Am 12.04.12 05:03, schrieb Felix Rauch:
> Stefan Werner<
009w...@sneakemail.com> wrote:
>> Der Mann, der den einzigen Computer herstellte, den ich wirklich
>> vollst?ndig verstand: Den C64.
>
>> R.I.P
>
> Und auch den ATARI ST.
Wobei TOS/AES/GEM doch immer etwas zusammengeschustert wirkte. Aber ja,
stimmt: Verglichen mit den damaligen IBM PC wirkte der ST äusserst
modern. Und ausserdem: Mit dem Ataris ST und Aladdin sowie einer
gecrackten Mac-Systemdisk hatte man einen bezahlbaren Mac :-)
Das Faszinierende am C64 war, dass er so einfach war. Der 6502/6510
Prozessor war im Prinzip einfach ein PLA, nichts mit Microcode und so
sondern alles fest verdrahtet. Jede Bitkombination am Eingang gab einen
Taktzyklus später eine entsprechende Reaktion. Manche
Eingangskombinationen waren dokumentiert, das waren die "offiziellen"
Maschinenbefehle, und manche waren undokumentiert, die erlaubten zum
Teil coole Abkürzungen. Und eine Stufe höher, das "Betriebssystem", war
ebenfalls leicht überschaubar. 8KB und es gab dokumentierte
ROM-Listings. Man konnte das System wirklich /verstehen/. Und mit einer
simplen Port-Anweisung konnte man des Betriebssystem ganz ausblenden und
hatte den ganzen gigantischen 64KB Adressraum für sich :-)
Ich denke, der C64 mit ein Grund dafür, dass die Nerds meiner Generation
sich mehr dafür interessierten, wie ein Programm unter der Haube
funktioniert, während die Nerds der "digital natives" sich vor allem
dafür interessieren, wie man die Eigenschaften eines Programms ausreizt
(und nicht, warum es diese Eigenschaften hat).
Ich bin noch nicht sicher, ob ich es gut oder schlecht finde, dass ich
die Hardware und das Betriebssystem der PC's meiner Kinder viel besser
behrrsche als sie, während ich keinerlei Chance habe mitzukommen, wenn
sie ein aktuelles Spiel oder "Facebook" bedienen. Ich sehe nur schnell
wechselnde Bildschirminhalte, kann diese aber selber nicht vernünftig
interpretieren oder beeinflussen.
Aber wehe, die Grafikkarte oder der Treiber des Gamecontrollers streikt.
Dann muss Papa wieder ran. Eigentlich sollte es ihnen doch ein Anliegen
sein zu verstehen, /warum/ der Controller nicht das tut was er soll? Ist
es aber nicht....
Soweit der philospohische Exkurs zm Abschied von Jack Tramiel, der das
Volk zum Computer und den Computer zum Volk brachte. (Denn eigentlich
müsste man die Story ja beim Commodore PET beginnen, dem ersten
"personal electronic transactor", später auch PC genannt.)
-stef