Martin Trautmann wrote: > kennt jemand folgende Firma: > Socks and more AG, Postfach, 6062 Wilen, Schweiz
Ein alter Bekannter hier. Ein Daniel Heggetschweiler. Vor allem Textilien (Socken, Handtücher u.ä.) im Angebot. Eine andere seiner Firmen sucht seit kurzem nach Bauland (mit den gleichen Adresslisten wie's scheint).
> Das ganze aehnelt sehr den Spam-Attacken von Martin Fuerst:
Ja, die beiden haben ähnliche Geschäftsmodelle.
> Anscheinend wurde gezielt der deutsche Markt bespammt.
Nun, Schweizer Adressen benutzt er seit vielen Jahren. Ob das mit Deutschland neu ist oder schon länger läuft weiss ich nicht.
Martin Trautmann wrote: > On Thu, 04 May 2006 15:45:12 +0200, Peter Guhl wrote: >> Martin Trautmann wrote: > Ah, danke - Dagmar Krom / Dagmar Hegetschweiler / von Bremgarten AG und > pendelnde Firmensitze zwischen Wilen und Risch sind also nur die Spitze > des Eisbergs.
Naja, der Schweizer Markt hat eigentlich nur eine Handvoll bekannter Spammer. Es tauchen immer wieder die gleichen paar Namen auf, wenn man nachforscht. So gesehen ist "Hegi" schon ein relativ grosser Teil des Ganzen.
> Reagieren sie auf eine Datenschutzauskunft?
Hab's noch nie probiert. Können Dir aber andere hier vielleicht mehr sagen.
> Naja - immerhin schreiben sie in die Werbung gleich rein, dass man KEIN > Socken-Abo bekaeme.
Vielleicht gab's Ärger mit den Firmen, die Socken-Abos verkaufen. Deren Ruf dürfte in der Schweiz sehr schlecht sein obwohl ich nicht annehme, dass die über Socks & More verkaufen. Das dürfte eher ein mässig beliebter Konkurrent sein.
>> Nun, Schweizer Adressen benutzt er seit vielen Jahren. Ob das mit >> Deutschland neu ist oder schon länger läuft weiss ich nicht.
> Ist Spam in der Schweiz denn legal?
Noch bis 2007 praktisch ja. Danach kommt ein neues Fernmeldegesetz dass diese Dinge mal auf der Ebene regelt (bzw. verbietet) auf der sie tatsächlich stattfinden.
Es gibt einige Paragraphen im Datenschutzgesetz und auch schon mal unlauterer Wettbewerb o.ä. aber mit denen ist den Spammern relativ schlecht beizukommen. Beim Datenschutzgesetz ist es mit ein Problem, dass die zuständige Stelle eigentlich nicht viel tun kann ausser festzuhalten, dass ein Verstoss vorliegt - und das ist einem Spammer ja einerseits schon bekannt und andererseits eher gleichgültig.
Martin Trautmann wrote: > Ah, danke - Dagmar Krom / Dagmar Hegetschweiler / von Bremgarten AG und > pendelnde Firmensitze zwischen Wilen und Risch sind also nur die Spitze > des Eisbergs. Reagieren sie auf eine Datenschutzauskunft?
Nein. Normale Post ist ein /dev/null, eingeschriebene Post wird nicht abgeholt.
>>> Anscheinend wurde gezielt der deutsche Markt bespammt. >> Nun, Schweizer Adressen benutzt er seit vielen Jahren. Ob das mit >> Deutschland neu ist oder schon länger läuft weiss ich nicht.
> Ist Spam in der Schweiz denn legal?
Im Moment gibt es noch einige Schlupflöcher für Leute, denen nichts an einem guten Ruf liegt; ab 1.1.2007 (voraussichtliches Inkrafttreten der Revision des Fernmeldegesetzes und des Gesetzes über den unlauteren Wettbewerb) ist es nicht mehr erlaubt.
Wobei man sich über die Wirkung von Gesetzen gegen Spam nicht allzu viel erhoffen sollte - es hat mehr Signalwirkung, da die Verfahrenswege lang sind (UWG ist sowieso speziell) und die Strafandrohung eher gering.
Die meisten Spammer verstossen aber nicht nur gegen "Spamgesetze" oder Datenschutzgesetze. In aller Regel schwerwiegender sind Verstösse gegen andere Gesetze aus vor- und/oder nachgelagerten Tätigkeiten (Proxyabuse, Malwareverbreitung oder -nutzung, handels- oder steuerrechtliche Verstösse, ...).
Matthias Leisi wrote: >> Ah, danke - Dagmar Krom / Dagmar Hegetschweiler / von Bremgarten AG und >> pendelnde Firmensitze zwischen Wilen und Risch sind also nur die Spitze >> des Eisbergs. Reagieren sie auf eine Datenschutzauskunft?
> Nein. Normale Post ist ein /dev/null, eingeschriebene Post wird nicht > abgeholt.
Was ja alles über die Seriosität dieser Firmen aussagt. Interessant, dass sich die diversen Konsumenten-Schutz-Organisationen noch nie dafür interessiert haben.
Martin Trautmann wrote: > On Thu, 04 May 2006 19:49:52 +0200, Matthias Leisi wrote: > Das heisst, es gibt bisher auch noch keine Impressumpflicht fuer > Websites?
Was hat denn das damit zu tun? Socks & More, Horizon, W&L und all die anderen schreiben ihre korrekte Adresse in die Mails. Würden sie die gleiche ins Impressum schreiben (falls sie überhaupt eine Website haben - die brauchen sie nämlich für ihr Business gar nicht) wäre dem Gesetz wohl genüge getan aber nützen würde es überhaupt nichts.
Sorry aber ich persönlich sehe die Impressumspflicht in Deutschland eher als Goldgrube für Abmahn-Anwälte denn als nützliche Vorschrift. Was man hierzulande davon hört sind allerdings auch nur die Fälle, wo irgend ein Privatmann das Impressum vergessen hat und dann drei- bis vierstellige Summen an Abmahngebühren zahlen soll.
>> Wobei man sich über die Wirkung von Gesetzen gegen Spam nicht allzu viel >> erhoffen sollte - es hat mehr Signalwirkung, da die Verfahrenswege lang >> sind (UWG ist sowieso speziell) und die Strafandrohung eher gering.
> Also wieder mal eine Totgeburt.
Wahrscheinlich. Aber schlimmer als jetzt kann's nicht werden.
>> Die meisten Spammer verstossen aber nicht nur gegen "Spamgesetze" oder >> Datenschutzgesetze. In aller Regel schwerwiegender sind Verstösse gegen >> andere Gesetze aus vor- und/oder nachgelagerten Tätigkeiten (Proxyabuse, >> Malwareverbreitung oder -nutzung, handels- oder steuerrechtliche >> Verstösse, ...).
> Was wird denn in der Schweiz vordringlich geahndet? Ich vermute, > Kinderpornographie wird kritisch gesehen. Aber sonst?
Naja, also es gibt ziemlich viele Dinge, die geahndet werden... auch welche, die unter anderem über das Internet begangen werden können. Es gibt Betrug, unlauterer Wettbewerb, Computersabotage, Nötigung u.a.m. Selbstverständlich sind auch gewisse Formen von Pornographie strafbar. Eher schon ein Problem ist die Beweisbarkeit und, ab und an, das technische Wissen der Verfolgungs- und (eher noch mehr) Justizbehörden.
Dann gibt es auch noch die "Terrorismusbekämpfung", die in "Bürger- und Providerbekämpfung" ausartet. Aber das kennt man ja unterdessen weltweit.
Ich hab' den followup auf ch.soc.law gesetzt weil das dort ins Topic passt.
>> Ah, danke - Dagmar Krom / Dagmar Hegetschweiler / von Bremgarten AG und >> pendelnde Firmensitze zwischen Wilen und Risch sind also nur die Spitze >> des Eisbergs. Reagieren sie auf eine Datenschutzauskunft? > Nein. Normale Post ist ein /dev/null, eingeschriebene Post wird nicht > abgeholt.
Wenn Hegi früher Newmedia war, dann stimmt das so nicht ganz. Aber mir fehlt da der Überblick, welche Firmen in der Vergangenheit zu Fürst und welche zu Hegi gehört haben. Von der Newmedia hab ich zumindest anno dazumal im September 2003 eine Antwort bekommen und sie haben mich tatsächlich nicht mehr bespammt.
Obwohl sie einen Abschnitt drin hatten, wo sie was von Email und nicht schützenswerte Personendaten geschrieben haben.
Martin Trautmann wrote: > On Fri, 05 May 2006 10:49:43 +0200, Peter Guhl wrote: >> Martin Trautmann wrote: >> > On Thu, 04 May 2006 19:49:52 +0200, Matthias Leisi wrote: > Das Impressum schreibt zumindest eine erreichbare E-Mail-Adresse vor. > Zwar ist auch /dev/nul erreichbar - aber eine Verpflichtung, mails > dorthin auch zu lesen, sehe ich schon als gegeben.
Hmm... naja, wenn selbst eingeschriebene Briefe ohne weitere Folgen liegen gelassen werden können... es müsste auch noch einer *bestrafen* wenn man's nicht tut :-(
>> Sorry aber ich persönlich sehe die Impressumspflicht in Deutschland eher >> als Goldgrube für Abmahn-Anwälte denn als nützliche Vorschrift.
> Sie ist ziemlich missraten (speziell die Info, wer eins braucht und wer > nicht, ist selbst fuer den Fachmann wohl beliebig unklar).
> Aber zumindest theoretisch kann man's ja besser machen.
Heh, wir reden hier von *Politikern*. Da gibt's weltweit nur eine Sorte. :->
>> Ich hab' den followup auf ch.soc.law gesetzt weil das dort ins Topic >> passt.
> ok - dort wird's fuer mich dann vermutlich zu fachspezifisch.
Futter für die Leute dort ;-)
> Ausserdem kennt mein Server die Gruppe anscheinend nicht.
Nanu? Seltsame Auswahl hat der. Aber sowas kommt leider vor.
Ich glaube, jetzt sollte ich auf ch.talk gehen - oder aufhören ;-)
Martin Trautmann <t-...@gmx.net> wrote: > On Thu, 04 May 2006 19:49:52 +0200, Matthias Leisi wrote: >> > Ist Spam in der Schweiz denn legal?
>> Im Moment gibt es noch einige Schlupflöcher für Leute, denen nichts an >> einem guten Ruf liegt; ab 1.1.2007 (voraussichtliches Inkrafttreten der >> Revision des Fernmeldegesetzes und des Gesetzes über den unlauteren >> Wettbewerb) ist es nicht mehr erlaubt.
> Das heisst, es gibt bisher auch noch keine Impressumpflicht fuer > Websites?
Wozu ausser um Geld zu kassieren für in der Schweiz als missbräuchlich und daher auch rechtswiedrig, aber nach Deutschem Recht gültige Abmahnungen taugt diese Impressumpflicht? Den Domain-Owner findet man ja relativ einfach via whois, auch wenn da kein Impressum zu finden ist.
Florian Spisla <individ...@nurfuerspam.de> wrote: > Matthias Leisi schrieb am 04.05.2006 19:49: >>> Ah, danke - Dagmar Krom / Dagmar Hegetschweiler / von Bremgarten AG und >>> pendelnde Firmensitze zwischen Wilen und Risch sind also nur die Spitze >>> des Eisbergs. Reagieren sie auf eine Datenschutzauskunft? >> Nein. Normale Post ist ein /dev/null, eingeschriebene Post wird nicht >> abgeholt.
> Wenn Hegi früher Newmedia war, dann stimmt das so nicht ganz. Aber mir fehlt > da der Überblick, welche Firmen in der Vergangenheit zu Fürst und welche zu > Hegi gehört haben. Von der Newmedia hab ich zumindest anno dazumal im > September 2003 eine Antwort bekommen und sie haben mich tatsächlich nicht mehr > bespammt.
> Obwohl sie einen Abschnitt drin hatten, wo sie was von Email und nicht > schützenswerte Personendaten geschrieben haben.
Naja, mittlerweile halten Adress-Broker aus Lichtenstein auch komplette Adressätze mit Name, Strasse, PLZ, Ort als nicht besonders schützesnwert und hielten es daher nicht für nötig einem Auskunftsbegehren nachzukommen und haben dies so schriftlich mitgeteilt.
Begründung: Die Geschäftsinteressen des Broker stehen über dem Datenschutz des einzelnen.
Die wurden zumindest vom Datenschutzbeauftragten des Landes Lichtenstein nun eines besseren belehrt :-)
XP+Fup2: ch.soc.law da hier ein Interessanter Aspket berührt wird.
Martin Trautmann <t-...@gmx.net> wrote: > On Fri, 5 May 2006 10:51:52 +0000 (UTC), Benoit Panizzon wrote: >> Wozu ausser um Geld zu kassieren für in der Schweiz als missbräuchlich und >> daher auch rechtswiedrig, aber nach Deutschem Recht gültige Abmahnungen >> taugt diese Impressumpflicht? Den Domain-Owner findet man ja relativ einfach >> via whois, auch wenn da kein Impressum zu finden ist.
> Bei switch.ch finde ich dort aber einerseits nicht unbedingt aktuelle > Daten. Andererseits findet sich dort bei z.B. socksandmore.ch nur eine > Postanschrift von Dagmar Krom - laut Handelsregister ist das wohl schon > lange nicht mehr aktuell. E-Mail / Telefon / Fax werden da nicht > genannt.
Yup, aber eigentlich reichen diese Daten für ein Auskunftsbegehren welches ja schriftlich und eingeschrieben erfolgen sollte. Die können genau so ungültig sein wie die Daten in einem Impressum.
Wobei auch da müssen die Daten nicht umbedingt stimmen. Da kann z.B. auch eine Treuhandfirma als 'Firmensitz' eingetragen sein, welche z.B. wie im Fall von der Pilatus Media GmbH selber keinen Kontakt zum eigenen Kunden mehr hat für welchen Sie als Firmensitz eingetragen ist (oder wie in diesem Fall: war). Ergebnis: Alle Auskunftsbegehren etc, landen in einem Karton bei der Treuhandfirma und man wartet bis jemand von der Firma diese abholen kommt. Wenn niemand kommt... pech gewesen...
Weiss eigentlich jemand von ch.soc.law wie ein solcher Fall weitergeht? Die Treuhandfirma kann ja nicht die Verantwortung einer Firma übernehmen, welche sich in Luft auflöst. Im HR Monitor ist vermerkt, dass der Firmensitz 'eingebüsst' wurde und dass die Firma nun liquidiert ist, aber was geschieht mit all den Zahlungsbefehlen und Auskunfsbegehren welche noch beim Treuhänder liegen?
Ich selber versuche seit längerem die letzte Geschäftsführerin persönlich zu erreichen, was auch ein Ding der Unmöglichkeit scheint.