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Ubuntu: upgrade i386 -> amd64 möglich?

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Andreas Leitgeb

unread,
Mar 6, 2013, 12:43:23 PM3/6/13
to
Gibt es eine Möglichkeit, eine Ubuntu-32bit installation
ohne komplette neuinstallation auf 64bit zu bringen?

Also etwa durch sukzessives drüber-installieren diverser
amd64-packages über die i386er?

Gibt es Erfahrungsberichte über (closed-source) software
(skype, flashplayer, etwaige codecs), die nicht unter einem
64bit-OS läuft?

Wen Kümerz

unread,
Mar 7, 2013, 5:23:27 AM3/7/13
to
Andreas Leitgeb wrote:
> Gibt es eine Möglichkeit, eine Ubuntu-32bit installation
> ohne komplette neuinstallation auf 64bit zu bringen?

Vielleicht..

> Also etwa durch sukzessives drüber-installieren diverser
> amd64-packages über die i386er?

Keine gute Idee, gar keine.

> Gibt es Erfahrungsberichte über (closed-source) software
> (skype, flashplayer, etwaige codecs), die nicht unter einem
> 64bit-OS läuft?

wird nie verwendet.

Adalbert Michelic

unread,
Mar 7, 2013, 6:29:20 AM3/7/13
to
* On 2013-03-06, Andreas Leitgeb wrote:
> Gibt es eine Möglichkeit, eine Ubuntu-32bit installation
> ohne komplette neuinstallation auf 64bit zu bringen?
>
> Also etwa durch sukzessives drüber-installieren diverser
> amd64-packages über die i386er?

So ungefaehr. Hast Du zur Not ein Rettungssystem bei der Hand?

Backup detto ;)

Fang mal als erstes mit einem 64bit-Kernel an - der geht immer und
auch wunderbar mit 32bit Userland. Zumindest bei Debian gibts fuer
die i386-Installationen ganz normal ueber aptitude amd64-Kernel zu
holen und zu installieren, ohne jegliche Tricks - ich gehe mal davon
aus, dass es die fuer Ubuntu auch gibt. Ansonsten hol Dir ein amd64-
Package und drueck es per `dpkg --force-architecture' o.ae. ins
System.

Wenns Dir nur darum geht, Deinen Speicher ohne irgendwelche Kruecken
wie PXE verwenden zu koennen, kannst Du jetzt auch schon wieder
aufhoeren (du musst dich bloss ggf. selbst um Kernel-Updates
kuemmern). Das laueft normal problemlos (hab ich auf etlichen
Maschinen so) - kann aber sein, dass das Probleme mit Dreckssoftware
macht - Nvidia-Treiber etc. waeren da Kandidaten.

Wenn Du weiter machen willst, musst Du basteln: vor wuerde ich noch
fuer eine sash sorgen - eine standalone-Shell. Die hat keine
Dependencies und viele Befehle schon eingebaut. Drueck da auch
gerne per `dpkg --force-architecture' die amd64-Version rein und
starte die Kiste mal mit `init=/bin/sash' neu (im grub an der
Kernel- Kommandozeile anhaengen). Die sollte funktionieren - wenn
nicht, zuerst fixen.

Mach Dir dann mal eine Liste aller installierten Pakete (in einem
File speichern):
`COLUMNS=200 dpkg -l |grep ^i |cut -d\ -f3'

Als naechsten Schritt wuerde ich mir alle noetigen Files fuer apt
und dpkg und(!) deren Dependencies in amd64-Versionen suchen -
jeweils die amd64-Pakete runterladen und per `ar -x' entpacken - da
drinnen ist dann (nebst anderen) ein File namens data.tar.gz (IIRC),
das enthaelt den ganzen Kram - entpack Dir die mal alle in ein
Arbeitsverzeichnis. Ahja, uebrigens: midnight commander (mc) kann
auch direkt in .deb-Files reinschauen. Wenn Du bei einem Paket nicht
sicher bist - nimms dazu.

Wenn Du in diesen neuen Verzeichnisbaum auch noch eine shell dazu
installierst - am einfachsten wieder sash - kannst Du per chroot
reinwechseln und die Kommandos mal ausprobieren. Die sollten alle
funktionieren - vielleicht beschwert sich was ueber fehlende
Konfiguration, aber prinzipiell sollten die Kommandos laufen.

Probier auch mal `dpkg --print-architecture' aufzurufen - das sollte
Dir dann eigentlich amd64 erzaehlen.

Alternative, weils mir gerade einfaellt: du koenntest Dir eigentlich
auch per debootstrap ein chroot basteln, das sollte dann alle
noetigen Files haben.

Dann heists mutig sein - die Binaries aus dem chroot ueber die
Binaries in Deinem System kopieren. In den Paketen ist zusaetzlich
im file control.tar.gz ein file namens conffiles, der angibt, welche
Dateien Konfigurationsdateien sind - die solltest Du vermeiden.
Diese Information findest Du im installierten System (oder chroot)
auch in /var/lib/dpkg/info/*.conffiles.

Danach mal `apt-get update', das sollte die Paketlisten fuer amd64
aktualisieren und dann solltest Du alle installierten Pakete
re-installieren: `apt-get --reinstall install $foo', nimm dazu die
Liste vom Anfang.

Rechne damit, dass das apt-get und/oder dpkg anfangs Gift und Galle
spucken werden, weil nix zusammen passt - was bei mir bei solchen
Aktionen immer hilfreich war, war (vor der Umstellung) mal `apt-get
clean' zu machen (damit der package-cache leer ist), dann `apt-get
--reinstall install' alle files runterladen zu lassen, und die
Downloads einzeln (oder in Gruppen) aus /var/spool/apt/archives zu
holen und per `dpkg -i --force-alles-moegliche' zu installieren.

Das ist jetzt grad alles mehr oder weniger aus dem Kopf - ich hoff,
ich hab nicht allzuviel vergessen ... :)

> Gibt es Erfahrungsberichte über (closed-source) software
> (skype, flashplayer, etwaige codecs), die nicht unter einem
> 64bit-OS läuft?

Hmmm. Skype tut (das ist ohnehin nur 32bittig), Flash taete, wenn
ich es wollte, mplayer tut auch mit allen moeglichen obskuren
codecs. Ueber proprietaere Grafiktreiber kann ich nix sagen, da ich
von Nvidia und ATI nur eins halte: Abstand.


Adalbert

Markus Raab

unread,
Mar 8, 2013, 5:06:22 PM3/8/13
to
Hallo!

Andreas Leitgeb wrote:
> Gibt es eine Möglichkeit, eine Ubuntu-32bit installation
> ohne komplette neuinstallation auf 64bit zu bringen?

Ja, ist möglich.

> Also etwa durch sukzessives drüber-installieren diverser
> amd64-packages über die i386er?

http://users.digitalkingdom.org/~rlpowell/hobbies/debian_arch_up/
beschreibt wie man es tun könnte.

Allerdings war bei mir nach "ln -sf /emul/ia32-linux/lib/ld-linux.so.2
/lib/ld-linux.so.2" die Sandbox - wo ich es ausprobiert habe - kaputt.

Also echt fehleranfällig und überhaupt nicht empfehlenswert das tatsächlich
zu machen.

Hier meine ersten Gehversuche:
http://www.markus-raab.org/Howtos/Debian/cross%2dupgrade

Der Tipp sash oder busybox zu verwenden ist auf jeden Fall ein sehr guter.
Busybox hätte ja eigentlich sogar ein dpkg..

Vielleicht probier ichs nochmal. Ich habe nämlich noch ein rechner wo
i386->amd64 notwendig wäre.

> Gibt es Erfahrungsberichte über (closed-source) software
> (skype, flashplayer, etwaige codecs), die nicht unter einem
> 64bit-OS läuft?

skype und google-earth (package selber bauen) gibts diverse Probleme die
aber alle behebbar sind. Codecs sind imho kein Thema mehr.

Citrix (falls du das brauchst) scheint auch probleme zu machen:
http://askubuntu.com/questions/40723/how-do-i-install-citrix-receiver

Firefox gibts (offiziell) nur 32 bit, was dann probleme macht wenn man 64bit
plugins hat.


Also wenn du nicht wirklich einen guten Grund für 64 bit hast (z.b. mmap >
4GB oder 64bit compilate erzeugen), würde ich es an deiner Stelle einfach
sein lassen.

mfg Markus

Martin Oberzalek

unread,
Mar 8, 2013, 5:10:43 PM3/8/13
to
Adalbert Michelic wrote:

> * On 2013-03-06, Andreas Leitgeb wrote:
>> Gibt es eine Möglichkeit, eine Ubuntu-32bit installation
>> ohne komplette neuinstallation auf 64bit zu bringen?
>>
>> Also etwa durch sukzessives drüber-installieren diverser
>> amd64-packages über die i386er?

das würde ich auf keinen Fall machen

> Mach Dir dann mal eine Liste aller installierten Pakete (in einem
> File speichern):
> `COLUMNS=200 dpkg -l |grep ^i |cut -d\ -f3'

Das schon eher

Ich würde mir einfach die Liste der installierten Pakete aus dem System
saugen, eventuell mit der obrigen Zeile und dann eine Neuinstallation
machen, bei der ich die Paketliste einfach wieder importiere. Aber diesmal
in der 64 Bit Version.

Dann noch ein paar 32Bit compatibility packerln dazu und fertig ist es.

Meine Debian Zeiten sind ewig lang her, aber dieses Verfahren kann der SuSE
Installer von haus aus ;-)


>> Gibt es Erfahrungsberichte über (closed-source) software
>> (skype, flashplayer, etwaige codecs), die nicht unter einem
>> 64bit-OS läuft?

Alles kein Problem, den 64Bit heißt ja nicht, dass man auf 32Bit verzichten
muß. Dein Prozessor ist eine Stufe abwärtkompatibel. 32 Bit funktioniert
wunderbar, sofern die notwenigen 32bittigen libs installiert sind.
16Bit funktioniert nicht. (Ich glaube nicht, dass es jemals eine
Distribution gegeben hat die einen 16Bit Kernel hatte)


Flash geht, Skype geht, mplayer geht...

> Ueber proprietaere Grafiktreiber kann ich nix sagen, da ich
> von Nvidia und ATI nur eins halte: Abstand.

Das Wort Treiber impliziert, dass es sich schon um einen Teil des Kernel
handelt und deswegen brauchst du da die 64Bit Version.

Zockt aber bei mit Wunderbar.

MfG, Martin


Andreas Leitgeb

unread,
Mar 10, 2013, 5:09:27 PM3/10/13
to
Danke an Adalbert, Martin und Markus!

So wie es aussieht ist das jedenfalls mal nichts einfaches.

Meine geheime Hoffnung, dass ich den architektur-upgrade mit
einem distributions-versions-upgrade "einfach so" mitmachen
könnte, sehe ich gerade sich unterm Teppich verstecken... :)

Es mag Situationen geben, wo so eine Lösung notwendig ist,
aber in meinem Fall werde ich den Rechner wohl doch eher neu
installieren (und dann auch gleich auf die 13.04er warten)

Andreas Leitgeb

unread,
Mar 10, 2013, 5:28:12 PM3/10/13
to


Martin Oberzalek <kin...@gmx.at> wrote:
> Adalbert Michelic wrote:
>> Mach Dir dann mal eine Liste aller installierten Pakete (in einem
>> File speichern):
>> `COLUMNS=200 dpkg -l |grep ^i |cut -d\ -f3'
> Das schon eher

Das ist eine gute Idee, obwohl eine kleine Straffung dieser
Liste ohnehin nicht schaden würde. Nach der Neuinstallation
mach ich dann am neuen System das gleiche, und werd den diff
mal überfliegen, welche der bisher manuell installierten
Pakete ich denn wirklich noch zu brauchen gedenke.

>>> Gibt es Erfahrungsberichte über (closed-source) software
>>> (skype, flashplayer, etwaige codecs), die nicht unter einem
>>> 64bit-OS läuft?
>
> Alles kein Problem, den 64Bit heißt ja nicht, dass man auf 32Bit verzichten
> muß. Dein Prozessor ist eine Stufe abwärtkompatibel. 32 Bit funktioniert
> wunderbar, sofern die notwenigen 32bittigen libs installiert sind.

Das wird noch spannend. werd das noch auf einem Test-system
(gleicher Rechner, umgesteckte FP) ausprobieren.

> 16Bit funktioniert nicht. (Ich glaube nicht, dass es jemals eine
> Distribution gegeben hat die einen 16Bit Kernel hatte)

Ich glaube da gabs mal "ELKS" oder so ähnlich für 8088er ;)

> Flash geht, Skype geht, mplayer geht...

Danke.

bei mplayer auch die "essential-*.tar.bz2" win32codecs palette?

>> Ueber proprietaere Grafiktreiber kann ich nix sagen, da ich
>> von Nvidia und ATI nur eins halte: Abstand.

Ich eh auch. Von deren binaer-treibern zumindest. Drinstecken
tut aber doch was von ATI/AMD.

gregor herrmann

unread,
Mar 12, 2013, 6:12:42 PM3/12/13
to
On Sun, 10 Mar 2013 21:09:27 +0000 (UTC), Andreas Leitgeb wrote:

>> Gibt es eine M�glichkeit, eine Ubuntu-32bit installation
>> ohne komplette neuinstallation auf 64bit zu bringen?
> So wie es aussieht ist das jedenfalls mal nichts einfaches.

mit MultiArch sollte das irgendwann gehen, aber noch ist das system
nicht so weit: https://wiki.ubuntu.com/MultiarchSpec


gregor
--
.''`. Homepage: http://info.comodo.priv.at/ - OpenPGP key 0xBB3A68018649AA06
: :' : Debian GNU/Linux user, admin, and developer - http://www.debian.org/
`. `' Member of VIBE!AT & SPI, fellow of the Free Software Foundation Europe
`- NP: Rolling Stones: Love-is-strong

René Schuster

unread,
Mar 13, 2013, 2:36:20 AM3/13/13
to
On 2013-03-11 00:28, Andreas Leitgeb wrote:

> Das ist eine gute Idee, obwohl eine kleine Straffung dieser
> Liste ohnehin nicht schaden würde. Nach der Neuinstallation
> mach ich dann am neuen System das gleiche, und werd den diff
> mal überfliegen, welche der bisher manuell installierten
> Pakete ich denn wirklich noch zu brauchen gedenke.

Nur so als Denkanstoß: Die Installation eines frischen AMD64-Systems
plus nachinstallieren der tatsächlich benötigten Pakete plus restore der
config-files vom alten System ist wahrscheinlich a) schneller, b)
zuverlässiger und c) sauberer.

--
rs

Andreas Leitgeb

unread,
Mar 13, 2013, 1:34:24 PM3/13/13
to
Letztlich eh ganz meine Rede :-)

Bernd Petrovitsch

unread,
Mar 14, 2013, 10:56:30 AM3/14/13
to
On Tue, 12 Mar 2013 23:12:42 +0100, gregor herrmann wrote:
> On Sun, 10 Mar 2013 21:09:27 +0000 (UTC), Andreas Leitgeb wrote:
>>> Gibt es eine Möglichkeit, eine Ubuntu-32bit installation
>>> ohne komplette neuinstallation auf 64bit zu bringen?
>> So wie es aussieht ist das jedenfalls mal nichts einfaches.

Ist es nicht - Intel/AMD-32bit und (AMD-)64bit sind ABI-mäßig 2 verschiedene
Architekturen, deshalb gibt es überhaupt 32bit und 64bit Pakete.

> mit MultiArch sollte das irgendwann gehen, aber noch ist das system
> nicht so weit: https://wiki.ubuntu.com/MultiarchSpec

Hmm, versteh ich das richtig: Ubuntu arbeitet noch dran, daß (fast)
alles parallel als 32bit und 64bit Paket gebaut und ausgeliefert wird
bzw. über passende Dependencies reingezogen wird?

Woanders war das schon immer so - auch bevor es 64bit überhaupt gegeben
hat.

Bernd
--
- Wie erkennt man IYO die offensichtlich ungeeigneten, hinter denen sich
nicht das Genie verbirgt?
- Wie erkennt man das Offensichtliche?
Martina Diel und Volker Birk

gregor herrmann

unread,
Mar 15, 2013, 8:43:00 PM3/15/13
to
On Thu, 14 Mar 2013 14:56:30 +0000 (UTC), Bernd Petrovitsch wrote:

>> mit MultiArch sollte das irgendwann gehen, aber noch ist das system
>> nicht so weit: https://wiki.ubuntu.com/MultiarchSpec
> Hmm, versteh ich das richtig: Ubuntu arbeitet noch dran, daß (fast)
> alles parallel als 32bit und 64bit Paket gebaut und ausgeliefert wird
> bzw. über passende Dependencies reingezogen wird?

es geht nicht nur um x86 mit 32 oder 64 bit, sondern drum das gleiche
paket fuer beliebige architekturen parallel installieren zu koennen
(bei debian sind das etwas mehr als bei ubuntu).

http://wiki.debian.org/Multiarch/TheCaseForMultiarch hat noch ein
paar hintergruende.


gregor
--
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