber 1992 im Nachwort zu Urs Widmers brillantem Theaterstück. 1974
habe ein britischer Geheimdienstmann der schweizerischen Abwehr im
Auftrag des CIA eröffnet, «in der Schweiz bestehe seit längerem ein Leck
in Richtung Osten». Der CIA drohte damit, die Schweiz gleich zu
behandeln wie den kommunistischen Feind, also keinen
nachrichtendienstlichen Austausch mehr zu pflegen. «Der Fall J. hat für
uns verschiedene Türen bei den Nato-Staaten geschlossen», bestätigte ein
Korpskommandant später.

In Bern sahen sich drei Herren in die höchste Alarmstufe katapultiert:
Divisionär Carl Weidenmann, Chef des militärischen Nachrichtendienstes,
Bundesanwalt Rudolf Gerber und Justizminister Kurt Furgler. «Ich brauche
auf der Stelle einen Spion, mir ist jeder recht», lässt Widmer den
Bundesanwalt in seinem Stück verzweifelt ausrufen. Im «Interesse der
Nation» musste, gehauen oder gestochen, einer gefunden werden.

Gesucht: Ein Opfer für den CIA

Im gerade pensionierten Brigadier Jeanmaire, einem «antikommunistischen
Simpel und Wichtigtuer» (WOZ), fand man das Opfer, den man als Täter
präsentieren könnte. Jeanmaire wurde ohne Beweise in der Hand verhaftet.
Er gestand sofort alles. Nur war das dummerweise sehr wenig. Er hatte
keinen Zugang zu Informationen über das Abwehrsystem Florida und die
US-Panzertechnologie - die Punkte, deretwegen der CIA Alarm geschlagen
hatte. Jeanmaire hatte lediglich ein Offiziersverzeichnis und
Mobilmachungsunterlagen an den sowjetischen Militärattaché «Deni»
weitergegeben - einen in Bern platzierten Mann vom sowjetischen
militärischen Geheimdienst GRU, der auch öfter mit Jeanmaires Frau unter
derselben Bettdecke steckte ... Was Jeanmaire weitergereicht hatte, war
dem CIA wohl so breit wie lang.

Der Prozess war ein Skandal. Er erinnert mehr an Schauprozesse in
totalitären Staaten denn an einen Rechtsstaat. Zahlreiche verbindliche
Standards wurden krass verletzt. Jeanmaire sass 33 Tage in
Isolationshaft, bevor er einen Verteidiger zu Gesicht bekam. Der
Ankläger und der militärische Grossrichter besprachen gemeinsam den
Prozess vor. Der Kommissär der Bundespolizei, der Jeanmaire monatelang
verhört hatte und nun als Zeuge geladen war, verfolgte den ganzen
Prozess «im Auftrag von Bundesrat Furgler» gleichzeitig als Beobachter.
Und so weiter. Doch der Zweck der Übung war erfüllt, das «Leck gen Rot»
demonstrativ gestopft, die Schweiz wieder ein verlässlicher Kumpan der USA.

Jeanmaire wars nicht - wer dann?

Mit der Publikation der Anklageschrift durch die WOZ wurde auch einer
breiten Öffentlichkeit klar (wenn auch erst elf Jahre nach dem Prozess):
Das gesuchte grosse Leck nach Osten war Jeanmaire mit Bestimmtheit
nicht. Nur (falls es das Leck tatsächlich gegeben hat): Wer war es denn?
Es gibt zwei Möglichkeiten. Entweder war es tatsächlich ein Spion, ein
nicht überführter Landesverräter. Oder, mindestens so wahrscheinlich, es
war «unser» Nachrichtendienst, der das branchenübliche Geben und Nehmen
von Information zu wenig im Griff hatte. «Das ist die Schizophrenie in
diesem Business, das ohnehin mehr schadet als nützt», schrieb ich in
einem späteren Kommentar in der WOZ: «Was für gewöhnliche BürgerInnen
Spionage und Zuchthaus bedeutet, ist in der unkontrollierten Grauzone
des ‹do ut des› tolerierte Usanz.»

<http://www.woz.ch/artikel/inhalt/2006/nr12/In%20eigener%20Sache/13109.html>

Peter

Stefan Werner

unread,
Jul 21, 2008, 12:19:02 AM7/21/08
to
Pascal Meister schrieb:

> Was mir mehr zu denken gibt: Dass die Presse mittlerweile Mittel und Wege
> findet, im Prinzip alles irgendwie rauszufinden - scheinbar sind
> Amtsgeheimnisverletzungen nur noch ein Kavaliersdelikt...!

Und dass alle sich dafür interessieren, ist ja eigentlich ein
Armutszeugnis. Vor nicht so langer Zeit haben wir uns noch über die
Engländer und Amerikaner mokiert, bei denen die Presse Politiker
genussvoll mit "Sexskandalen" abschiessen konnte, und waren stolz
darauf, dass es bei uns nicht so auf das Privatleben und die
Vergangenheit der exponierten Leute ankam.

Ich habe mangels bisherigem Interesse für dieses Amt keine Ahnung, ob
Nef ein fähiger oder ein unfähiger Armeechef war, aber eigentlich sollte
doch nur das das entscheidende Kriterium sein, nicht? Ob er genug
Autorität, Glaubwürdigkeit und Durchsetzungsvermögen hat, sollte man an
seiner täglichen Arbeit sehen und nicht an seiner Vergangenheit.

-stef

Luigi Rotta

unread,
Jul 21, 2008, 12:47:14 AM7/21/08
to
Am Mon, 21 Jul 2008 06:15:32 +0200 schrieb Peter Widmer
<pwi...@quicknet.ch>:

>Das Ganze erinnert doch an Jeanmaire, der als bedeutungslose Nummer auf
>Druck des CIA über die Klinge springen musste und in einem
>theatralischen Geheimprozess verurteilt wurde :-)

"Die Erschiessung des Landesverräters S." ist auch so ein Stück
Schweizer Geschichte.

martin heggli

unread,
Jul 21, 2008, 1:36:16 AM7/21/08
to
Peter Widmer schrieb:
> ...denn zurzeit kann die SVP

> keinen auch nur einigermassen wählbaren Kandidaten stellen, zum Vorteil
> der Grünen, Grün-Liberalen oder sogar der SP. Und darum geht es doch :-)

Nur weil einer grün und/oder sozial ist, heisst das noch lange nicht, dass
er "wählbarer ist... Aber ich weiss schon: Hauptsache gegen SVP...

--
gruesschen, martin

mahe at gmx dot net

"Wissen hält nicht länger als Fisch"

Peter Widmer

unread,
Jul 21, 2008, 3:20:43 AM7/21/08
to
Luigi Rotta schrieb:

> Am Mon, 21 Jul 2008 06:15:32 +0200 schrieb Peter Widmer
> <pwi...@quicknet.ch>:
>
>> Das Ganze erinnert doch an Jeanmaire, der als bedeutungslose Nummer auf
>> Druck des CIA über die Klinge springen musste und in einem
>> theatralischen Geheimprozess verurteilt wurde :-)
>
> "Die Erschiessung des Landesverräters S." ist auch so ein Stück
> Schweizer Geschichte.
>

Wobei auch der hochverehrte General Guisan nicht über jeden Verdacht
erhaben ist. Er bewegte sich einige mal zumindest am Rand des
Landesverrats. (ein Beispiel die Absprachen zur Zusammenarbeit der
schweizerischen und französischen Armee, die den Deutschen leicht als
Grund zur Aberkennung des Neutralitätsstatus der Schweiz hätten dienen
können. Die Akten fielen nahezu vollständig in die Hand der
Deutschen/Dokumentenfund von La Charité-sur-Loire)

Ferner der Fall des prodeutschen Antisemiten Oberstdivisionärs Bircher
mit seiner Aerztekommission an der deutschen Ostfront, die alles andere
als neutral war und den Rotkreuzgedanken verriet.
Dr. med. Rudolf Bucher beschrieb seine Erlebnisse mit dieser 'Mission'
in seinem Buch "Zwischen Verrat und Menschlichkeit".
<http://www.afz.ethz.ch/handbuch/nachl/nachlaesseBucherRudolf.htm>
Für seine aufklärende Vortragstätigkeit ab 1942, die von Behörden
zumindest stark behindert wurde, sollte er auf deutschen Druck vor
Bericht gestellt werden.

Pascal Meister

unread,
Jul 21, 2008, 3:24:32 AM7/21/08
to
"Stefan Heimers" <stefan...@heimers.ch> schrieb im Newsbeitrag
news:c9eb1$48836e52$d5bd9a05$4...@news.cyberlink.ch...

>> Vor wem könnte man überhaupt noch Respekt haben, wenn man alles über sein
>> Privatleben und seine Vergangenheit wüsste?
>
> Also tschuldigung aber hier geht es nicht um normale Streitigkeiten, die
> bei
> jeder Beziehung vorkommen können.

Da bin ich mit Dir natürlich einverstanden, das waren letztlich strafbare
Handlungen - und auch moralisch war das Verhalten mehr als daneben.

Aber wer hat noch _nie_ etwas Strafbares gemacht? Klar wurde man meistens
weder erwischt noch angezeigt - aber eben, wenn man alles über jeden wüsste,
wer hätte da wirklich eine reinweisse Weste?

Gruss Pascal


Patrick Kormann

unread,
Jul 21, 2008, 5:57:34 AM7/21/08
to
Stefan Werner schrieb:

> Und dass alle sich dafür interessieren, ist ja eigentlich ein
> Armutszeugnis. Vor nicht so langer Zeit haben wir uns noch über die
> Engländer und Amerikaner mokiert, bei denen die Presse Politiker
> genussvoll mit "Sexskandalen" abschiessen konnte, und waren stolz
> darauf, dass es bei uns nicht so auf das Privatleben und die
> Vergangenheit der exponierten Leute ankam.
>
> Ich habe mangels bisherigem Interesse für dieses Amt keine Ahnung, ob
> Nef ein fähiger oder ein unfähiger Armeechef war, aber eigentlich sollte
> doch nur das das entscheidende Kriterium sein, nicht? Ob er genug
> Autorität, Glaubwürdigkeit und Durchsetzungsvermögen hat, sollte man an
> seiner täglichen Arbeit sehen und nicht an seiner Vergangenheit.

Das seh ich etwas anders: Einer, der Austickt, wenn seine Freundin ihn
nicht mehr haben will und sich dann aufführt wie ein wild gewordener
Taliban (naja, so ähnlich), dem traue ich die Führung einer Armee nicht
mehr zu. Da könnten ganz andere Probleme auf ihn zu kommen.
Mit Sexskandal hat das wenig zu tun, eher mit Stressresistenz.

Stefan Werner

unread,
Jul 21, 2008, 6:56:19 AM7/21/08
to

Würde ich im Prinzip ähnlich sehen. Bloss gab es kein Verfahren. Und wer
nicht rechtskräftig verurteilt wurde, sollte nicht für etwas bestraft
werden, was ihm unterstellt wird. Offenbar hat es nicht einmal das Opfer
für wichtig genug gefunden, die Sache weiterzuverfolgen.

Die Presse schafft Fakten. So ähnlich wie seit Jahren schon in England
und den USA: Jemandem wird unterstellt, er habe Sadomaso mit irgendwem
getrieben, alle schreiben es einander ab, und schon ist er abgeschossen.
Oft stellt sich dann nachträglich heraus, dass er einerseits nichts
Verbotenes getan hat und dass es andererseits auch nicht so wild war,
wie geschildert. Aber das interessiert dann niemanden mehr: Er ist
abgeschossen.

In Deutschland kann man einen ähnlichen Effekt erreichen, wenn man
jemandem unterstellt, er hege irgendwelche Sympathien für irgendetwas,
was zwischen 1933 und 1945 in Deutschland offiziell gutgeheissen oder
gemacht wurde.

Die Schweiz war bisher relativ resistent gegen solche Medienkampagnen.
Das letzte Opfer war Thomas Borer, aber darauf folgten ja ausgedehnte
Selbstkasteiung und Besserungsgelöbnisse der beteiligten Medien.

Nunja, die Suppe ist gegessen und Nef wird wohl abgeschossen,
möglicherweise Schmid grad mit. Ob dann jemand Kompetenteres kommt, sei
dahingestellt, es wird jedenfalls jemand sein, dem man bisher noch keine
unmoralischen Taten in der Vergangenheit nachweisen konnte. Toll, Damit
ist der Qualifikation ja Genüge getan.

Ich bin allerdings durchaus auch der Meinung, dass Schkid ihn nicht
hätte ernennen dürfen, wenn er wirklich wusste, dass ein Strafverfahren
gegen ihn in Gange ist. Wenn das Verfahren aber abgebrochen oder mit
Freispruch abgeschlossen wurde, dann soll doch niemandem ein Strick aus
der Tatsache gedreht werden können, dass ein Verfahren eröffnet worden
ist. Schliesslich kann ja jeder jeden jederzeit wegen irgendwas
verklagen, wie einige Mitposter hier im Usenet uns ja auch immer wieder
sehr schön zeigen...

-stef

Stefan Heimers

unread,
Jul 21, 2008, 7:29:59 AM7/21/08
to
Louis Ineichen wrote:

>> Das ist die Aufgabe der Medien, und im allgemeinen erfüllen sie diese
>> gut.
>>
>
> Die Aufgabe der Medien ist es also Schlammschlachten zu inszenieren,
> statt zu informieren, interessant!

Die Aufgabe ist es, Misstände aufzuzeigen, sodass einer wie Nef nicht
ungeschoren davon kommt.


Stefan

Patrick Kormann

unread,
Jul 21, 2008, 7:39:59 AM7/21/08
to
Stefan Werner schrieb:

> Ich bin allerdings durchaus auch der Meinung, dass Schkid ihn nicht
> hätte ernennen dürfen, wenn er wirklich wusste, dass ein Strafverfahren
> gegen ihn in Gange ist. Wenn das Verfahren aber abgebrochen oder mit

Naja, vielleicht hat er das bei Leuenberger mit seinem Cröhnli
abgeschaut, anscheinend gehört da ne kleine Vorstrafe zu den gewünschten
Qualifikationen.

Stefan Heimers

unread,
Jul 21, 2008, 8:15:00 AM7/21/08
to
Pascal Meister wrote:

> Da bin ich mit Dir natürlich einverstanden, das waren letztlich strafbare
> Handlungen - und auch moralisch war das Verhalten mehr als daneben.

> Aber wer hat noch nie etwas Strafbares gemacht? Klar wurde man meistens


> weder erwischt noch angezeigt - aber eben, wenn man alles über jeden
> wüsste, wer hätte da wirklich eine reinweisse Weste?


Auf das Ausmass kommt es an.

Es ist etwas anderes, ob man in einem schwachen Moment eine Dummheit macht,
oder ob man aus Boshaftigkeit genau geplant über längere Zeit eine Person
massiv belästigt.

Stefan

Roman Racine

unread,
Jul 21, 2008, 9:42:01 AM7/21/08
to
Louis Ineichen wrote:

Ist es dir denn egal, wenn die Selektionsregeln für den Posten des
Armeechefs einfach so mal umgangen werden? Noch-Armeechef Nef ist das ja
nicht egal, wenigstens hat er die Missachtung von Selektionsreglen als
Grund vorgeschoben, um den Luftwaffenchef aus dem Amt zu entfernen.

Um den Posten des Armeechefs anzunehmen, braucht einer einen einwandfreien
Leumund. Nef hat um die zwei Jahre seine Ex übel verfolgt von einem
einwandfreien Leumund kann keine Rede sein. Nur aufgrund des novellierten
Strafgesetzbuchs ist er überhaupt straffrei davongekommen, nach dem alten
Strafrecht wäre er wohl verknackt worden.

Übrigens wäre es angemessen, wenn auch Bundesrat Schmid ein ernsthaftes
Problem hätte. Es gibt doch einige Anzeichen dafür, dass er Nef gegenüber
anderen Kandidaten deutlich begünstigt hat. Grundsätzlich finde ich es
richtig, dass man Menschen nach einem Fehler nicht gleich abschreibt,
sondern ihnen auch wieder eine Chance gibt. Aber zumindest wäre es
angemessen gewesen, Nef bei der anstehenden Beförderung erst mal
zurückzustellen, bis er sein Privatleben in Ordnung gebracht und sich
einige Jahre korrekt verhalten hat.

Ein "amtliches Saubermannzertifikat" (eine Sicherheitsüberprüfung, die unter
anderem eine Information über laufende Strafverfahren enthält) brauchst du
in der Schweizer Armee schon für weitaus unwichtigere Posten als den des
Armeechefs, ich habe davon auch zwei.

Und wenn du dich als Interessent für eine Ausbildung zum Offizier meldest,
wird auch deine "charakterliche Eignung" geprüft. Mir zum Beispiel mangelt
es zum Teil an der Loyalität gegenüber Vorgesetzten hat mal ein Offizier
über mich festgestellt.

Peter Widmer

unread,
Jul 21, 2008, 10:24:33 AM7/21/08
to
Roman Racine schrieb:

> Louis Ineichen wrote:
>
>> Stefan Heimers wrote:
>>> Peter Widmer wrote:
>>>
>>>
>>> Einem Idioten gegenüber darf man nicht gehorsam sein.
>> Nef ist also ein Idiot? Und weshalb? Genau: Das schlagen im
>> Augenblick die Medien breit. Und dein direkter Vorgesetzter? Wird
>> er dir erst ein amtliches Saubermann-Zertifikat vorweisen müssen
>> ehe du gehorchst?
>>
>> In meinen Augen ist das nicht mehr als eine mediale und politische
>> Schmierenkomödie erster Güte!
>

Mein Name hat hier nichts zu suchen :-) Das kommt doch alles nur vom
verkürzten quoten.

>> ich schrieb:


>>
>>> Wenn dir befohlen wird hast zu den Befehl einfach nur
>>> auszuführen, ob du Respekt hast oder nicht, selbst wenn der
>>> Vorgesetzte Nazi ist oder Stalking gegen seine Ex betreibt.

> Stefan Heimers


>
>> Genau so hat das Dritte Reich funktioniert, und genau so darf es

>> nicht sein. Einem Idioten gegenüber darf man nicht gehorsam sein.
>

> Nö, so funktioniert jedes Militär - ferner entspricht es auch dem
> Grundprinzip von Blochers 'Führungsstil'. Die Schnauze halten und den
> Befehl genaustens befolgen, wenn einer meint etwas bemängeln zu
> müssen, dann einen schriftlichen Antrag einreichen :-) Diskutiert
> wird nicht, das ist ein Befehl und kein Wunsch!

usw.

Peter

Manuel Lüthi

unread,
Jul 21, 2008, 11:55:49 AM7/21/08
to
Roman Racine schrieb:

>(..)Grundsätzlich finde ich es


> richtig, dass man Menschen nach einem Fehler nicht gleich abschreibt,
> sondern ihnen auch wieder eine Chance gibt. Aber zumindest wäre es
> angemessen gewesen, Nef bei der anstehenden Beförderung erst mal
> zurückzustellen, bis er sein Privatleben in Ordnung gebracht und sich
> einige Jahre korrekt verhalten hat.

Gut umschrieben. Jede Wette, Herr Schmid wünschte, er hätte dies so
vorgeschlagen... aber hingedrii sind die meischte gschiter.

> Mir zum Beispiel mangelt
> es zum Teil an der Loyalität gegenüber Vorgesetzten hat mal ein Offizier
> über mich festgestellt.

Subordination ist das erfolgreiche Bemühen des Untergebenen, dümmer zu
scheinen, als es sein Vorgesetzter ist. Hättest du dir dies besser
verinnerlicht, wärst du heute vielleicht Armeechef :-) .


--
Mailadresse ohne Zwischenpunkte gültig, wird jedoch nur alle paar Wochen
gecheckt.

Roman Racine

unread,
Jul 21, 2008, 12:34:48 PM7/21/08
to
Peter Widmer wrote:

> Luigi Rotta schrieb:
>> Am Mon, 21 Jul 2008 06:15:32 +0200 schrieb Peter Widmer
>> <pwi...@quicknet.ch>:
>>
>>> Das Ganze erinnert doch an Jeanmaire, der als bedeutungslose Nummer auf
>>> Druck des CIA über die Klinge springen musste und in einem
>>> theatralischen Geheimprozess verurteilt wurde :-)
>>
>> "Die Erschiessung des Landesverräters S." ist auch so ein Stück
>> Schweizer Geschichte.
>>
>
> Wobei auch der hochverehrte General Guisan nicht über jeden Verdacht
> erhaben ist. Er bewegte sich einige mal zumindest am Rand des
> Landesverrats. (ein Beispiel die Absprachen zur Zusammenarbeit der
> schweizerischen und französischen Armee, die den Deutschen leicht als
> Grund zur Aberkennung des Neutralitätsstatus der Schweiz hätten dienen
> können. Die Akten fielen nahezu vollständig in die Hand der
> Deutschen/Dokumentenfund von La Charité-sur-Loire)

Solche Absprachen werden übrigens häufig falsch interpretiert. Militärische
Absprachen für den Fall, dass die Schweiz angegriffen worden wäre, sind
nach Neutralitätsrecht durchaus zulässig, da die Schweiz ja Kriegspartei
und somit nicht mehr neutral gewesen wäre, wäre sie von den Deutschen
angegriffen worden.

1X2Willows

unread,
Jul 21, 2008, 1:08:13 PM7/21/08
to
"Roman Racine" wrote

>
> Solche Absprachen werden übrigens häufig falsch interpretiert.
> Militärische
> Absprachen für den Fall, dass die Schweiz angegriffen worden wäre, sind
> nach Neutralitätsrecht durchaus zulässig, da die Schweiz ja Kriegspartei
> und somit nicht mehr neutral gewesen wäre, wäre sie von den Deutschen
> angegriffen worden.

Was letztendlich ja auch zu den 'Geheimverhandlungen' zwischen deutschen
und alliierten Vertretern auf schweizer Boden gefuehrt hat, welche sicher
nicht unwesentlich zum Ende von WWII beigetragen haben, richtig.


Louis Ineichen

unread,
Jul 21, 2008, 2:08:00 PM7/21/08
to
Roman Racine wrote:
> Louis Ineichen wrote:
>
>> Stefan Heimers wrote:
>
> Ist es dir denn egal, wenn die Selektionsregeln für den Posten des
> Armeechefs einfach so mal umgangen werden? Noch-Armeechef Nef ist das ja
> nicht egal, wenigstens hat er die Missachtung von Selektionsreglen als
> Grund vorgeschoben, um den Luftwaffenchef aus dem Amt zu entfernen.
>


Die ganze Schmierenkomödie wäre nicht wirksam, wenn sie nur aus
Erfindungen bestehen würde. Die Mücke ist schliesslich auch nicht
Nichts.

Gruss L.

1X2Willows

unread,
Jul 21, 2008, 2:33:20 PM7/21/08
to
"Louis Ineichen" wrote

> Roman Racine wrote:
>>
>> Ist es dir denn egal, wenn die Selektionsregeln für den Posten des
>> Armeechefs einfach so mal umgangen werden? Noch-Armeechef Nef ist das ja
>> nicht egal, wenigstens hat er die Missachtung von Selektionsreglen als
>> Grund vorgeschoben, um den Luftwaffenchef aus dem Amt zu entfernen.
>
> Die ganze Schmierenkomödie wäre nicht wirksam, wenn sie nur aus
> Erfindungen bestehen würde. Die Mücke ist schliesslich auch nicht
> Nichts.

Das zwar auch nicht, aber wenn unser Vertrauen in Fachfragen nur noch
unbefleckten Empfaengnissen gelten sollte, dann koennen wir die ganze
Regierung gleich mit Stumpf und Stiel abschaffen.


Peter Widmer

unread,
Jul 21, 2008, 3:38:27 PM7/21/08
to
1X2Willows schrieb:

>
> Das zwar auch nicht, aber wenn unser Vertrauen in Fachfragen nur noch
> unbefleckten Empfaengnissen gelten sollte, dann koennen wir die ganze
> Regierung gleich mit Stumpf und Stiel abschaffen.
>

Eben, samt dem Gedanken der Humanität, ja die ganze Menschheit gleich
mit :-)

1X2Willows

unread,
Jul 21, 2008, 4:02:40 PM7/21/08
to
"Peter Widmer" wrote

> 1X2Willows schrieb:
>>
>> Das zwar auch nicht, aber wenn unser Vertrauen in Fachfragen nur noch
>> unbefleckten Empfaengnissen gelten sollte, dann koennen wir die ganze
>> Regierung gleich mit Stumpf und Stiel abschaffen.
>
> Eben, samt dem Gedanken der Humanität, ja die ganze Menschheit gleich mit
> :-)

Schreibe ernsthaft! :-D


Peter Widmer

unread,
Jul 21, 2008, 4:06:39 PM7/21/08
to
Peter Widmer schrieb:

> 1X2Willows schrieb:
>
>>
>> Das zwar auch nicht, aber wenn unser Vertrauen in Fachfragen nur noch
>> unbefleckten Empfaengnissen gelten sollte, dann koennen wir die ganze
>> Regierung gleich mit Stumpf und Stiel abschaffen.
>
> Eben, samt dem Gedanken der Humanität, ja die ganze Menschheit gleich
> mit :-)
>

Ach, nur so nebenbei: sagt dir der Name Mercer Reynolds etwas? Oder
Peter Hossli, der Schweizer Journalist in den USA?
<http://www.hossli.com/articles/2008/04/13/bushs-mann-hinter-mccain/>
oder etwas älter:
<http://www.hossli.com/articles/2002/07/19/berner-us-botschafter-half-bei-bush-deals/>

Peter Widmer

unread,
Jul 21, 2008, 4:09:09 PM7/21/08
to
1X2Willows schrieb:ien/.

Kann ich nicht, Ernst ist zurzeit in den Ferien :-)

Luigi Rotta

unread,
Jul 21, 2008, 4:13:55 PM7/21/08
to
Am Mon, 21 Jul 2008 09:20:43 +0200 schrieb Peter Widmer
<pwi...@quicknet.ch>:

>Wobei auch der hochverehrte General Guisan nicht über jeden Verdacht

>erhaben ist. Er bewegte sich einige mal zumindest am Rand des
>Landesverrats. (ein Beispiel die Absprachen zur Zusammenarbeit der
>schweizerischen und französischen Armee, die den Deutschen leicht als
>Grund zur Aberkennung des Neutralitätsstatus der Schweiz hätten dienen
>können. Die Akten fielen nahezu vollständig in die Hand der
>Deutschen/Dokumentenfund von La Charité-sur-Loire)

Der Rütli-Rapport: Der gesamt Generalstab auf einem Schiff. Ein kleiner
Knall und die Hitlerjugend hätte in einer Nachtübung die Schweiz
besetzen können.

Aber immer noch besser als die Brut um Wille, Welti und das ganze
inzüchtlerische Gesocks.

Luigi Rotta

unread,
Jul 21, 2008, 4:15:14 PM7/21/08
to
Am Mon, 21 Jul 2008 15:42:01 +0200 schrieb Roman Racine
<roman....@gmx.de>:

>Mir zum Beispiel mangelt
>es zum Teil an der Loyalität gegenüber Vorgesetzten hat mal ein Offizier
>über mich festgestellt.

Ich würde sagen: ein positiver Charakterzug. ;)

Luigi Rotta

unread,
Jul 21, 2008, 4:17:13 PM7/21/08
to
Am 21 Jul 2008 20:08:00 +0200 schrieb Louis Ineichen <kb...@bluewin.ch>:

>Die ganze Schmierenkomödie wäre nicht wirksam, wenn sie nur aus
>Erfindungen bestehen würde. Die Mücke ist schliesslich auch nicht
>Nichts.

Aber eben auch nur eine Mücke.

Heute auf dem "Blick-am-Abend"-Titelseite: 12 Köpfe irgendwelcher
Leute und obendrauf: "Die ganze Schweiz ... ". Irgendwie sind da
die Proportionen verrutscht. Wohl ein bisschen zu lange Blocher-TV
geguckt. :(

Peter Widmer

unread,
Jul 22, 2008, 1:04:50 AM7/22/08
to
Roman Racine schrieb:

Nö, die Glaubwürdigkeit der schweizerischen Neutralität war schwer
angeschlagen, aber die Deutschen zogen daraus höchstens diplomatisch
Profit. Beispielsweise zitiert Bonjour (den ich mal in seinem Refugium
in der einsamen Scheltenmühle besuchte. Wer weiss schon, wo der Schelten
liegt :-) ) den als "Geheime Reichssache" klassierten Bericht des
deutschen Oberkommandos. Die schweizerischen Primärakten wurden
vernichtet: "Um die schweizerische Neutralität formal zu wahren, sei
diesem Kontakt nicht die Form amtlicher Generalstabsverhandlungen,
sondern bloss offiziöser Unterredungen gegeben worden.
Moltke zog am 7.November 1940 für den Reichsaussenminister die
Folgerung: Schon seit der italienisch-französischen Spannung sei die
Fühlung zwischen den Generalstäben der Schweiz und Frankreichs
aufgenommen worden. Vom Oktober 1939 ankönne man eine direkte
Zusammenarbeit feststellen. Unter General Guisan, der sofoert eine
Umgestaltung wichtiger Befehlsstellen im französischen Sinne
durchgeführt habe,gestalte sich die verbindung immer enger: Aufmarsch-
und Befestigungspläne würden ausgetauscht; für den Fall eines deutschen
Angriffs würden Vereinbarungen über die Räumung von Basel getroffen; der
Text der Telegramme, die im Fall von Verwicklungen von der Schweiz
abzusenden seien, werde festgelegt.
Eine Aufstellunbg der schweizerischen "Verbindungsabteilung". über die
ein Dokument vom 11. Februar 1940 genaue Mitteilunegn enthalte, ordne
die militärische Zusammenarbeit auf einer festeren Basis. Die
verbindungsabteilung habe die Aufgabe, den Aufmarsch der französischen
Truppen zu decken, sofort mit der einmarschierenden französischen Armee
Fühlung zu nehmen uns sich dieser zu unterstellen; sie habe die Stärke
einer Division, verfüge abr nicht über Artillerie. Diese solle von den
einmarschierenden Franzosen mitgeführt werden, befestigte Stellungen
hiefür würden von seiten der Eidgenossenschaft vorbereitet.
Schweizerische Verbindungsoffiziere erwarteten die die französischen
Truppen an der Grenze. usw..." Dies hat offenbar den Glauben an die
absolute neutralität der schweizerischen Armeeleitung erheblich
erschüttert. Hitler bekam wahrscheinlich schon am 29.Juli 1940 eine
Zusammenstellung der erbeuteten Schriftstücke ... Durch den
Dokumentenfund sei Hitlers Animosität gesteigert worden, behauptete
Weizsäcker später...Aus Furcht, der Führer werde den Schriftwecjhsel
benützen, um die Schweiz einer Verletzung ihrer Neutralität zu
bezichtigen und daraus mölicherweise kriegerische Folgerungen zu ziehen,
habe der Staatssekretäer über seinen Schützling, den Diplomaten Kordt,
die Schweizerische Regierung von der Auffindung dieser Dokumente
unterrichtet. Ebenfalls habe Admiral Canaris, in seinen
Friedensbemühungen eng mit Weizsäcker zusammenarbeitend, auf den ihm
möglichen Wegen entsprechende Warnungen vor der drohenden Gefahr an die
Schweiz ergehen lassen."cv

Die Deutschen wussten damals mehr als heute die Schweizer :-)

Priska Rubischon

unread,
Jul 22, 2008, 3:58:18 AM7/22/08
to
On Mon, 21 Jul 2008, Peter Widmer wrote:
> 1X2Willows schrieb:ien/.
> > "Peter Widmer" wrote
> >> 1X2Willows schrieb:

> >>> Das zwar auch nicht, aber wenn unser Vertrauen in Fachfragen nur noch
> >>> unbefleckten Empfaengnissen gelten sollte, dann koennen wir die ganze
> >>> Regierung gleich mit Stumpf und Stiel abschaffen.
> >> Eben, samt dem Gedanken der Humanität, ja die ganze Menschheit gleich mit
> >> :-)
> > Schreibe ernsthaft! :-D
> Kann ich nicht, Ernst ist zurzeit in den Ferien :-)

Dachte Ernst sei in Haft? Weil Dan schrieb ja ernsthaft. Also Ernst in
Haft. Nix Ferien.

Gruss Priska

--
Lieben heisst, "gluecklich sein mit..."

Peter Widmer

unread,
Jul 22, 2008, 4:12:51 AM7/22/08
to
Priska Rubischon schrieb:

Ist das nicht das Gleiche?

Oh Schreck, dann habe ich ja nie richtig Ferien gemacht :-)

Da fällt mir auch gleich ein, weiss jemand was mit diesem Hanspeter X
passierte, der jeweils mit einem riesigen Amischlitten mit der
Aufschrift 'der unbefleckt empfangene Sohn Gottes' (in Latein) in der
Stadt herumfuhr und behauptete, seine ledige Mutter habe ihn auf diese
Weise empfangen?
Er wohnte in den 70ern mit seiner Mutter am Schneeglöggliweg (beim
Letzibad), hiess darum 'Schneeglöggliheiland'.

Andy Prelignat

unread,
Jul 22, 2008, 5:19:01 AM7/22/08
to
"Stefan Heimers" <stefan...@heimers.ch> schrieb im Newsbeitrag
news:6a1a5$48839f79$d5bd9a05$28...@news.cyberlink.ch...

> Louis Ineichen wrote:
>
>> Und dein direkter Vorgesetzter? Wird er dir erst ein
>> amtliches Saubermann-Zertifikat vorweisen müssen ehe du
>> gehorchst?
>
> Ich werde ihm sowieso nicht gehorchen, weil ich in dem
> lächerlichen
> Trachtenverein sowieso nicht mitmache.

Aha. Für solche Nestbeschmutzer hatte man füher nur ein "moskau
einfach" übrig ;). Heute vielleicht Nordkorea?

Andy

Willy Lusti

unread,
Jul 22, 2008, 7:17:51 AM7/22/08
to
Andy Prelignat schrieb:

Und was machen wir mit solch *UseNet Beschmutzern* wie dir?

http://img364.imageshack.us/img364/549/beschwerdeabteilungfu9.jpg

Luigi Rotta

unread,
Jul 22, 2008, 12:23:13 PM7/22/08
to
Am Tue, 22 Jul 2008 07:04:50 +0200 schrieb Peter Widmer
<pwi...@quicknet.ch>:

>Die

>verbindungsabteilung habe die Aufgabe, den Aufmarsch der französischen
>Truppen zu decken, sofort mit der einmarschierenden französischen Armee
>Fühlung zu nehmen uns sich dieser zu unterstellen;

Es ist nur die Frage, wer wen beschützt hätte. So wie die "Grand Armé"
über den Haufen gefahren wurde. :(

1X2Willows

unread,
Jul 22, 2008, 12:27:34 PM7/22/08
to
"Andy Prelignat" wrote
> "Stefan Heimers" schrieb

>> Louis Ineichen wrote:
>>
> >> Und dein direkter Vorgesetzter? Wird er dir erst ein
>>> amtliches Saubermann-Zertifikat vorweisen müssen ehe du gehorchst?
>>
>> Ich werde ihm sowieso nicht gehorchen, weil ich in dem lächerlichen
>> Trachtenverein sowieso nicht mitmache.
>
> Aha. Für solche Nestbeschmutzer hatte man füher nur ein "moskau einfach"
> übrig ;). Heute vielleicht Nordkorea?

Zueri Wescht reicht da heute bereits schon. ;-)


1X2Willows

unread,
Jul 22, 2008, 12:32:24 PM7/22/08
to
"Peter Widmer" wrote
> [....]

> Folgerung: Schon seit der italienisch-französischen Spannung sei die
> Fühlung zwischen den Generalstäben der Schweiz und Frankreichs aufgenommen
> worden. Vom Oktober 1939 ankönne man eine direkte Zusammenarbeit
> feststellen. Unter General Guisan, der sofoert eine Umgestaltung wichtiger
> Befehlsstellen im französischen Sinne durchgeführt habe,gestalte sich die
> verbindung immer enger: Aufmarsch- und Befestigungspläne würden
> ausgetauscht; für den Fall eines deutschen Angriffs würden Vereinbarungen
> über die Räumung von Basel getroffen; der Text der Telegramme, die im Fall
> von Verwicklungen von der Schweiz abzusenden seien, werde festgelegt.

Gallier unter sich!
Wo Problem?
:-Dan


Peter Widmer

unread,
Jul 22, 2008, 12:40:30 PM7/22/08
to
1X2Willows schrieb:

Bei den Germanen :-)

1X2Willows

unread,
Jul 22, 2008, 1:20:18 PM7/22/08
to
"Peter Widmer" wrote

In_der_Tat! :-D


Roman Racine

unread,
Jul 22, 2008, 2:13:45 PM7/22/08
to
Stefan Heimers wrote:

> Vorwurf: Roland Nef habe im Namen seiner Ex-Partnerin auf Sexinserate
> geantwortet:
>
> http://www.tagi.ch/dyn/news/schweiz/913422.html
>
> http://www.sonntagszeitung.ch/home/artikel-detailseite/?newsid=33846
>
>
> Wie konnte Schmid nur so gutgläubig sein und diesem Cretin vertrauen?

http://www.tages-anzeiger.ch/dyn/news/schweiz/914877.html

Laut dieser Information sind 2006 über 50 Sexinserate im Namen seiner Ex
geschaltet worden. Sollte Nef dahinter stecken, wäre das noch eine Stufe
tiefer ...

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